Grundstein liegt, Keller steht Holzheizwerk in Bad Laer: Aus Grünabfall wird Wärme

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Laer Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Bad Laer. Die Bulle ruht im Beton. Die nagelneuen Spaten für die Honoratioren sind nach dem ersten Gebrauch leicht angeschmutzt. Der Grundstein für das Holzheizwerk der Awigo-Ten-Tochter Grünwärme liegt, der Keller steht. Ab Herbst wird Up de Heuchte durch das Verbrennen von Grünabfall Fernwärme erzeugt.

1,1 Millionen Euro kostet es, künftig 200 Haushalte, das Gesundheitszentrum und das Maria-Elisabeth-Heim mit Wärme zu versorgen, nachdem sich der Baustart über Monate verzögert hatte.Dafür wird holzige Biomasse von den Grünabfallplätzen des Landkreises geschreddert, sortiert und biologisch getrocknet. 2300 Tonnen pro Jahr landen per Lastwagen im 180 Quadratmeter großen Bad Laerer Lager mit 630 Schüttraummetern Volumen für verschiedene Materialien.

14 Tage nonstop

Diese werden für ein gleichbleibendes Brennergebnis gemischt. „Wenn eine Charge nicht so gut ist, können wir sie untermischen. Das beflügelt den Brennprozess, so entsteht weniger Asche“, erläutert Projektleiter Christian Leugers. Die Lagermenge reicht für 14 Tage Dauerbetrieb aus.

Mit dem Radlader werden die Holzschnitzel in die Kammer mit dem Schubboden gebracht. Ist diese voll, kann das Heizwerk drei Tage lang autark laufen, denn die Biomasse gelangt vollautomatisch ins Heizhaus, wo sie in ein einer Kesselanlage verbrannt wird. Die entstandene Wärme erhitzt Wasser für das Nahwärmenetz.

Mit Wärmespeicher

Wird mehr Wärme erzeugt, als die Verbraucher abrufen, lassen sich 36 Kubikmeter im Pufferspeicher der Anlage parken. Fällt das Heizwerk aus, übernimmt ein 280 Meter entfernter, moderner Erdgaskessel.

Landrat Michael Lübbersmann lobte das „tolle Konzept“, das alles beinhalte, was der Landkreis im Rahmen seines Masterplans für das Klima gerne unterstütze – umso lieber, als das Holzheizwerk wirtschaftlich arbeite.

Geschlossener Kreislauf

„Und die holzige Fraktion bleibt jetzt auch im Landkreis“, freute sich Awigo-Chef Christian Niehaves: So würden die Kreisläufe maximal geschlossen. Aus dem Grünabfall im Landkreis werden Kompost, Pflanzenerde und nun auch Wärme. „Alles wird verwertet.“

Wie es mit dem Emissionsschutz aussieht, wollte Bad Laers Bürgermeister Franz Vollmer als Interessenvertreter der Bürger wissen. „Die Anlage ist vom Gewerbeaufsichtsamt geprüft“, berichtete Leugers. Dieses messe kontinuierlich die Emissionswerte. Ein Multizyklon-Filter filtere maximal viele Aschepartikel heraus, „mancher Kaminofen emittiert mehr“, urteilte der Projektleiter. Was ihm noch wichtig ist: „Wir verwerten hier schnell wachsende Hölzer, keine alten Bäume.“

Erster Grundstein

Die Bulle als Inhalt des Grundsteins befüllte Architekt Björn Hawes mit der aktuellen NOZ, der Betriebsgenehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz und einer Tranche aktueller Münzen. TEN-Vorstand Peter Obermeyer, Niehaves und Leugers griffen zum Spaten, um die Bulle unter Schippen voll Beton zu versenken. Das Wetter hielt: Leugers konnte sich freuen. Seine erste Grundsteinlegung verlief pannenfrei. Fünf Minuten später donnerte ein Wolkenbruch in den Heizwerk-Keller.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN