„Ich bin die von drüben“ Neue Schulleiterinnen haben in Bad Laer ihren Dienst angetreten

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Ein gutes Team: Die beiden Schulleiterinnen Stephanie Baalmann (links) und Frauke Jung. Foto: Anke SchneiderEin gutes Team: Die beiden Schulleiterinnen Stephanie Baalmann (links) und Frauke Jung. Foto: Anke Schneider

Bad Laer. Frauke Jung und Stephanie Baalmann sind die beiden neuen Schulleiterinnen der Grundschule und der Oberschule. Beide sind Powerfrauen mit Ideen, die in ihrer neuen Position einiges bewegen wollen.

Zum neuen Schuljahr sind Frauke Jung und Stephanie Baalmann an der Grundschule am Salzbach und an der Geschwister-Scholl-Oberschule gestartet. Für Stephanie Baalmann war die Oberschule kein Neuland, denn sie war dort in den vergangenen vier Jahren schon didaktische Leiterin. Zuvor hat sie 15 Jahre lang an der Grundschule am Hagenberg in Bad Iburg als Schulleiterin gearbeitet. „Ich wollte dann einfach eine Schule mit älteren Kindern kennenlernen“, begründet sie den Wechsel an die Oberschule. Was sie an dieser Schulform besonders schätze sei die Tatsache, dass die Kinder in einer Oberschule nicht von Anfang an in Schubladen einsortiert würden. In den ersten zwei Jahren hätten alle zusammen Unterricht und jedes Kind somit noch die Chance, sich zu entwickeln. Erst danach werde leistungsmäßig differenziert.

„Alle verstehen ihren Job als Teamarbeit“

Als Schulleiter Wolfgang Saltenbrock in den Ruhestand ging, hat Stephanie Baalmann sich zunächst nicht auf die Stelle beworben. „Ich war in meiner Position glücklich und zufrieden“, sagt sie. Als dann aber ein Bewerber nach dem anderen ausfiel, hat sie den Schritt doch gewagt – und die Stelle bekommen. „Und die ersten Wochen fühlen sich gut an“, macht sie deutlich, dass sie den Schritt nicht bereut hat. Die Zusammenarbeit mit Konrektor Klaus Berdemann und den Fachbereichsleitern sei prima. „Alle verstehen ihren Job als Teamarbeit.“

Für die Zukunft hat die neue Schulleiterin noch viele Ideen. Eine davon ist die Gründung einer Stiftung, damit alle Kinder in der Schule Mittagessen bekommen können. „Für diejenigen, die kurz über Hartz IV liegen, ist das Essen zu teuer. Sie bekämen aufgrund ihres Einkommens knapp über der SGB2-Grenze keinerlei Zuschüsse. Weiterhin möchte Stephanie Baalmann ein neues Umweltkonzept entwickeln. Unter anderem schwebt ihr eine Photovoltaikanlage vor. Und eine weitere Idee ist eine Kooperation mit dem Leistungszentrum des VfL Osnabrück. „Ich möchte Zugänge öffnen, damit die Kinder gerne hierher kommen“, sagt sie.

„Die kleinen Kinder sind mir ans Herz gewachsen“

Bei Frauke Jung war es genau anders herum. Sie war vor ihrem Dienstantritt an der Grundschule am Salzach Realschullehrerin an der Möser-Realschule in Osnabrück. Die 45-Jährige erzählt, dass die Schule eine zweizügige, kleine Schule war, an der sie in vielen Gremien aktiv war. Ihr Wunsch war es jedoch, künftig mit jüngeren Kindern zu arbeiten, die ihre Schullaufbahn erst beginnen.

Vor ihrer Zeit an der Realschule hat Frauke Jung Frühförderkurse in Englisch in einem Kindergarten gegeben. „Die kleinen Kinder sind mir ans Herz gewachsen, weil sie so spontan und begeisterungsfähig sind“, sagt sie. Genau das erlebt sie nun an der Grundschule auch wieder. „ich möchte von Grund auf gestalten können“, sagte Frauke Jung. Ende Januar hat sie sich an der Bad Larer Grundschule vorgestellt und hatte sofort ein gutes Gefühl. „Ich habe sofort gedacht, wir könnten zusammenpassen – die Schule und ich“, schmunzelt sie.

Auch Frauke Jung hat einige Ideen, möchte sich und dem Kollegium aber noch Zeit geben. Sie sei herzlich aufgenommen worden und habe das Team und den stellvertretenden Schulleiter Benedikt Rekers als engagierte und aufgeschlossene Gruppe kennengelernt. Dennoch wolle sie den Kolleginnen und Kollegen ihre Vorstellungen nicht einfach überstülpen. „Das muss sich entwickeln“, sagt sie.

Gezielte Förderung in der deutschen Sprache

Einer ihrer Wünsche wäre die Einrichtung von DaZ-Gruppen (Deutsch als Zweitsprache) für Flüchtlingskinder und andere fremdsprachige Jungen und Mädchen. Durch eine gezielte Förderung in der deutschen Sprache würden sie schneller Anschluss an den Regelunterricht finden. Die neue Schulleierin sieht aber auch das Raumproblem, dass die Schule seit der Zusammenlegung mit der Grundschule Remsede hat. „Das war keine gute Entscheidung“, sagt sie. Zusätzliche Gruppen ließen sich nicht so einfach unterbringen. Wegen der Raumnot nutzt die Grundschule schon jetzt einzelne Räume der Oberschule mit. „Wir sind an einem Punkt, wo wir das Platzproblem nicht mehr wuppen können.“

Das erste Zusammentreffen der beiden Frauen fand in der Grundschule statt. „Stephanie Baalmann kam rüber und sagte: ich bin die von drüben“, lacht Frauke Jung. Die Chemie zwischen ihnen beiden stimme, sagen die neuen Schulleiterinnen. Und das ist eine gute Voraussetzung dafür, um den Kindern den Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule so leicht wie möglich zu machen.


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