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Bürger fürchten Emissionen Antworten zum Bad Laerer Holzheizkraftwerk im Rat

Von Stefanie Adomeit | 12.06.2018, 16:58 Uhr

Darauf warten Heinz-Otto Babilon und Franz-Josef Buschmeyer seit November: Mittwochabend sollen ihre Fragen zu den Emissionen des neuen Holzheizkraftwerks Up de Heuchte beantwortet worden. Für Klarheit sollen Henrik Niemeyer, Pia Bäune und Frank Senge sorgen.

Heinrik Niemeyer arbeitet bei der TEN, Pia Bäune bei der Awigo und Frank Senge ist Geschäftsführer der Energieagentur Lippe. Der Geschäftsführer der Grünwärme Christian Leugers, einer Tochter von TEN und Awigo, die das Biomasse-Heizwerk mit einer Feuerungswärmeleistung von 1,47 MW betreibt, ist beruflich verhindert.

Babilon und Buschmeyer hatten nach einem ersten fehlgeschlagenen Versuch im November, ihre Fragen im Gemeinderat loszuwerden, diese im April an den Rat gestellt.

Weil das Kraftwerk Sache der Grünwärme sei, leitete der Ratsvorsitzende Roland Hemsath die Fragen an Leugers weiter. Nun werden unter dem Tagesordnungspunkt sechs am Mittwochabend ab 18.30 Uhr Senge, Bäune und Niemeyer Rede und Antwort stehen.

Auch auf die Frage, wie hoch der Feuchtigkeitsgehalt des Grünschnitts ist. Bei der Betriebsgenehmigung sei er mit 40 bis 50 Prozent angegeben worden, so Buschmeyer und Babilon. Der zeitweise intensive Qualm lasse jedoch auf einen wesentlich höheren Feuchtigkeitsanteil schließen, meinen sie. Auch dürfe laut der Genehmigung nur unbelasteter Grünschnitt verbrannt werden: „Findet eine regelmäßige Überprüfung der angelieferten Brennmasse auf Verunreinigung durch Fremdstoffe statt“, fragen die besorgten Bürger.

Dunkler Qualm

Viele Bad Laerer, die westlich des Heizwerks wohnen, hätten ihnen von partikelbelastetem Qualm berichtete und befürchteten nun, dass Immissionen in die Umwelt gelangen. Auch hier fragen Babilon und Buschmeyer nach Messungen und Messmethoden und möglicherweise gefundenen Schadstoffen.

Wichtig ist ihnen auch, was passiert, wenn im Sommer nur ein Teil der erzeugten Wärme gebraucht wird. „Bis auf welchen Auslastungsgrad kann das Heizwerk heruntergeregelt werden, um noch eine den Genehmigungsvorgaben entsprechende ‚saubere‘ Verbrennung zu gewährleisten“, fragen Franz-Josef Buschmeyer und Heinz-Otto Babilon.

Die Grünwärme versorgt mit dem 1,1 Millionen Euro teuren Heizwerk rund 200 Haushalte, das Gesundheitszentrum und das Maria-Elisabeth-Haus mit Wärme. Brennstofflieferant ist die Awigo: Auf ihren Recycling-Höfen werden die abgegebenen Grünabfälle geschreddert, gesiebt und sortiert. 2300 Tonnen landen jedes Jahr per Lastwagen in einem Lager mit 630 Schüttraummetern Volumen. Übrig bleibt Holzasche.