Umbau lässt auf sich warten Bad Laerer Gesundheitszentrum: Combi und zwei Ärzte gehen

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Bad Laer. Vom Umbau des Gesundheitszentrums zum Bad Laer Center ist noch nichts zu sehen. Die Besitzer des Einkaufszentrums vertrösten. Sicher ist aber, dass Combi am 23. Dezember schließt und Aldis Bleiben unsicher ist. Und dass zwei Ärzte das Gesundheitszentrum verlassen.

Nach der Insolvenz der Bauherrengemeinschaft Grüner Weg hatten die Berliner Investoren Holger Rausch und Rainer Bahr die Immobilie mit einer Verkaufsfläche von 2600 Quadratmetern gekauft. Sie wollten aus dem Gemischtwarenladen am Grünen Weg ein modernes Einkaufszentrum mit einem großen Supermarkt, Apotheke, Café, Bekleidungsläden und überdachter Ladenpassage machen.

Der Eingang der Sanicare-Verwaltung sollte von der Passage ans Parkhaus verlegt werden. „Ihr Platz“ wurde geschlossen, eine große Drogeriekette sollte einziehen.

Die Versandapotheke Sanicare und ihr Dienstleister Arvato sollten weitere Büroflächen erhalten, hatte Projektleiter Peter Brockhaus damals angekündigt. „An der Nachfrage expandierender Filialisten, ob im Food- oder im Nonfood-Bereich, zeigt sich die Bedeutung von Bad Laer“, sagte Brockhaus.

Investor Holger Rausch, an den Brockhaus verwies, teilte nun nach wochenlangen Anfragen mit, dass die Neustrukturierung des Centers noch nicht abgeschlossen sei: „Wir hatten dies im Oktober geplant, werden nun voraussichtlich bis Mitte Dezember soweit sein, dass wir die Struktur und Perspektive des Centers veröffentlichen können.“

Kein Bauantrag beim Kreis

In der Politik wurde über das Gesundheitszentrum zuletzt im März öffentlich beraten. Die Eigner wollten die Flächennutzung von einem Gewerbe- zu einem Sondergebiet ändern und die Bebauungspläne zusammenfassen. Hintergrund des Wunsches sind unter anderem die Beschränkungen in einem Gewerbegebiet. Hier dürfen sich nur Händler mit einer Fläche von bis zu 799 Quadratmetern ansiedeln. Aldi aber wollte sich vergrößern. Das geht im Gewerbegebiet nicht. Dem Baurecht zufolge sind Geschäfte ab 800 Quadratmetern nur in Kern- und Sondergebieten erlaubt.

Der Fachausschuss empfahl dann einen planerischen Neustart. Ein Gutachten zur Raumordnung sollte mehr Klarheit herbeiführen und geht einer Genehmigung durch den Landkreis voraus. Im März kündigten die Planer an, das Verfahren 2017 abschließen zu wollen. Beim Landkreis sei noch kein Bauantrag eingegangen, so ein Sprecher der Behörde.

Wie der Planungsstand aus Sicht der Gemeinde ist, ist unklar. Bauamtsleiter Stefan Pelz sagt, man habe vereinbart, abzuwarten, was im Gesundheitszentrum passiert. In die Verhandlungen mit Aldi sei er seit Längerem nicht mehr eingebunden gewesen, diese seien „Chef-Sache“. Man sei bemüht, Aldi eine Alternative anzubieten, das aber sei schwierig in Bad Laer.

Aldi möchte bleiben

Martin Golly, Leiter der Abteilung Immobilien und Expansion beim Discounter Aldi, erklärte dazu auf Anfrage unserer Redaktion: „Wir befinden uns mit dem Eigentümer in sehr guten Gesprächen mit dem Ziel, weiterhin in Bad Laer unsere Kunden bedienen zu können.“

Sicher ist, dass Vollsortimenter Combi das Gesundheitszentrum verlässt. Der 23. Dezember ist der letzte Öffnungstag. „Der neue Eigentümer der Immobilie hat von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht und Combi gekündigt“, erklärt die Sprecherin des Mutterkonzerns Bünting, Stefanie Schwenkenberg, auf Anfrage unserer Redaktion. Combi habe eine Fristverlängerung um sechs Monate bis Ende Dezember erreichen können. Bünting prüfe nun wirtschaftlich attraktive Standorte. „Nähere Angaben machen wir grundsätzlich erst, wenn sich entsprechende Absichten und Pläne verdichten.“

Umzug nach Bad Rothenfelde

Auch zwei Ärzte kehren dem Grünen Weg den Rücken. Der Orthopäde und Unfallchirurg Dr. Knut Freudenberg und seine Frau, die Gynäkologin Dr. Ulla-Britta Freudenberg, ziehen Anfang Januar mit ihrer Praxis in den Rabe-Neubau an der Bad Rothenfelder Salinenstraße um.

Seit einem Jahr ist die chirurgische Praxis von Dr. Raimund Wehmeyer und Diana Dieckmann Medizinisches Versorgungszentrum der Niels-Stensen-Kliniken. Diese wird nach Angaben der Niels-Stensen-Kliniken in Osnabrück im Gesundheitszentrum bleiben.


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