Ausweisung als Dorfgebiet Bad Laer: Neuer Anlauf für Baugebiet in Müschen

Von Danica Pieper

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Städtebauliche Voruntersuchung „Dorfgebiet Müschen“. Die Karte zeigt den derzeitigen Zustand. Grafik: IPW Ingenieurplanung/Gemeinde Bad LaerStädtebauliche Voruntersuchung „Dorfgebiet Müschen“. Die Karte zeigt den derzeitigen Zustand. Grafik: IPW Ingenieurplanung/Gemeinde Bad Laer

Bad Laer. Seit Jahren versucht Bad Laer, neue Bauflächen in Müschen auszuweisen. Bisher scheiterten die Pläne jedoch an den hohen Immissionswerten. Der Rat diskutierte nun darüber, ob eine Ausweisung des Müschener Ortskerns als Dorfgebiet die Lösung ist.

Der Wunsch, in Müschen ein Eigenheim zu errichten, ist groß: Immer wieder erreichen die Gemeinde Bad Laer Anfragen nach Bauplätzen. Diese würde den Wunsch gerne erfüllen, scheiterte jedoch bisher mit der Ausweisung eines neuen Baugebiets. Der Grund: Die Geruchsbeeinträchtigungen sind aufgrund von Tierhaltung in dem Gebiet zu stark. Auf Anregung des Landkreises Osnabrück will die Verwaltung daher nun die Ausweisung des Müschener Ortskerns als Dorfgebiet prüfen. Für diese liegen die Immissionswerte höher als für Wohn- oder Mischgebiete.

Landwirt kritisiert Pläne

Doch nicht bei allen Müschenern treffen die Pläne auf Zustimmung. Ein Landwirt sprach sich gegen die angedachte Erweiterung des Ortskerns am Schoppenkamp aus. Sein Betrieb würde dadurch in den Immissionsradius fallen, was eine betriebliche Entwicklung unmöglich mache. Die Gemeinde erteilt Genehmigungen für Bauarbeiten im Zusammenhang mit Tierhaltung in dem belasteten Gebiet nur, wenn dadurch die Geruchsimmissionen reduziert werden. „Als Rindviehbetrieb habe ich keine praxisnahe Möglichkeit, Immissionen zu reduzieren“, so der Landwirt, der eine Klage gegen die Pläne der Verwaltung nicht ausschloss.

Auch Rat übt Kritik

Auch im Rat stieß der Vorschlag auf Kritik. „Immission bleibt Immission“, meinte Johannes Eichholz (CDU). Die Ausweisung als Dorfgebiet sei keine Garantie dafür, dass sich dort tatsächlich ein Baugebiet einrichten lässt. Anne Krimphoff (Ampel) sprach von einem „Kniff“ , den die Verwaltung anwende, um eine Bebauung zu ermöglichen: „Die Gerüche bleiben dieselben.“ Franz Vollmer widersprach: Er habe keinen Erfolg garantiert und von einem „Kniff“ könne nicht die Rede sein. „Es handelt sich um ein rechtlich sauberes Verfahren“, so der Bürgermeister. Sollte man in das Planverfahren einsteigen, werde man Einwände gegen die Ausweisung selbstverständlich prüfen: „Es gilt, Konflikte zu beleuchten und Interessen abzuwägen.“ Ein Zeitfenster für die Umsetzung wollte Vollmer auf Nachfrage von Roland Hemsath (CDU) nicht nennen, man sei aber bestrebt, das Ganze „nicht auf die lange Bank“ zu schieben. Stefan Vedder (BBL) beantragte schließlich, das Thema an den Müschener Ortsrat zu verweisen. Der Rat stimmte mit zwölf zu sieben Stimmen dafür. Mehr aus Bad Laer

Weitere Baugebiete in Planung

Auch drei andere Baugebiete beschäftigten den Rat in seiner letzten Sitzung in dieser Wahlperiode. Die Mitglieder votierten einstimmig dafür, die Planverfahren für die Bereiche „Am Buckenberggraben“ und „Nördlich Westerwieder Weg“ voranzutreiben, wo neue Wohnbauflächen ausgewiesen werden sollen. Die Planung im Bereich „Nördlich Westerwieder Weg“ werde so gestaltet, dass das Baugebiet dem Bedarf entsprechend abschnittsweise entwickelt werden kann, erklärte Fachbereichsleiter Stefan Pelz. Der Rat stimmte außerdem dafür, den Flächennutzungsplan und den Bebauungsplan für das Gebiet „Nördlich Müschener Kirchweg“ zu ändern, damit dort ein Regenrückhaltebecken gebaut werden kann.


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