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Bericht aus Südafrika Traumatisierte Kinder mit Theaterspiel auffangen

Von Susanne Pohlmann | 14.06.2016, 17:54 Uhr

Mit einem besonderen Gottesdienst machte das Evangelisch-lutherische Missionswerk (ELM) Hermannsburg in der Lüneburger Heide auf die Arbeit in Südafrika aufmerksam. Im Rahmen des Austauschprogramms tourt Pastorin und Partnerschaftsreferentin des ELM, Stefanie Fendler vier Wochen zusammen mit der Theaterpädagogin Gcebile Dlamini durch Niedersachsen.

Und genauso wie in der Dreifaltigkeitskirche der evangelischen Gemeinde in Bad Laer erzählt die junge Frau aus Südafrika über ihre Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen in einem sozialen Brennpunkt in Johannesburg. Nach dem Ende der Apartheid wurde Südafrika zum Ziel vieler Afrikaner, die vor Krieg, Grausamkeit und Armut in ein besseres Leben flüchteten.

Zeichen der Hoffnung

Doch statt Apartheid wurde die Fremdenfeindlichkeit zu einem großen Problem in dem Land an der südlichen Spitze Afrikas. Dlamini arbeitet jeden Nachmittag mit den Kindern, die zum großen Teil bereits schwer traumatisiert sind, da sie beispielsweise in Ruanda Schreckliches gesehen und erlebt haben. Mit ihrer Theaterarbeit, die vom ELM unterstützt wird, gibt sie den Kindern die Möglichkeit, ihr Trauma zu verarbeiten, zu artikulieren, was sie erlebt haben, wie sie jede Hoffnung auf ein friedliches und glückliches Leben schon früh verloren haben. Und doch finden sie durch das Aussprechen ihrer Erlebnisse und den Glauben zurück ins Leben und setzen Zeichen der Hoffnung. Mehr aus Bad Laer

Diese setzten auch die Besucher des Gottesdienstes in Bad Laer, denn statt einer üblichen Predigt setzten sie zusammen mit der Theaterpädagogin selber Hoffnungszeichen, erkannten, dass man Hoffnung nicht nur denken, sondern vor allem auch leben kann. Pastor Reinhard Keding, der selbst viele Jahre in Afrika gearbeitet hatte, freute sich über den Besuch und gestaltete den Gottesdienst zusammen mit seiner Kollegin Fendler. Gemeinsam mit Dlamini konnten sie die Probleme der Kinder in Johannesburg deutlich machen.