Mehr Unterstützung gefordert Grünen-Fraktionschefin Piel beim Ladies Lunch in Bad Laer

Besuch von der Fraktionsvorsitzenden Anja Piel der Grünen beim Ladies Lunch in Bad Laer. Foto: Susanne PohlmannBesuch von der Fraktionsvorsitzenden Anja Piel der Grünen beim Ladies Lunch in Bad Laer. Foto: Susanne Pohlmann

Bad Laer. Auf Einladung der Grünen-Kreistagsabgeordneten Anna Kebschull stellte sich die Fraktionschefin der Grünen im Niedersächsischen Landtag, Anja Piel den Fragen politisch interessierter Frauen beim „Ladies Lunch“ im Gasthaus Große-Kettler in Bad Laer.

Gerade erst in der Sommerpause war Piel in der Region Osnabrück unterwegs gewesen, hatte Betriebe und Institutionen besucht, um sich ein Bild von den Problemen der Menschen und speziell der Frauen vor Ort zu machen. Die Gleichberechtigung von Frauen ist ist ihr seit vielen Jahren ein Anliegen, sodass sie gerne die Funktion als Frauenpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag übernahm, nachdem diese Position frei geworden war.

Twesten Nachfolgerin

Mit dem Wechsel von den Grünen zur CDU hatte die ehemalige Inhaberin des Amtes, Elke Twesten für Wirbel gesorgt und für Neuwahlen in Niedersachsen gesorgt. Denn der Landtag wurde daraufhin aufgelöst.

Den Damen, die sich zum Mittagessen mit der Spitzenpolitikerin trafen, lagen aber weniger frauenspezifische Themen am Herzen. Vielmehr warben sie für mehr Unterstützung durch das Land Niedersachsen in ihrem ganz normalen Alltag im südlichen Landkreis.

Tierschutz, Ärztemangel und Bildung

Da ging es um das mangelnde Engagement der Landesregierung für Dissen, dem nicht nur das Krankenhaus genommen wurde, auch wichtige Arbeitsplätze seien verloren gegangen. Weitere Fragen galten der Haltung zum Tierschutzgesetz, zur medizinischen Versorgung im ländlichen Raum, die Situation der Schulen angesichts der neuen Ansprüche zum Thema Inklusion, aber vor allem hatten sie diverse Fragen zum Umgang mit den Flüchtlingen.

Viele der Frauen am Tisch engagieren sich für die Flüchtlinge, sorgen für die neuen Mitbürger und deren Integration durch Betreuung und Sprachunterricht. Allerdings seien die Vorgaben aus der Landesregierung keine große Hilfe, da jeder Sachbearbeiter vor Ort sie nach seinem eigenen Verständnis auslege und individuelle Bedürfnisse ignoriert würden. Allerdings habe man es mit Menschen zu tun und da könne man nicht alles über einen Kamm scheren, berichteten die Damen aus ihrem Alltag. Dieses Problem sei bekannt, so Piel und sie wisse genau, dass alles, was bisher erreicht wurde, nur möglich war, weil es so engagierte ehrenamtliche Helfer und Helferinnen gibt. „Jetzt muss der zweite Schritt gegangen werden“, sagte Piel. „Damit sich die Menschen selbst versorgen können und mit ihrer Familie eine neue Heimat finden, brauchen sie Arbeit und eine Ausbildung.“

Hilfe individuell anpassen

Dafür müsse man ausreichend finanzielle Mittel langfristig zur Verfügung stellen. Auch bedürfe es machbarer Konzepte auf Landesebene, die in Zusammenarbeit mit den Betroffenen, den Unternehmen und der Politik entwickelt werden müssen. Piel: „Die Landespolitik muss solche Vorgaben machen, die vor Ort individuell und direkt mit den Betroffenen als Hilfe angepasst werden können.“ Und das seien auch ihre Ziele für die nächste Legislaturperiode.


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