Aus Liebe zu den Menschen Bad Laer: Leiterin St.-Maria-Elisabeth-Haus blickt zurück

Von Anke Schneider

Bärbel Bührs-Brinker fühlt sich im St. Maria-Elisabeth-Haus in Bad Laer pudelwohl. Seit Januar leitet sie als Nachfolgerin von Christine Frye die Einrichtung. Foto: Anke SchneiderBärbel Bührs-Brinker fühlt sich im St. Maria-Elisabeth-Haus in Bad Laer pudelwohl. Seit Januar leitet sie als Nachfolgerin von Christine Frye die Einrichtung. Foto: Anke Schneider

asr Bad Laer. Bärbel Bührs-Brinker fühlt sich im St. Maria-Elisabeth-Haus in Bad Laer pudelwohl. Seit Januar leitet sie als Nachfolgerin von Christine Frye die Einrichtung. Die 57-Jährige hat das Steuer ihres Berufslebens nochmal herumgerissen, weil sie den Menschen mit Beeinträchtigungen näher sein wollte.

Geboren und aufgewachsen ist Bärbel Bührs-Brinker in Lingen. Nach ihrem Abitur studierte sie in Münster Theologie und Sozialpädagogik. Während des Studiums arbeitet sie bereits ehrenamtlich in einer Jugendbildungsstätte in Rulle, wo sie nach dem Studium eine Stelle als Jugendbildungsreferentin antrat. „In den Sommer-Freizeiten bin ich erstmals mit Menschen mit Behinderungen zusammengekommen“, erzählt die Einrichtungsleiterin. Schnell merkte sie, dass das ihre Passion ist.

Unbedarft und unvoreingenommen

„Es ist fantastisch zu sehen, wie froh die Menschen sind, Selbstständigkeit zu erleben“, beschriebt Bärbel Bührs-Brinker, was ihr an dieser besonderen Personengruppe gefällt. Die Menschen seien unbedarft, unvoreingenommen, taktierten nicht und nähmen sich ganz selbstverständlich an.

Wirkungsbereich noch einmal wechseln

Nach zehn Jahren nahm die 57-Jährige den Job als Einrichtungsleitung für zwei Häuser mit mehreren Wohneinheiten der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück an. Hier war sie vor allem für das Personalcontrolling zuständig. Parallel hat sie von Februar 2015 bis Februar 2017 ein Studium in Sozialmanagement absolviert. Im Herbst tat sich die Stelle als Einrichtungsleitung des St. Maria-Elisabeth-Haus in Bad Laer auf. Bärbel Bührs-Brinker beschloss, ihren Wirkungsbereich nochmal zu wechseln. „Mir fehlte der Kontakt zu den Menschen“, sagt sie. So trat sie – im Studium noch in den letzten Zügen liegend – die Stelle zum 1. Januar an.

Wege der Verständigung

Ein Vierteljahr ist nun um und das erste Resümee bringt hervor, dass es die richtige Entscheidung war. „Selbstverständlich bin ich auch hier für Verwaltungsaufgaben, Personal und Netzwerkarbeit zuständig“, sagt die 57-Jährige. Es bliebe aber genügend Zeit, sich im Haus unters Volk zu mischen, die verschiedenen Wohngruppen zu besuchen und sich mit den Bewohnern zu befassen.

Was ihr in der Einrichtung besonders gut gefalle, sei die Wertschätzung, die das Personal den Bewohnern entgegenbringe. „Gerade bei den Schwerst- und Mehrfachbehinderten ist es wichtig, immer wieder Wege der Verständigung zu suchen, wenn Kommunikation über Sprache nicht geht“, sagt sie. Die Mitarbeiter im Haus hätten eine hohe Sensibilität in Bezug auf die ihnen anvertrauten Menschen. „Alle Menschen sind gleich, jeder hat seine Würde und das Recht, deutlich zu machen, was er möchte“, so Bührs-Brinker. Den Anspruch werde das St. Maria-Elisabeth-Haus voll gerecht.

Bad Laer integriert Menschen mit Behinderung

Schön finde sie auch, wie der Ort die Menschen mit Behinderungen zu integrieren versuche. Die Karnevalisten, der Schützenverein und andere Gruppen bezögen die Behinderten in ihre Feste ein. Die Bewohner besuchten wie selbstverständlich Geschäfte und Cafés im Ort und würden überall freundlich aufgenommen. „Man ist hier immer irgendwie mittendrin“, so Bärbel Bührs-Brinker. „Das ist nicht selbstverständlich.“ Zu verdanken sei das im Wesentlichen ihrer Vorgängerin Christine Frye, die stets bemüht gewesen sei, das Haus für Bad Laer und Bad Laer für das Haus zu öffnen.

Noch viel Potenzial

Trotz des guten Fundamentes in Bad Laer sieht die Leiterin der Einrichtung noch Weiterentwicklungsmöglichkeiten für das Haus. „Durch das Bundesteilhabegesetz gibt es noch viel Potenzial“, sagt sie. Eines der Ziele sei, die Ambulantisierung weiter voranzutreiben. Auch an die Zusammenarbeit mit weiteren Kooperationspartnern denkt sie. „Mit der Caritas als Träger haben wir eine große Fachlichkeit im Hintergrund.“ Im Moment genießt Bärbel Bührs-Brinker jedoch noch die Atmosphäre im Haus, sowie den Kontakt zu den Menschen. Sie lässt sich von den Bewohnern im Büro besuchen und zu Kaffeerunden einladen. Das sei genau das, weswegen sie ihren beruflichen Weg überhaupt eingeschlagen habe.

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