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Liederabend in Goeings Kiepe KuK Sol auf Tournee gastiert in Bad Laer

Von Rolf Habben | 20.01.2017, 12:50 Uhr

Sind die Barden Eddie Parfitt und Wolfgang Ilgner auf einer „Never ending Tour“? Nach ihrem Gastspiel im Herbst letzten Jahres in Glandorf als Prototyp, hatte das Duo vom „Kunst- und Kulturverein im Südlichen Osnabrücker Land e.V.“ (KuK SOL) mit seinem Stammhaus in Dissen, zu einem weiteren offenen Singen diesmal nach Bad Laer in Goeing’s Kiepe eingeladen.

 Mit seinem Zug durch die Dörfer strebt der Verein die Ausweitung seiner Tätigkeit auf den gesamten Südkreis an, nach dem Motto: Was in Dissen geht, geht auch woanders. „An die lieben Freunde des zügellosen Gesanges“ richtete Wolfgang Ilgner daher seine Botschaft, „das neue Jahr sei bereits nicht mehr ganz taufrisch, die Elbphilharmonie mittlerweile eröffnet, der Flughafen Berlin noch immer nicht, was spräche also dagegen, das Singen im KuK im Januar fortzusetzen“, so seine eher rhetorische Frage.

Hits und Klassiker

In der beschaulichen Örtlichkeit der Kiepe des Hauses Große-Kettler standen Lieder, Hits und Klassiker aus Rock, Pop und Schlagern und sogar plattdeutsches Liedgut in drei Sets auf dem rund zweistündigen Programm. Parfitt mit seiner Bassgitarre und Ilgner an der Akustikgitarre sowie beider mit Gesang waren für den guten Ton zuständig, Fritz Gersmann warf mittels Beamer die Texte gut lesbar an die Wand, hilfreich für alle nicht immer ganz textkundigen Sangesbrüder und –schwestern.

Zum Repertoire zählten wieder allseits bekannte und beliebte Popsongs, Schlager und Rock- und Country-Klassiker der vergangenen Jahrzehnte. Granden der amerikanischen Folksongs wie Kris Kristofferson oder Kenny Rogers, Ricky Nelson, Paul Anka sowie Hits von den Beatles, den Kinks oder Elvis Presley wurde „lauthals“ neues Leben eingehaucht. Auch an die unsterblichen Rolling Stones wagte man sich im „Oratorium“ mit dem sentimentalen „Ruby Tuesday“ heran. Deutsches Liedgut war unter anderem mit Schlagern von Freddy Quinn, Reinhard Mey, Udo Jürgens, Conny Francis, Cliff Richards und sogar mit Marius Müller Westernhagens „Pfefferminz Prinz“ vertreten.

Spielfreude

Nicht allein die Musiker zeigten Spielfreude. Auch dem Publikum, verstärkt durch 18 Münder von Elisabeth Eichholz´ Ökumene Chor, war aus vollen Kehlen die Begeisterung anzumerken oder besser anzuhören. Parfitts lockere Moderation und sein dominanter Gesang trugen darüber hinaus zur gelösten Stimmung in der behaglichen Kiepe bei. „Da müssen wir aber noch dran üben“, war seine nicht ganz ernst gemeinte Ermahnung an die Vokalisten im Saal, wie etwa bei Del Shannons „Runaway“. Mehr aus Bad Laer 

Die war in der Tat aber auch keinesfalls nötig. Das Publikum erwies sich rhythmisch und melodisch wie sprachlich als äußerst sattelfest. Liedgut in englischer sowie in hoch- und plattdeutscher Sprache, wie „Dat du meen Levsten büst“, erklangen ohne Wackler. Einen rhythmischen wie asynchronischen Hänger gab es zwar mit „Lola“ von den Kinks, in deutscher Übersetzung von Heinz Rudolf Kunze, das tat dem fröhlichen Abend jedoch keinerlei Abbruch, der sinnigerweise mit Reinhard Meys „Gute Nacht Freunde“ ausklang.