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Maibaum wird zum WM-Baum Dissen und Bad Laer im WM-Finalfieber

Von Michael Schwager | 11.07.2014, 18:57 Uhr

Das WM-Finalfieber, das derzeit bundesweit grassiert, führt auch im Südkreis zu originellen Symptomen. Betroffen sind Kinder und Erwachsene, zum Beispiel die Kinder des Dissener Regenbogenkindergartens oder die Bad Laerer Nachbarn vom Wibbelthof.

„Wir sind eine Straßengemeinschaft, die aus neun Familien besteht“, berichtete jetzt Ute Schmitt. Es sei hier guter Brauch, Jahr für Jahr einen Maibaum aufzustellen. Beim Abkränzen des Maibaums entstand die Idee, ihn in diesem Jahr noch als WM-Baum zweitzuverwerten.

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Die Nachbarn besorgten die Flaggen der beteiligten Nationen, fertigten Bälle in Scheibenform, die dann am Ring befestigt wurden. „Im Rahmen mehrerer geselliger Brainstormings entwickelten wir die Technik, den Baum zu schmücken und aufzustellen.“ Mit Beginn der WM schauten sich die Anwohner vom Wibbeltweg dann alle Spiele mit deutscher Beteiligung unter dem WM-Baum zusammen an. Von Spiel zu Spiel wurde der Zuschauerkreis durch Freunde der Beteiligten immer größer. „So genossen wir auch bei Nieselregen zusammen das Wunder von Belo Horizonte mit dem WM-Baum als Glücksbringer für die deutsche Mannschaft“, berichtet Ute Schmitt. Ihr Tipp für morgen: 2:1 für Deutschland.

Im evangelischen Regenbogenkindergarten in Dissen herrschte schon während der ganzen WM-Zeit großes Interesse. „Wir haben international geflaggt, und während der Vorrunde konnten die Kinder sämtliche Flaggen malen“, berichtete Leiterin Jutta Spiering. Je weiter Deutschland kam, desto mehr konzentrierten sich die Aktionen auf Deutschland. Viele Kinder, Erzieherinnen und Heilpädagoginnen kamen mit Deutschlandtrikots in den Kindergarten.

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Jedes Deutschlandspiel wurde mit Tipps der Kinder begleitet. Viele tippten sehr realistisch, einige lagen beim Brasilien-Deutschlandspiel fast richtig mit 5:1. Ein Kind tippte 60:0. Für alle Tipper gab es am nächsten Morgen als Gewinn etwas Leckeres.

„Nun war am Freitag der absolute Höhepunkt, die Spannung vor dem Finale steigt, und wir haben sie ein bisschen angeheizt“, erzählte die Erzieherin. Viele Kinder waren mit Hawaiiketten, Armbändern, Ohrringen, Stirnbändern, Trikots oder Hüten gekommen. Per Beamer wurde noch einmal das 7:1 eingespielt. Wer wollte, konnte die Fingernägel lackieren, selbst die Kleinsten – das jüngste Kind ist ein Jahr alt – fanden das toll. Deutschlandflaggen wurden gebastelt, sodass sie morgen noch zum Einsatz kommen können. Nach dieser Einstimmung steht fest: 77 Kinder und 16 Erzieherinnen drücken Jogis Jungs auf jeden Fall sämtliche 186 Daumen.