Gegenbesuch im Frühjahr Polnische Austauschschüler zu Gast in Bad Laer

Von Frederik Theiling

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Laer Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Bad Laer. 24 Schüler des Gymnasiums 117 aus Warschau haben im Rahmen eines Austauschprogramms die Schüler der Geschwister-Scholl-Oberschule in Bad Laer besucht. Im kommenden Frühjahr wird ein Gegenbesuch in Warschau stattfinden.

„Der Blick ist nach vorne gerichtet, aber wir vergessen die Geschichte auch nicht“, sagt Lehrer Gero Niebuhr über das Motto des Austauschprogramms. Insgesamt 24 Schüler des Gymnasiums 117 aus Warschau waren in Bad Laer zu Besuch. Seit zwei Jahren lernen die Schüler aus Warschau bereits deutsch. Untergebracht waren die 13 bis 14-jährigen von Montagabend bis Freitagmorgen bei den Familien der Schüler des Geschwister-Scholl-Oberschule.

Jugendwerk

Dreiviertel des Austauschs wurden vom deutsch-polnischen Jugendwerk finanziert. Das Programm war dabei vielfältig. „Sport und Spiele sind gut, damit sie sich begegnen“, sagt Niebuhr. „Und der Biologie und Matheunterricht geht natürlich auch fast ohne die Sprache.“ Inhaltlich stand vor die deutsch-polnische Geschichte im Vordergrund. Im Augusta-Schacht wurde die Geschichte eines im Zweiten Weltkriegs 15 Jahren alten Opfers dargestellt. Das Felix-Nussbaum-Haus wurde ebenfalls besucht.

Für die Schüler war das Kennenlernen aber der Höhepunkt des Austausches. „In der ersten Nacht war noch alles etwas neu, aber im Laufe der Woche hat man sich dann daran gewöhnt“, sagt die 13-jährige Alina Rosner. „Es hat Spaß gemacht zu zeigen, wie man lebt und was man in der Freizeit so macht.“ Die anfängliche Sprachbarriere war schnell überwunden. „Wir haben zwischendurch dann mit Englisch überbrückt oder mit dem Google Übersetzer gearbeitet“, sagt Alina. Mehr aus Bad Laer

Super verstanden

Ihr Mitschüler Kacper Wachowski hatte es dagegen leichter mit seinem Austauschpartner zu kommunizieren. Kacper ist in Polen geboren. „Das beste war, jemanden neues kennenzulernen. Wir haben uns direkt super verstanden“, sagt der 13-Jährige.

Auch den Schülern aus Warschau hat der Besuch gefallen. „Das ist ein Erlebnis, was man so schnell nicht wiederholen kann“, sagt Kuba Danielewicz. Für den 14-Jährigen war die Abschiedsparty der Höhepunkt. Er freut sich bereits auf den Gegenbesuch. „Ich freue mich darauf dann mit denen durch Warschau gehen zu können. Dort können sie dann mit ihrem Smartphone Pokemons fangen,“ sagt er mit einem Lachen. Seiner Mitschülerin Basia Gorczyca sind während ihres Besuches in Bad Laer durchaus Unterschiede aufgefallen. „Die Lehrer sind hier viel entspannter als Zuhause in Polen“, sagt Basia. „Warschau ist außerdem viel größer. Hier ist es leiser und die Straßen sind besser.

Im kommenden Frühjahr wird der Gegenbesuch in Warschau stattfinden. „Ich war noch nie in Warschau und bin gespannt“, sagt Kacper. Auch Alina ist bereits gespannt: „Ich freue mich darauf die Gruppe wiederzusehen.“

Wiedersehen

Ein grober Plan für das Programm in Warschau steht dabei bereits schon fest. „Wir versuchen auf die Wünsche einzugehen“, sagt Magdalena Czyzo, Lehrerin am Gymnasium 117 in Warschau. „Wir werden in der Altstadt nach deutschen Spuren suchen. Wir wollen vor allem zeigen, dass es auch Deutsche gab, die friedlich in Warschau waren. Es gab auch gute Zeiten und nicht immer nur das Schlechte. Das wollen wir zeigen.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN