Eigentümer: Landkreis bremst Gesundheitszentrum Bad Laer: Aldi geht, Drogerieriese kommt

Die Ladenpassage des Gesundheitszentrums soll ein neues Gesicht bekommen. Foto: Achim KöppDie Ladenpassage des Gesundheitszentrums soll ein neues Gesicht bekommen. Foto: Achim Köpp

Bad Laer. Aldi geht: Weil sich der Discounter im Bad Laerer Gesundheitszentrums nicht vergrößern darf, verlässt er den Grünen Weg. Kommen soll ein großer Drogeriemarkt, Ihr Platz wird geschlossen.

So viel soll feststehen. Ansonsten aber stagnieren die Pläne der neuen Berliner Eigentümer für das Gesundheitszentrum . Vorgesehen ist, dass der Eingang zur Verwaltung von Sanicare von der Passage ans Parkhaus umzieht. „Dort soll ein schöner, neuer Eingang entstehen“, kündigt Projektleiter Peter Brockhaus an. Zusätzliche Büroflächen sollen Sanicare und sein Dienstleister Arvato in leer stehenden Räumen bekommen.

Apotheke bleibt am alten Standort

Sanicare gibt das Sanitätshaus und die Ihr-Platz-Drogerie auf. Die Apotheke liegt dann gegenüber dem neuen Kassenbereich des künftigen Lebensmittelmarktes. „Welcher Vollsortimenter es sein wird, wissen wir noch nicht“, sagt Peter Brockhaus. Alle Ärzte bleiben, die Zahnärztin soll Praxisräume ebenfalls auf der dritten Ebene beziehen. “Wir haben aufgrund der Insolvenzordnung alle Mietverträge zum 30. Juni 2017 gekündigt und schließen nun mit den meisten Mietern neue Verträge ab.“

Mit Aldi nicht. Wie das Unternehmen auf Anfrage unserer Redaktion Montagmittag bestätigte, wurde auch Aldi gekündigt. „Über die weiteren Entwicklungen in Bad Laer können wir noch keine Aussage treffen“, erklärte das Unternehmen mit Blick auf die Frage, ob der Discounter Bad Laer ganz verlässt oder eine Alternativfläche sucht.

Dass es mit der Umsetzung der Umbaupläne für das Gesundheitszentrum hakt, liege an den Bebauungsplänen für das Areal, so Brockhaus. „Beide sind unklar und widersprüchlich, wie Juristen sagen: praktisch funktionslos“, ärgert sich der Projektentwickler, das führe ein Rechtsgutachten über die Pläne aus.

Keine zusätzliche Verkaufsfläche

„Wir können die Rechtsqualität der Bauleitplanung nicht einschätzen“, sagt Bad Laers Bürgermeister Franz Vollmer dazu. Eine Gegenprüfung sei noch nicht in Auftrag gegeben worden. Brockhaus: „Deshalb sind wir der Meinung, dass die Bebauungspläne zugunsten eines neuen aufgehoben werden sollten, damit Ordnung in das Bebauungsgebiet kommt.“ Aber solch ein Planverfahren ist langwierig. Und der Landkreis habe noch keine endgültige Stellungnahme abgegeben, so Brockhaus.

„Wir wollen ja keine Vergrößerung der Verkaufsflächen, nutzen keinen zusätzlichen Quadratmeter, alles bleibt im Rahmen der Gebäudeflächen. Es geht lediglich um Nutzungsänderungen.“ Doch selbst die akzeptiere der Kreis nicht. Die Lebensmittelfläche würde netto um 300 bis 400 Quadratmeter verkleinert, wenn Aldi mit 800 Quadratmetern wegfällt und Combi oder ein anderer Vollsortimenter 500 Quadratmeter größer wird. Brockhaus: „Selbst das will man nicht genehmigen.“

Politik, Gemeinde und Investoren

Den Fraktionen und dem Bürgermeister haben die Investoren ihr Konzept vorgestellt: Mit beiden Seiten sei man in gutem Einvernehmen, „ wir planen ja ganz bewusst kein Schmuckgeschäft oder irgendetwas, das innerstädtisch relevant ist “.

„Wir haben uns gefreut, dass die neuen Eigentümer auf uns zugekommen sind“, bestätigt Vollmer das gute Einvernehmen. Die Gemeinde wolle die Entwicklung am Grünen Weg begleiten und gemeinsam mit den Eigentümern nach Lösungen suchen.

Erste Möglichkeit wäre ein neuer Bebauungsplan, eine andere eine Befreiung von Festsetzungen des Bebauungsplanes durch eine erteilte Baugenehmigung. Gemeinde und Eigentümer hätten vereinbart, dass man mit dem Landkreis spricht, um die Vorgehensweise abzustimmen. Vollmer: „Wir haben signalisiert, dass wir diesen Weg mitgehen. Die Gemeinde hilft gerne, der Ball liegt jetzt beim Landkreis als Genehmigungsbehörde.“ Er müsse sagen, unter welchen Voraussetzungen er die Genehmigung erteilen kann.

Kein konkreter Antrag

Der Landkreis erklärt dazu auf Anfrage unserer Redaktion: „Die Planungshoheit und der Umgang bzw. eine Änderung oder Aufhebung des aktuellen Bebauungsplanes ist eine reine Angelegenheit der Gemeinde. Eine konkrete Planung oder ein Bauantrag liegen beim Landkreis (bislang) nicht vor.“


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