KAB und Kirche im Wandel Ortsverband Bad Laer diskutiert mit Pfarrer Maik Stenzel

Über den gesellschaftlichen Wandel sprach Pfarrer Maik Stenzel auf Einladung von Bernhard Strothmann bei der KAB Bad Laer. Foto: Petra RopersÜber den gesellschaftlichen Wandel sprach Pfarrer Maik Stenzel auf Einladung von Bernhard Strothmann bei der KAB Bad Laer. Foto: Petra Ropers

Bad Laer. Ihre Doppelrolle ist heute schwieriger denn je: Als die „Stimme der Kirche in der Arbeitswelt und die Stimme der Arbeitswelt in der Kirche“ versteht sich die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) mit ihren Ortsverbänden. Über Veränderungen und Herausforderungen diskutierte der Ortsverband Bad Laer mit Pfarrer Maik Stenzel.

Der gesellschaftliche Wandel hat längst sowohl die Kirche als auch die Vereine und Verbände erreicht. Sozialverbände wie die KAB sind davon nicht ausgenommen. „Junge Leute sind heute auf Wechsel gepolt“, stellte Pfarrer Stenzel als Referent fest. Berufliche Flexibilität werde als selbstverständlich vorausgesetzt. Umorientierungen im Zuge mehrerer Ausbildungen seien nicht selten. Und dieser Trend setze sich auch im Privatleben fort: Befristetes Engagement ersetze langfristige Bindungen.

Reagieren statt kritisieren

Für die KAB, aber auch für die Kirche selbst stellt sich da die vom Bad Laerer KAB-Vorsitzenden Bernhard Strothmann formulierte Frage: „Wie lassen sich Jugendliche und junge Erwachsene an Kirche, Vereine und Verbände binden?“ Die Antwort des Pfarrers und Referenten klingt nur vordergründig pessimistisch: „Unter den derzeitigen Umständen geht das nicht.“ Denn auch wenn sich die Entwicklung nicht umkehren lässt, so können Kirche und Verbände doch darauf reagieren: „Junge Leute sind durchaus bereit, sich temporär zu binden und zu engagieren“, betonte Stenzel.

Voraussetzung dafür sei allerdings, dass sie in Bereichen angesprochen werden, die ihnen wichtig sind. Als unverändert hoher Wert gilt dabei einer breiten Mehrheit die Familie. „Wir müssen für die Familien da sein“, formulierte der Pfarrer die Schlussfolgerung. Die Pfarreiengemeinschaft Bad Laer-Remsede hat daraus mit speziellen Gottesdienst-Angeboten bereits die Konsequenz gezogen. Ziel müsse es sein, junge Menschen ernst zu nehmen, sie anzunehmen und ihnen dabei auch ihre Freiheiten zu lassen: „Damit schaffen wir keine langfristigen Bindungen. Aber vielleicht schaffen wir es, sie zu begeistern und ihnen zu vermitteln: Hier darfst du sein!“ Mehr aus Bad Laer

Kirche und Arbeitswelt

Die KAB als Sozialverband steht nach den Worten von Heinz-Otto Babilon noch vor einer weiteren Herausforderung: „Kirche kommt in der Arbeitswelt immer weniger vor.“ Die Frage stellt sich daher, wie und mit welchen Schwerpunkten Kirche – nicht zuletzt über die KAB - in die Arbeitswelt hineinwirken kann. Für Pfarrer Stenzel muss sich auch hier der Blick auf die Bedürfnisse der jungen Menschen richten.

Der gesellschaftliche Wandel beeinflusst unterdessen auch das eigene Verhältnis von Sozialverband und Kirche. Denn eine ständige persönliche Präsenz des Pfarrers bei Veranstaltungen etwa der KAB ist längst nicht mehr möglich. Maik Stenzel ist jedoch überzeugt: „Die Verbände können auch ohne starke hauptamtliche Unterstützung funktionieren.“ Und sie werden es müssen. Denn die Talsohle beim Rückgang der Priesterzahlen ist nach seiner Einschätzung noch lange nicht erreicht.


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