Rezeptbetrug und Urkundenfälschung Aus seiner Zeit vor Sanicare: Ermittlung gegen Apotheker Schein

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Laer Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die Ermittlungsakte gegen Volkmar Schein wurde nach seinem Tod geschlossen. Symbolfoto: dpaDie Ermittlungsakte gegen Volkmar Schein wurde nach seinem Tod geschlossen. Symbolfoto: dpa

Bad Laer. Was hat es mit den Ermittlungen auf sich, die Ingrid Schein in ihren Erinnerungen an die letzten Jahre ihres Mannes erwähnte? Nach Angaben ihres Anwalts wurden diese ohne Geldauflagen eingestellt. Das stimmt, ist aber nicht die ganze Wahrheit. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelte ab 2012 vier Jahre lang wegen Rezeptbetrugs gegen den früheren Sanicare-Gesellschafter Volkmar Schein. Mit seinem Tod wurden die Recherchen eingestellt.

Das erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Anfrage unserer Redaktion. Rezeptbetrug und Urkundenfälschung in seiner Losheimer Apotheke wurden Schein vorgeworfen. „Der Grundvorwurf war, dass Herr Schein höhere Beträge abgerechnet hatte, als er Medikamente ausgegeben hatte“, so Oberstaatsanwalt Christoph Rebmann. Der Schaden habe nach den damaligen Ermittlungen maximal bei einem „kleineren fünfstelligen Betrag“ gelegen.

Die Rezepte seien sehr plump gefälscht gewesen, „das war selbst für einen Laien erkennbar“, so Rebmann. Anlass der Ermittlungen sei eine Anzeige der Techniker-Krankenkasse gewesen, die ihre Ansprüche stellvertretend für alle betroffenen gesetzlichen Kassen geltend machte. Allerdings sei die Mitwirkungsbereitschaft der Kassen an der Aufklärung solcher Vorgänge eher schleppend, bemerkt Rebmann.

Für die Auswertung fehlte die Software

Dass sich die Ermittlungen so lange hinzogen, lag aber auch daran, dass der Staatsanwaltschaft für die Auswertung der Daten Scheins die Apotheken-Software fehlte. Ihrer habhaft zu werden, habe allein anderthalb Jahre gedauert. In der Folge sei Scheins Buchhaltung nie richtig ausgewertet worden.

Zwischenzeitlich habe der Anwalt Volkmar Scheins angeregt, das Verfahren gegen eine Geldauflage und eine Wiedergutmachung für die Kostenträger einzustellen. „Der Tod von Herrn Schein kam dazwischen“, so der Oberstaatsanwalt. Die Ermittlungen wurden eine Woche nach dem Suizid Scheins im August vergangenen Jahres eingestellt.

Streit um die Versandapotheke

Ein Todesermittlungsverfahren wurde ebenfalls eingestellt, nachdem ein Fremdverschulden ausgeschlossen werden konnte. 2013 hatte Schein Sanicare gekauft, ein Jahr später kam Christoph Bertram als Gesellschafter hinzu. Seit anderthalb Jahren liegen Ingrid Schein und Sanicare im Clinch um die Besitzanteile an der Versandapotheke.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN