Nur wenig Bauland Südkreis: Wie werden Baugrundstücke vergeben?

Von Andrea Pärschke

Die Baugrundstücke sind mittlerweile rar gesäht. Viele Kommunen greifen daher auf Punktesysteme und Kriterienkataloge zurück um die Vergabe sachlich nachvollziehbar zu machen. So geschehen ist dies auch bei der Vergabe des Baulandes an der Lindenallee in Bad Rothenfelde. Foto: Achim KöppDie Baugrundstücke sind mittlerweile rar gesäht. Viele Kommunen greifen daher auf Punktesysteme und Kriterienkataloge zurück um die Vergabe sachlich nachvollziehbar zu machen. So geschehen ist dies auch bei der Vergabe des Baulandes an der Lindenallee in Bad Rothenfelde. Foto: Achim Köpp

Bad Laer. Viele möchten bauen. Doch Grundstücke im südlichen Südkreis sind rar. Die NeueOZ fragte deshalb nach: Wo ist noch Bauland frei und nach welchen Kriterien wird es vergeben?

Niedrige Zinsen und immer weniger Bauland: „Die Nachfrage ist momentan höher als das Angebot“, sagt Christian Meyer, Projektleiter bei der Niedersächsischen Landgesellschaft mbH. Er versuche daher immer wieder, Gemeinden und Städte im Landkreis zu motivieren, denn Bauland lohnt sich. Zudem organisiert die NLG die Vergabe der Bauplätze an Bewerber. Die Kriterien sind alleine Sache der Gemeinden und Städte.

Wenig Bauland

„Noch vor einigen Jahren dauerte es manchmal lange, bis alle Bauplätze vergeben waren“, berichtet Stefan Pelz, Bauamtsleiter von Bad Laer. Jetzt hat sich das Blatt gewendet. Genauso sieht es auch in Glandorf und Bad Rothenfelde aus. „In Dissen war die Lage mal sehr entspannt“, erinnert sich auch Christian Meyer. Doch seit in den vergangenen Jahren 70 stadteigene Baugrundstücke verkauft wurden, sind nur noch wenige frei. Allerdings tut sich gleichzeitig auch etwas. So sind für die Kleinstadt im Jahr 2017 etwa 50Baugrundstücke geplant. Auch in Bad Laer stehen in Zukunft einige Projekte an: Elf Grundstücke sind sicher – es könnten in Zukunft deutlich mehr werden. In Glandorf werden ebenfalls neue Baugebiete erschlossen. „Allerdings gibt es auch schon viele Anfragen“, sagt Rainer Stockhoff von der Gemeinde Glandorf. Bad Rothenfelde plant noch nicht konkret, stellt „aber Überlegungen an“, wie Günter Rolf, Leiter der Bad Rothenfelder Bauabteilung, erklärt.

Vergabekriterien

Trotzdem: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass nicht alle Interessenten ein Grundstück bekommen. Sachlich nachvollziehbare Vergabekriterien werden immer wichtiger. Aus diesem Grund denkt nun auch die Gemeinde Bad Laer über ein Punktesystem nach, das es in Bad Rothenfelde und Glandorf bereits gibt. In den beiden Letzteren sind die Kriterien von Baugrundstück zu Baugrundstück unterschiedlich. „Damit möchten die Kommunen den Gebieten oftmals einen bestimmten Charakter geben oder eine bestimmte Mischung erzeugen“, erklärt Christian Meyer. In Bad Laer dagegen soll ein System alles abdecken.

Im Groben sind die Kriterien jedoch ähnlich: Punkte gibt es für die Fragen, ob Interessenten zum Beispiel Kinder haben, wie viele, wie alt diese und die Bewerber sind oder ob sie sich ehrenamtlich engagieren. In Bad Rothenfelde spielte zudem im Baugebiet „Südlich der Lindenallee“ das Thema regenerative Energien eine Rolle. Bewerbungsvoraussetzung ist zudem in allen drei Gemeinden, dass der Bewerber seinen Hauptwohnsitz in dem jeweiligen Ort hat. Während es jedoch in Bad Rothenfelde ausreicht, seit einem Jahr seinen Lebensmittelpunkt in die Gemeinde verlagert zu haben, müssten Bad Laerer Bewerber etwa fünf Jahre vorweisen. Unterschiedlich bewertet wird auch der Geburtsort. In Glandorf etwa werden Punkte auch dafür vergeben, dass der Interessent dort aufgewachsen ist. In Rothenfelde ist es ähnlich: Es gibt auch Punkte, wenn der Interessent zu einem früheren Zeitpunkt in der Gemeinde seinen Hauptwohnsitz hatte. „An der Lindenallee sollen außerdem Paare in unterschiedlichen Lebenssituationen zusammenleben“, erklärt Iris Seydel, stellvertretende Bürgermeisterin von Bad Rothenfelde. So wurden Paare mit Kindern, junge Paare (noch) ohne Kinder und ältere Paare mit erwachsenen Kindern eingeladen. Die einzige Kommune im südlichen Südkreis, die ein freieres Vergabeverfahren durchführt, ist Dissen. „Vergabe der Grundstücke erfolgt nach Kaufantragseingang“, erklärt Heinrich Kocks.

Alternativen

Doch nicht jeder, der kein städte- oder gemeindeeigenes Bauland bekommt, muss ganz auf Eigentum verzichten. „Es gibt ein Förderprogramm für Käufer von alten und älteren Häusern“, erläutert Stockhoff. Diese Programme finden sich auch in den anderen Südkreis-Kommunen. Zudem gibt es Grundstücke, die auf dem freien Wohnungsmarkt erhältlich sind. Leicht ist es zurzeit aber auch dort nicht.


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