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Bürgermeister: Mal drum kümmern Drei im Südkreis seit Jahren ohne Gleichstellungsbeauftragte

Von Stefanie Adomeit | 27.12.2016, 12:58 Uhr

Jeder Ort soll eine Gleichstellungsbeauftragte haben, zumindest eine ehrenamtliche. Im Südkreis haben drei Gemeinden gar keine, Glandorf, Dissen, Bad Laer – nicht erst seit gestern. Warum ist das so?

Ob Magdalene Heuvelmann in Glandorf, Franz Vollmer in Bad Laer oder Hartmut Nümann in Dissen: dass sie eine Gleichstellungsbeauftragte haben müssen, ist allen Dreien neu. Denn so richtig um dieses Thema gekümmert habe sich seit Längerem keiner von den Dreien. Auf jeden Fall suche man eine ehrenamtliche Kraft. Außerdem habe Glandorf ja eine Bürgermeisterin, die „im Thema ist und bei jeder Personalentscheidung Wert auf die Gleichstellung legt“, so Heuvelmann. „Ich habe schon ein Auge darauf.“

Sind eine kleine Gemeinde

Die Gemeinde habe versucht, jemanden zu finden und dafür auch einige Frauen angesprochen. „Es hat sich leider niemand gefunden.“ Die Stellenanzeige auf der Homepage der Gemeinde datiert denn auch aus dem Jahr 2013. Gabriele Stockhoff, die das Ehrenamt bis dahin innehatte, leitet heute das Familienservicebüro. Warum das Interesse an der Aufgabe gleich Null ist, könne sie nicht sagen, so Heuvelmann. „Einige sehen den Bedarf wahrscheinlich nicht.“ Zudem sei Glandorf eine sehr kleine Gemeinde. Wie man die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten attraktiver machen kann, wisse sie auch nicht, aber sie habe das Thema weiterhin „im Kopf“. Auch Stockhoff kümmere sich und sorge für Veranstaltungen wie die zum „Wiedereinstieg nach der Kinderpause“. (Weiterlesen: „Osnabrück ist nicht frauenfeindlich“)

Keine Resonanz

In Bad Laer ist das Amt seit acht Jahren unbesetzt. 1989 war Anni Walke zur – damals noch – Frauenbeauftragten berufen worden. Ihre Nachfolgerin wurde 2002 Annette Richter. Diese trat sechs Jahre später vorzeitig von ihrer Funktion zurück. Damals sei die Stelle ausgeschrieben worden, so Hauptamtsleiter Jens Giesker. Mangels Resonanz sei die Besetzung aber seitdem „nicht mehr aktiv vorangetrieben worden“. Die Gemeindeverwaltung wolle sich jetzt aber noch einmal mit dem Thema beschäftigen. Auch in Dissen sieht man im Rathaus nicht viel Bedarf für eine Gleichstellungsbeauftragte. Schon zu Zeiten von Nümanns Vorgänger Majerski habe es keine gegeben. „Wir hatten die Stelle mal ausgeschrieben“, erinnert sich der Bürgermeister – ohne Ergebnis.

Keine Zeit

Danach habe man für das Thema keine Zeit mehr gefunden. Nümann: „Wir haben so viele andere Probleme, das Krankenhaus, Homann...“ Er persönlich habe auch nicht das Gefühl gehabt, dass den Dissenern eine Gleichstellungsbeauftragte fehle. Allerdings hätten sich Frauen vermutlich verstärkt an die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises gewandt. „So hat es mir zumindest die Vorgängerin von Monika Schulte, Susanne von Garrel berichtet.“ Nun wolle Dissen das Thema aber im kommenden Jahr in Angriff nehmen.