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Palamartschuks Operetten-Gala Große Melodien zum delikaten Menü in Westerwiede

Von Petra Ropers | 08.02.2017, 13:33 Uhr

Eine stilvolle Premiere genossen Musikfreunde in den Westerwieder Bauernstuben: Eine Operetten-Gala verwöhnte sie in der Reihe „Kulturabend mit Natalia Palamartschuk“ mit großen Melodien und kulinarischen Finessen.

Der „Kulturabend mit Natalia Palamartschuk“ steht als Veranstaltungsreihe für kulturelle Vielfalt mit Niveau. Das abwechslungsreiche Programm bereicherte nun erstmals ein Gala-Abend im Zeichen der Operette. Als kulinarischen Gastgeber gewann die Hilteraner Pianistin und Konzertveranstalterin Natalia Palamartschuk Gastwirt Hubert Schowe . Er zauberte für die Gäste ein delikates Vier-Gänge-Menü, das mit dem „Wiener Mostsüppchen“ die Musik gleichsam auf die Zunge brachte.

Sensible Virtuosität am Flügel

Schließlich feierten Franz Léhar und Emmerich Kálmán in der Hauptstadt des Walzers und der Operette einige ihrer größten Erfolge. Ihre Werke standen im Mittelpunkt eines Abends, der die Leichtigkeit und Leidenschaft der Operette nicht auf eine ferne Bühne, sondern in der Moderation von Herbert Hähnel ganz nah zum Publikum brachte. Am Flügel begleitete Natalia Palamartschuk dabei ebenso virtuos wie sensibel die Stargäste des Abends. Mehr aus Bad Laer 

Sopranistin Natalia Atamanchuk und der kurzfristig für den erkrankten Hans Hermann Ehrich eingesprungene Tenor Michael Heim hielten für ihr Publikum eine Auswahl der schönsten Melodien Léhars und Kálmáns bereit. Charmante Leichtigkeit wechselte mit großen Gefühlen, feuriges Temperament mit zarter Empfindsamkeit. Dabei präsentierten sich die drei Künstler bis in feinste Nuancen perfekt aufeinander eingestimmt – in Auszügen aus Franz Léhars Operette „Paganini“ etwa.

Kurzer Draht zum Publikum

In der Rolle der Anna Elisa brachte Natalia Atamanchuk mit „Liebe, du Himmel auf Erden“ mit bewegender Ausdruckskraft große Emotionen in den Saal. Den leichtlebig-verschmitzten Kontrast bot gleich darauf Michael Heim: Charmant schäkerte er in der Rolle des Paganini bei seinem Eingeständnis „Gern hab‘ ich die Frauen geküsst“ mit den Damen im Saal, um sie wenig später als Schwerenöter Danilo aus Léhars „Lustige Witwe“ erneut um den Finger zu wickeln. Der Tenor der Staatsoperette Dresden fand mühelos den Draht zu seinem Publikum und auch zu Duett-Partnerin Natalia Atamanchuk.

Gemeinsam boten sie mit der zarten Annäherung von Hanna und Danilo in „Lippen schweigen“ einen von vielen klangvollen Höhepunkten des Abends dar. Seine Wandlungsfähigkeit stellte Michael Heim mit der als „Wolgalied“ berühmt gewordenen Arie aus der Operette „Zarewitsch“ unter Beweis: In gebannter Stecknadelstille lauschten die Gäste zur empfindsamen Klavierbegleitung der aufwühlenden Klage „Allein! Wieder allein!“.

Mitreißende „Gräfin Mariza“

Der Wechsel zu Emmerich Kálmán bot Natalia Atamanchuk die Gelegenheit, sich als Kálmáns „Gräfin Mariza“ von ihrer temperamentvollen Seite zu zeigen. Ihre mitreißende Interpretation des Auftrittsliedes der Gräfin schlug ihre Zuhörer wie die besungenen „Zigeunergeigen“ in den Bann. Die Besucher dankten mit anhaltendem Beifall für einen Abend, der - wenn auch mit etwas zu viel Muße zwischen der Muse – facettenreich und stilvoll in die Welt der Operette entführte.