Intonierter Frühling „Sa-e-itensprünge“ mit schwungvollem Konzert in Bad Laer

Boten einen unterhaltsamen Querschnitt aus Volkslied, Musical und Schlagern ebenso sing-freudig wie gekonnt, die Familiengruppe „Sa-e-itensprünge“(von links) Klaus-W. Görtz und Töchter Charlotte, Jasmin, Silvia und Angela. Foto: Rolf HabbenBoten einen unterhaltsamen Querschnitt aus Volkslied, Musical und Schlagern ebenso sing-freudig wie gekonnt, die Familiengruppe „Sa-e-itensprünge“(von links) Klaus-W. Görtz und Töchter Charlotte, Jasmin, Silvia und Angela. Foto: Rolf Habben

Bad Laer. Mit einem schwungvollen Konzertvergnügen begeisterte die A-Capella-Gruppe „Sa-e-itensprünge“ das gut besuchte Haus des Gastes in der Blomberg-Klink. Unter dem musikalischen Motto „Ein Vogel wollte Hochzeit halten“ sorgte das Familien-Ensemble mit einem Querschnitt frühlingshafter Lieder und musikalischer Zeitreise für beste Unterhaltung.

A-Capella, Musik nach Art der Kapelle, ist die Kunst, mehrstimmig mit oder auch gänzlich ohne Instrumentalbegleitung aufzutreten. Klaus-W. Görtz und seine vier Töchter Angela, Silvia, Jasmin und Charlotte brachten neben vier- bis fünfstimmigem Gesang daher auch Lieder mit Zither und Gitarre zum Erklingen. Mit sangesfreudiger Präsenz und viel Temperament zeigte sich ein gutaufgelegt agierendes Quintett im lockeren Wechsel zwischen Soli, Duett oder mehrstimmigem Vortrag. Aus ihrem umfangreichen Repertoire hatte das „Familienunternehmen“ eine bunte Liedermischung ausgewählt, die in einem Streifzug der Jahreszeit angepasste frisch-fröhliche Lieder, teils im moderneren Gewand präsentierte.

„Eine helle Flöte“

Auf den stimmgewaltigen Einzug mit „Es geht eine helle Flöte“ folgte das allseits bekannte „Alle Vögel sind schon da“. Ungewöhnlich die verschiedenen Varianten der Volksweise „Ein Vogel wollte Hochzeit halten“, die zwei ersten Strophen im Original, dann in der gewollten melodischen und rhythmischen Verfälschung eines Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven.

Ungewöhnlich auch die Vorstellung der Sangesgruppe eingangs mit der Eigenkomposition „Unser Lied“, die textlich auch das Familienleben zum Inhalt hatte. Während der erste Part des Auftritts von Volksliedern durchsetzt war, arrangierte „Sa-e-itensprünge“ im zweiten Teil Liedmaterial aus Liebesliedern und aus der Welt des Schlagers. Coverversionen wie „Schuld war nur der Bossa Nova“ und „In einer kleinen Konditorei“ oder „Wochenend´ und Sonnenschein“ als Gassenhauer. Jazzig vorgetragen, sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache, der Titel „Ain´t she sweet“. Mehr aus Bad Laer

„Der Überzieher“

Zum anderen wurden eigens zur Jahreszeit geschriebene und komponierte Lieder verwendet, wie beispielsweise „Der Frühling“, das Tochter Charlotte im Deutschunterricht getextet und Vater Görtz melodisch umgesetzt hat. Den lautesten Applaus erntete das humorvolle „Der Überzieher“ mit Görtz an der Zither, von Tochter Silvia mit überzeugender Mimik und Gestik vorgetragen und im Refrain vom Publikum mit eingestimmt.

Die Doppeldeutigkeit des Namens der Gesangsgruppe „erkläre sich zum einen aus den Saiten des Instruments und zu anderen aus den Seiten der Texte, letztlich auch daraus, dass seine Töchter untereinander mehrfach die Seiten wechselten“, erläutert der pensionierte Musiklehrer der Kreismusikschule. „Aber alle meine Töchter sind nicht das Ergebnis von Seitensprüngen“, versichert Görtz.

Fingerschnipsen

Sie seien eine Gruppe, die sich dem klassischen A-Capella-Stil verschrieben habe, erläutert Görtz im Gespräch. Wegen der verschiedenen Aufgaben sei daher die Aufteilung in Melodie- und Rhythmusgruppe a-capella-typisch. Während Görtz mitunter die Solostimme übernahm, sorgten die voluminösen Stimmen seiner vier Töchter für die melodische und rhythmische Begleitung, gelegentlich untermalt durch Fingerschnipsen. „Wir bewegen uns durch die Jahrhunderte weltlicher und geistlicher Musik“, so Görtz.

Und das spiegelte sich auch im Programm äußerst unterhaltsam wider. Das Ensemble bot einen Querschnitt aus Volkslied, geistlichem Liedgut wie Knut Nystedts „Gelobt sei der da kommt“, sowie aus Musical und Schlagern. Einen Hauch von Gospel vermittelte die Zugabe „Si ma ma ka“, die als afrikanisches Liedgut mit einem von morgens bis abends pickenden Huhn jedoch alles andere als einen geistlichen Inhalt hatte.


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