Nichts für Stubenhocker 22. Oldie-Fete rockt Westerwiede

Von Rolf Habben

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Bad Laer. Die „Westerwieder Bauernstuben“, ansonsten eher beschauliches Ausflugsrestaurant, waren am Wochenende nichts für Stubenhocker. Einmal mehr verwandelte sich die gute Stube zum neudeutschen „Hot Spot“ für tanzbegeisterte Discojünger und Partygänger beiderlei Geschlechts und jedes Alters. Bereits im 22. Jahr servierte Disc Jockey Heiner Hülsmann zur Bad Laerer Oldie-Fete seine heiße Scheiben als Gericht vom Plattenteller.

Für Insider längst kein Geheimtipp mehr, ist die Oldie-Fete zu einer Institution mit Kultstatus weit über den Südkreis hinaus geworden. Es überrascht auch schon lange nicht mehr, das Haus von Hubert Schowe, Inhaber der Bauernstuben, platzte wiederum aus allen Nähten. Chefkoch Hülsmanns Party-Küche blieb daher auch bis in die frühen Morgenstunden nicht kalt, denn alles andere als „kalte Platten“ stand auf der Menü-Karte. Vielmehr galt es, heiße Scheiben auf der Tanzfläche zu verköstigen, und die war durchgängig prallvoll.

Tanz ohne Pause

Zu Beginn zwar mit leichten Anlaufschwierigkeiten, wo noch Tanzschritte alter Schule als Danz op de Deel gesetzt werden konnten, waren den Figuren zu fortgeschrittener Stunde weit engere Grenzen gesetzt. Dicht gedrängtes Abhotten bis zum ersten Hahnenschrei war auf dem Parcours angesagt. Und das ohne Pause, was auch für Hülsmann galt. Im gesetzteren Alter selbst ein Oldie, wirkt der DJ nicht allein schon deshalb authentisch, auf der schmalen Bühne lebt er seine Oldie Fete voll aus. Virtuos bearbeitet er gleich zwei Plattenspieler, zwischendurch hantiert er mit den Silberlingen seines CD-Players und erfüllt auch den einen oder anderen Wunsch aus dem Publikum.

Querbeet durch die Dekaden populärer Musik der 60er und 70er Jahre ging es mit Beat, Soul, Funk, Flower Power, Disco und Rock. Popmusik der „Roaring Sixties“ aus dem damaligen „Swinging London“ waren die Grundzutaten seiner Rezeptur. Sie leben noch immer und sind zeitlos aktuell, die Legenden der Pop-Musik, längst verstorbene Interpreten oder aufgelöste Bands.

Beatles, Stones, Kinks...

Fachgerecht gelagert, entkorkte DJ Hülsmann kaum angestaubte Jahrgänge aus seinem musealen Keller und schob sie wieder ans Tages- oder besser ins Rampenlicht. Zu neuem Leben erweckt, zauberten die Tonarme seiner Plattenspieler Klassiker der Beatles, Stones, Kinks, Beach Boys oder CCR und Status Quo aus den schwarzen Rillen der Vinylscheiben. Auch T.Rex, Sweet, Michael Jackson, The Bee Gees oder Kool & the Gang verbreiteten ebenso die unverkennbar nostalgische Atmosphäre vergangener Zeiten, wie die Hits von Supertramp, Pink Floyd, Genesis oder den Dire Straits.

Spenden aus Erlösen

Seit 1995 veranstaltet Hülsmann seine Oldie-Fete. Seine „Lehre“ absolvierte er von 1974 bis 1987 mit „Heiner´s Disco Show“ als Vorläufer in Zeltfeten und Sälen rund um Osnabrück. Aber auch einen ernsteren Hintergrund haben seine ausgelassenen Parties. In Zusammenarbeit mit der Familie Schowe hat Hülsmann in der Vergangenheit etliche karitative Organisationen und kulturelle Zwecke aus den Erlösen seiner Oldie Feten unterstützt. Im vergangenen Jahr gingen die Mittel an den Förderverein zugunsten der an Leukämie erkrankten zehnjährigen Lea Sophie aus Bad Rothenfelde , die der Kinderkrebshilfe an der Uni in Münster zugute kamen. Unter großem Beifall der Partygäste konnte Hülsmann am Abend verkünden, dass Lea Sophie auf dem Wege der Besserung sei. In diesem Jahr geht das Geld an die „DSAI“ – eine Patientenorganisation für angeborene Immundefekte.


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