Forderung von 325.000 Euro Sanicare: Klage gegen Schein-Witwe vor Landgericht

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Am Montag ist vor dem Landgericht Osnabrück eine weitere Klage gegen die Witwe des ehemaligen Sanicare-Eigentümers Volkmar Schein verhandelt worden. Es geht um eine Forderung in Höhe von 325.000 Euro. Foto: Anke SchneiderAm Montag ist vor dem Landgericht Osnabrück eine weitere Klage gegen die Witwe des ehemaligen Sanicare-Eigentümers Volkmar Schein verhandelt worden. Es geht um eine Forderung in Höhe von 325.000 Euro. Foto: Anke Schneider

Osnabrück. Die Witwe des ehemaligen Sanicare-Eigentümers Volkmar Schein muss sich seit Montag vor dem Landgericht Osnabrück verantworten, weil der kaufmännische Leiter der Bad Laerer Sanicare, Detlef Dusel, 325.000 Euro mit seiner Firma VFD von ihr fordert. Der Anwalt von Ingrid Schein sieht der Forderung gelassen entgegen.

Nach Angaben von Scheins Anwalt, Hermann Comtesse, ist es eine von vielen Klagen, mit der der aktuelle Sanicare-Gesellschafter Christoph Bertram sowie Detlef Dusel versuchen, die Witwe „fertigzumachen“. Dabei habe sich Dusel einen Titel in Höhe von 325.000 Euro gegen Schein erschlichen, indem er Mahn- und Vollstreckungsbescheide an die Adresse der Sanicare-Apotheke zustellen ließ. Der im vergangenen Jahr verstorbene Mann seiner Mandantin habe seinerzeit aber keine Kenntnis von der Forderung gehabt, weil er monatelang stationär im Krankenhaus gelegen hatte. Comtesse erklärt: „Somit hatte er keine Möglichkeit, Widerspruch gegen den Mahn- und Einspruch gegen den Vollstreckungsbescheid einzulegen.“

Das Oberlandesgericht Oldenburg gab ihm recht, kassierte in einer Berufungsverhandlung somit das Urteil des Landgerichts Osnabrück und stellte fest, dass die Zustellung an die Anschrift der Sanicare-Apotheke nicht ordnungsgemäß war. Das Oberlandesgericht Oldenburg verwies den Fall daher zurück an das Landgericht Osnabrück.

Die Vorsitzende Richterin betonte in der nur etwa zehnminütigen Auftaktverhandlung am Montag: „Streitendscheidend ist für mich: Ist eine Forderung abgetreten worden und ist diese Abtretung wirksam?“ Doch welche Abtretung ist damit gemeint? Die Forderung der offenen Handelsgesellschaft (OHG) BS hatte Bertram offenbar an Dusels Gesellschaft VFD Verwaltungen und Finanzdienstleistungen abgetreten. Fraglich ist nun, ob diese Abtretung wirksam war. Der Rechtsanwalt von Dusels Firma VFD Verwaltungen und Finanzdienstleistungen wollte auf Anfrage unserer Redaktion keine Stellungnahme zu dem Fall abgeben.

Nach Angaben von Comtesse resultieren die 325.000 Euro angeblich aus einem Negativkonto Scheins bei der OHG BS. Die Höhe des Negativkontos ist laut Comtesse unbekannt, weil BS die Auskunft verweigere.

Güteverhandlung gescheitert

Wie erwartet scheiterte eine Güteverhandlung am Montag vor dem Landgericht. Das Urteil soll am Montag, 25. September, 9 Uhr, im Saal 87 des Landgerichts verkündet werden.

Volkmar Schein hatte sein gesamtes Vermögen an Sanicare in die OHG BS (Bertram/Schein) Apotheken eingebracht. 2015 hatte Schein laut Comtesse bis auf fünf Prozent unentgeltlich alle Anteile an den neuen Mitgesellschafter Bertram eingebracht. Laut Dusel hat Bertram für die erste Tranche von 50 Prozent seine persönliche Haftung und etwa 650.000 Euro eingebracht, für weitere 45 Prozent 2,5 Millionen Euro. Dusel zufolge wäre Sanicare ohne das Geld pleite gewesen.

War Volkmar Schein geschäftsfähig?

Ingrid Schein versucht seit April 2016, den Gesellschaftervertrag zwischen Schein und Bertram und die Übertragung der Anteile an Bertram für unwirksam erklären zu lassen. Ihr Mann habe ohne Zustimmung über das eheliche Vermögen verfügt. Zudem soll ein Gutachten klären, ob Schein an den Tagen der Übertragungen geschäftsfähig war. Ihre Klage wird aktuell vor einem Familiengericht verhandelt.

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