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Rolle rückwärts gestoppt Bad Laerer Rat für Mensa in Modulbauweise

Von Stefanie Adomeit | 23.07.2014, 19:28 Uhr

Die Gemüter der Grundschulmütter wurden noch einmal in Wallung versetzt: Nachdem die Diskussion um den Bau einer Mensa nach der letzten Sozialausschusssitzung mit einem klaren Votum für ein Modell in Modulbauweise abgeschlossen schien, überraschte die CDU in der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause mit dem Wunsch, die Entscheidung zu vertagen oder mit der Option auf eine Alternative zu erweitern. Vergeblich. Mit den Stimmen von BBL, einer Grünen und der FDP wird die Mensa am Schulzentrum gebaut.

Die Mietkosten für die Module sollen etwa 30000 Euro pro Jahr betragen. Hinzu kommen für den Aufbau, also Fundamente, Hausanschlüsse, Transport der Module, Ausstattung und Planung, 155000 Euro, die im aktuellen Haushalt durch Einsparungen an anderer Stelle ausgeglichen werden sollen.

Vor der Sitzung hatten die Mütter einiger Grundschüler und Elternvertreterin Susann Schowe an den Rat appelliert, den Bau schnell auf den Weg zu bringen. Dort sollen in Zukunft Oberschüler verköstigt werden, während die Grundschüler in die vorhandene Mensa ziehen.

Für Siegfried Strautmann (CDU) war die Diskussion über einen festen Neubau jedoch „noch nicht beendet“. Er regte an, die Sommerpause dazu zu nutzen, noch einmal zu überlegen, wie ein fester Neubau mit der Möglichkeit einer Mehrfachnutzung realisiert werden könnte. „Wir brauchen jetzt keine Ruckzuck-Entscheidung.“

Von Ruckzuck könne keine Rede sein, erwiderte Stephan Niebrügge (BBL). „Wir haben uns in den letzten Monaten intensiv mit dem Thema beschäftigt. Nie war von dir ein Vorschlag in dieser Richtung zu hören. Ich wundere mich.“ Beifall aus der Reihe der Zuhörer.

Unterstützung erhielt Strautmann vom Grünen Markus Peters: „Wir sollten hier jetzt nicht die schnelle Lösung beschließen, die dann doch teuer ist.“ Wenig Verständnis konnte Michael Geschwinde (BBL) für diese Einschätzung aufbringen. „Das ist doch eine Träumerei und Quatsch, jetzt wieder von vorne anzufangen.“ Eine Formulierung, die wiederum dem Ratsvorsitzenden Alois Diekamp missfiel.

Strautmanns Replik auf Geschwinde: „Die Frage ist nicht ausdiskutiert. Sieben Wochen zu warten ist für jeden hinnehmbar. Wir bauen dieses Jahr so oder so.“ Er appellierte an den Rat, den Beschluss entsprechend zu erweitern. „Wir brauchen eine Mehrfachnutzung.“ Damit war auch Anne Krimphoff (Grüne) nicht einverstanden. „Wir haben für diese Entscheidung einen langen Prozess durchlaufen. Die Flexibilität der Modulbauweise ist gut.“ Ein Antrag von Dagmar Schmidt, die Diskussion zu beenden, wurde befürwortet und führte zum klaren Votum für die Modulbaumensa, bei vier Gegenstimmen und zwei Enthaltungen.

Rückblick: Die erste Idee für eine barrierefreie feste Mensa hätte nach einem Entwurf des Architekten Heinrich Pörtner 846000 Euro gekostet. Das war dem Rat angesichts der Laerer Finanzlage zu viel. Auch einen etwas günstigeren Entwurf akzeptierte er nicht. Dann präsentierte Architekt Björn Hawes die Alternative: eine Mensa in Modulbauweise, mit festem Fundament, aber transportablen Teilen, zu mieten oder zu kaufen. Eine Ortsbesichtigung in Rheda-Wiedenbrück überzeugte. „Wir brauchen jetzt eine Lösung“, hatten Oberschullektor Wolfgang Saltenbrock und Grundschulleiterin Marianne Plogmann in den letzten Monaten immer wieder an die Gemeinde appelliert. Diese Lösung wird nun kommen, nicht gleich zu Beginn des neuen Schuljahres, aber bald danach.