Leuchtkraft mit Ausdruck Neue Fenster bringen Farbe in die Wegekapelle Müschen

Über die positive Resonanz auf die neuen Fenster freuen sich Architektin Miriam Kopp, Stephan Niebrügge vom Kapellenverein, Künstlerin Cynthia Tokaya und Jörg Derix von den ausführenden Werkstätten (von links). Foto: Petra RopersÜber die positive Resonanz auf die neuen Fenster freuen sich Architektin Miriam Kopp, Stephan Niebrügge vom Kapellenverein, Künstlerin Cynthia Tokaya und Jörg Derix von den ausführenden Werkstätten (von links). Foto: Petra Ropers

Bad Laer. Der Himmel meinte es gut mit dem Kapellenverein Müschen: Er schickte pünktlich zur Präsentation der neuen Fenster einen Sonnenstrahl auf die Wegekapelle und ließ so die Farben in all ihrer Strahlkraft leuchten.

Viele Interessierte drängten sich am Sonntag in der kleinen Kapelle, die sich nun mit den lang ersehnten Motivfenstern schmückt. Für ihre Gestaltung gewannen der Vereinsvorstand und die Planerin Miriam Kopp die Düsseldorfer Künstlerin Cynthia Tokaya. Ihre Entwürfe stellte der Kapellenverein bereits im Sommer vergangenen Jahres auf Folie vor. Nun entfalten die fertigen Fenster in der glasmalerischen Umsetzung durch die Hein-Derix-Werkstätten Kevelaer ihre intensive Leuchtkraft.

Der „Weg“ als thematischer Leitfaden

Der „Weg“ war für die Wegekapelle der naheliegende thematische Leitfaden, der sich durch zwei große und drei kleine Fenster zieht. Dabei lohnt es sich, genauer hinzuschauen – auf das in sonnigen Tönen erstrahlende Fenster nahe dem Eingang etwa, das den Weg nach Emmaus in den Mittelpunkt stellt. Das Evangelium benenne nur einen der beiden Jünger, denen Jesus unterwegs begegnet, mit Namen, erklärte die Künstlerin bei der Präsentation.

Sie nahm sich deshalb die Freiheit, eine Frau in die Szene zu stellen. Denn die Freude, mit Jesus unterwegs zu sein, kenne weder Geschlecht noch Alter. Darauf verweist auch das rechte der kleinen Fenster, das sich den Firmlingen und ihrer Berührung durch den Heiligen Geist widmet. „Gottes Wege sind unergründlich“, lautet der Titel des zweiten großformatigen Fensters, das die Liebe Gottes reflektiert sieht wie das Sonnenlicht durch den Mond. Als immer wiederkehrendes Motiv findet sich auch hier der Kreis als sinnreiches Symbol.

150 Jahre altes Verfahren

Von Beginn an seien farbige Glasfenster für die Wegekapelle vorgesehen gewesen, erinnerte Stephan Niebrügge für den Vereinsvorstand. Auf der Suche nach einer ausdrucksstarken Umsetzung entschied sich der Kapellenverein nach eingehender Überlegung und Diskussion schließlich für ein Verfahren nach historischem Vorbild: Verwendet wurde dabei mundgeblasenes Echtantikglas, das gemäß 150-jähriger Tradition hergestellt wird. „Dieses Glas ist das einzige, das die Farben derart leuchten lässt“, erklärte Jörg Derix vom ausführenden Unternehmen.

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Die Farben selbst sind nicht nur aufgetragen, sondern eingebrannt, damit diese Leuchtkraft auch dauerhaft erhalten bleibt. Die großen Fenster setzten die Fachleute dabei aus drei Teilstücken zusammen, um Spannungen innerhalb des Glases zu vermeiden. Von der einzigartigen Wirkung konnten sich die Besucher der Präsentation bereits am Sonntag überzeugen. Den Segen erhalten die Fenster Anfang Mai durch Bischof Franz-Josef Bode während seines Besuchs in Bad Laer. Mehr aus Bad Laer

Zwischenstopp

Die Müschener Wegekapelle lädt täglich von 8 bis 21 Uhr zum Gebet oder auch einfach nur zu einem Zwischenstopp auf dem Weg ein.


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