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Schüler interviewen Senioren in Bad Laer „Was war für Kinder früher normal?“

Von PM. | 17.12.2015, 16:35 Uhr

„Dass die Kinder sich für unsere alten Geschichten von früher interessieren“, wunderten sich einige Senioren der Langzeit- und Tagespflege des St.-Antonius-Hauses Bad Laer-Remsede. Es hatten sich 15 Schülerinnen und Schüler einer 7. Klasse der CJD-Sekundarschule Versmold angemeldet.

Im Unterrichtsfach Sozialwissenschaften behandelten sie gerade das Thema „Familie im Wandel der Zeit!“ und kamen mit einem vorbereiteten Fragebogen. Noch bevor die Pflegedienstleiterin Carolin Plaßmeyer die Schülergruppe, ihre Lehrerin und den Schulleiter Klaus Blenk begrüßen konnte, unterhielten sich die Jungen und die Alten an den Gruppentischen schon sehr angeregt.

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Nach etwa einer Stunde waren die Fragen rund um Kindheit, Familie, Arbeitsleben und Zweiten Weltkrieg von den Senioren beantwortet. „Mich interessierte, was früher normal war und wie es war als Kind oder junger Erwachsener den Krieg zu erleben“, nannte Bjarne Kemner einige Fragen. „Normalität“, so berichteten die Senioren, war das Aufwachsen mit vielen Geschwistern in der Familie. Weiterführende Schulen konnten sich die wenigsten leisten, da Schulgeld gezahlt werden musste und somit auch Wunschberufe wie etwa Lehrerin in weite Ferne rückten.

„Normal“ war auch, dass man früher als Kind zu Hause in der Landwirtschaft oder im Haushalt viel mithelfen musste. Traurig stimmten die Schüler einige Schilderungen von Erlebnissen aus der Kriegszeit und die Erzählungen über den Verlust von Vätern und Brüdern.

Mit den Worten „Wir freuen uns sehr, dass wir kommen durften und dass Sie alle unsere Fragen beantwortet haben“ , verabschiedeten sich die Schüler und sprachen eine Einladung für einen Gegenbesuch in ihre Sekundarschule aus. Hier wollen sie ihre Interviewergebnisse auf Plakaten präsentieren und ihren Gesprächspartnern ihre Schule zeigen, so wie Schule heute „normal“ ist.