Gesundheitszentrum 2.0 Bad Laerer Ausschuss empfiehlt planerischen Neustart

Von Frank Muscheid


Bad Laer. Mit baulichen Anpassungen, neuer Flächenaufteilung und Umwidmung zum Sondergebiet wollen die Berliner Gesundheitszentrums-Eigner am Geschäftsmix festhalten. Der Planungsausschuss Bad Laer empfahl die Aufstellung einer neuen Flächenplanung.

In dem vom Ausschuss einstimmig empfohlenen Verfahren geht es darum, die Flächennutzung von Gewerbe- auf Sondergebiet zu ändern und die Bebauungspläne Nr. 313 „Östlich Grüner Weg“ und Nr. 313 Teil A „Östlich Grüner Weg“ zum B-Plan „SO-Gebiet Grüner Weg“ zusammenzufassen. Einige Ausschussmitglieder deuteten aber schon künftigen Diskussionsbedarf an. Nach der Insolvenz war im vergangenen Jahr die Immobilie an die beiden neuen Investoren Holger Rausch und Rainer Bahr veräußert worden. Die planen beim Geschäftsmix aus Ärztehaus, Versandapotheke, Apotheke, Lebensmittel- und Einzelhandel zu bleiben und wollen mit kleineren baulichen Veränderungen die Aufenthaltsqualität verbessern, während Rehaangebote, Ärztehaus und die Versandapotheke im Erdgeschoss als großer Bad Laerer Arbeitgeber bestehen bleiben sollen. Der über das Büro „OttenArchitekten“ aus Korschenbroich derzeit eingeschaltete Stadtplaner Thomas Lang von B.K.S Ingenieurgesellschaft mbH Trier und Architekt Martin Dielen gaben einen ersten Überblick über das Vorhaben.

Keine Gebäudevergrößerung geplant

Beide erklärten, sie wollten die Karten offenlegen und stünden jederzeit für Auskünfte zur Verfügung. Unter anderem soll in einem 300 Quadratmeter umfassenden „Riegel“, der derzeit für den Combi-Markt noch als Hochlager dient, eine Decke eingezogen werden. So entstünde dort laut Architekt zusätzliche Verkaufsfläche und im Geschoss darüber eine Erweiterung für die Ärzte. Insgesamt sinke der Flächenanteil des Lebensmittelhandels, so die Planer. Die Ladenpassage soll überdacht, an den Eingängen geschlossen und so freundlicher werden. Geplant ist dort auch eine attraktivere Lebensmittelmarkt-Front. Außerdem soll ein zusätzlicher Ost-Eingang her.

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Sondergebiet für Einzelhandel

Die planerischen Voraussetzungen sollen für den Einzelhandel verändert werden. So soll aus den Teil-Gewerbegebieten ein Sondergebiet werden, für das explizit die Gewerbeformen festgelegt würden. Für das bislang unbebaute östliche Grundstück würden die Eigner gern eine Bebauungsoption einschreiben, um sich spätere Expansionen offen zu halten. Mit dem bisherigen Gewerbegebiet sei die Gemeinde sogar weniger restriktiv gefahren, betonten die Planer. In einem Gewerbegebiet können sich Händler mit einer Fläche bis zu 799 Quadratmeter ansiedeln. Denn das Baurecht klassifiziert erst Einzelhandel ab einer Größe von 800 Quadratmetern als „großflächig“ mit Auswirkung auf die städtebauliche Entwicklung und Ordnung. Solche Betriebe sind nur in Kerngebieten und Sondergebieten zulässig.

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Sorge um Ortskern

Unter anderem deutete Siegfried Wellmeyer (CDU) schon Diskussionsbedarf gerade hinsichtlich der beabsichtigen Stärkung des Ortskerns an. Auch ein Gutachten zur Raumordnung geht einer Genehmigung durch den Landkreis und einem Ja zu konkreten Geschäften voraus. Dielen und Lang kündigten an, das Verfahren in diesem Jahr abschließen zu wollen. Stefan Niebrügge (BBL) betonte, der Aufstellungsbeschluss sei wegen einer unzureichenden Genehmigung in der Vergangenheit notwendig. Die Kosten für Planung und Gutachten wollen die Eigentümer tragen. Mehr aus Bad Laer


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