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Ortskernsanierung am Thieplatz Bad Laer: Piepstein stört beim Baggern

30.08.2013, 17:55 Uhr

svm Bad Laer. Ausgerechnet der Piepstein – das versteinerte Schilf, das in Bad Laer große Tradition besitzt – macht nun bei der Ortskernsanierung Probleme. Die massiven Steinplatten stören beim Baggern, wodurch neue Versorgungsleitungen nur verzögert verlegt werden können. Das verlängert die Geduldsprobe für Autofahrer und Einzelhandel.

„Wir sind im Erdreich auf wesentlich mehr Piepstein gestoßen, als wir eigentlich gedacht haben“, erklärte Bauamtsleiter Frank Scheckelhoff auf Nachfrage der Neuen OZ. Das Problem: Die Fundamente einiger Häuser im Ortskern fußen auf den Steinplatten. „Rüttelt der Bagger an den Steinen, rüttelt er am ganzen Haus.“

Bisher hat der Traditionsstein im ersten Bauabschnitt – rund um Kesselstraße, Paulbrink und Brinkstraße – zum Umplanen gezwungen. Der tatsächliche Fortschritt rennt dem Zeitplan deshalb „zwei bis drei Wochen hinterher“, so Scheckelhoff. Mitte September sollen die Straßen jedoch wieder zum Autofahren freigegeben sein.

In der Folge stockt es auch in Bauabschnitt zwei, der ursprünglich Anfang Oktober abgeschlossen sein sollte. „Die Iburger Straße wollen wir Ende Oktober, Mitte November fertig haben“, erklärte der Bauamtsleiter nun unter Vorbehalt. Denn auch bei den dortigen Tiefbauarbeiten könnten Piepsteine im Weg liegen.

Derzeit werden an der Iburger Straße die Bürgersteige gepflastert – einseitige Straßensperrungen inklusive. Auch die Zufahrt von dort zum Thieplatz ist durch Bauschilder abgeschirmt, da dort für Versorgungsleitungen gebuddelt wird.

Trotzdem stauen sich die Autos auch zur Feierabendzeit nicht allzu weit vor den drei Baustellenampeln, die rund um die T-Kreuzung aus Iburger, Warendorfer und Bielefelder Straße über das Vorankommen bestimmen.

Weniger das Fahren als vielmehr das Parken ist jedoch für Kunden des ansässigen Einzelhandels derzeit problematisch.

Die Ladenbetreiber im Herzen von Bad Laer zeigen sich auf Nachfrage allerdings verständnisvoll. „Solange das Geschäft über die Bürgersteige erreichbar bleibt, tut es uns nicht so weh“, erklärte Anton Schwöppe vom gleichnamigen Modegeschäft. Er hat auf die fehlenden Parkplätze vor der Tür reagiert und den Hintereingang des Ladens für seine Kunden geöffnet. Sein Geschäft profitiere zudem von einem festen Kundenstamm, der trotzdem noch zum Einkaufen komme.

Auch andernorts sorgen treue Kunden für einigermaßen gelassene Ladeninhaber. Das gilt für Bäcker Thomas Meyer ebenso wie für Buchhändlerin Nina Bilik. Nach Ansicht von Bilik läuft alles „besser als erwartet“. Dennoch sei der Parkplatzmangel am Paulbrink natürlich problematisch. Besonders brisant ist er aber offenbar am Thieplatz. Manche ihrer Kunden seien „richtig sauer“, erklärte die Inhaberin der dortigen Kur-Apotheke, Marlies Mönter. Sie selbst habe jedoch Verständnis für die Maßnahmen.

Alle Ladenbetreiber eint der Glaube, dass die Ortsmitte letztlich schöner und die Geschäfte besser werden. Erste Risse in diesem Fundament könnte es geben, wenn das Weihnachtsgeschäft unter Bagger und Schaufel leidet. Doch das ist nach Meinung von Franz Scheckelhoff derzeit nicht abzusehen.