Ein paar Güterzüge pro Tag Konzept für die Bahnstrecke durch Bad Laer

Von Paul Meyer zu Brickwedde

Der Bahnübergang Osnabrücker Straße  in Lengerich dürfte beschrankt werden, sollte der Bahnverkehr auf der TWE-Strecke in den kommenden Jahren wieder regelmäßig rollen. Foto: Paul Meyer zu BrickweddeDer Bahnübergang Osnabrücker Straße in Lengerich dürfte beschrankt werden, sollte der Bahnverkehr auf der TWE-Strecke in den kommenden Jahren wieder regelmäßig rollen. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

mzb Lengerich/Bad Laer/Bad Iburg. Viele Bewohner in den Städten und Gemeinden entlang der Strecke der TWE (Teutoburger Wald-Eisenbahn) werden betroffen sein, sollten auf den Schienen wieder regelmäßig Züge fahren. Das ist das Ziel der Lappwaldbahn GmbH, die die TWE-Strecke im vergangenen Jahr übernommen hat. Geschäftsführer Kai-Uwe Ebert erläuterte vor Kurzem, wie der Fahrplan seines Unternehmens in den nächsten Jahren aussieht.

Treffen Eberts Aussagen zu, wird Ende 2018 in Lengerich alles bereit sein für den Güterzugverkehr, mit dem die Lappwaldbahn ihr Geld vor allem verdienen will. Kommen in Kürze die beantragten Fördermittel, soll zunächst ein Abschnitt von Ibbenbüren nach Dörenthe wieder „ertüchtigt“ werden. Schon im nächsten Schritt soll das Teilstück von Ibbenbüren über Tecklenburg nach Lengerich folgen.

Fünf Millionen Euro

14 Kilometer ist das lang. 21600 Schwellen sollen eingebaut und 14500 Tonnen Bahnschotter aufgebracht werden. Zudem, so Ebert, müssten sechs Brücken auf Vordermann gebracht werden. Das Investitionsvolumen bezifferte der Geschäftsführer auf über fünf Millionen Euro. Der Hauptteil soll durch Fördermittel abgedeckt werden, 2,2 Millionen Euro bringt die Lappwaldbahn demnach selbst auf. Kreis und Kommune blieben außen vor.

Weiterlesen: Steht das Aus der Teutoburger Wald-Eisenbahn bevor?

Etwas anders sieht es aus, wenn es um das Thema Sicherheit geht. Der Abschnitt durch Lengerich ist gespickt mit Bahnübergängen. Nicht jeder, so offenbar die Gedankenspiele bei den Verantwortlichen des Unternehmens, muss beschrankt werden. Aber an einigen Stellen dürfte es unvermeidlich sein. Die Kosten für eine Halbbeschrankung bezifferte der Geschäftsführer auf rund 50000 Euro. Ein Drittel davon müsste Eberts Worten zufolge die jeweilige Kommune tragen, die jedoch wiederum eine Förderung beantragen könne.

Weiterlesen: Nach langer Pause – Güterzug mit Granit rollt über TWE-Gleise

Ein bis vier Güterzüge pro Tag

Dieser Aufwand sei somit ebenso „tragbar“ wie die Geräuschkulisse, die mit den Zugfahrten verbunden sei. Ein bis vier Güterzüge pro Tag (möglicherweise auch nachts), bis zu 500 Meter lang und 3600 Tonnen schwer, das ist die Größenordnung, die von den neuen Betreibern angestrebt wird und mit der sich die Strecke auch wirtschaftlich betreiben lasse, versicherte der Mann von der Lappwaldbahn. Hinzu käme der touristische Verkehr an den Wochenenden von Frühjahr bis Herbst. All das bei einer Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern.

„Das ist so leise, das kriegen sie gar nicht mit.“ Der Geschäftsführer sagte in diesem Zusammenhang auch, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung gegenüber der TWE „sehr groß“ sei. Dazu trügen nicht zuletzt die Personenzugfahrten bei.

Personenzüge zur Laga

Die sollen möglichst schnell auch auf dem weiteren Abschnitt von Lengerich gen Osten möglich werden – unter anderem wegen der Landesgartenschau in Bad Iburg. Bei Güterzügen setzt Ebert hingegen noch ein Fragezeichen. Voraussetzung für deren Rückkehr wäre eine Sanierung des zweiten großen Abschnittes von Lengerich über Bad Iburg und Bad Laer bis Versmold. Vorgesehen ist das zwar für die Jahre 2019 bis 2021. Das sei aber nur möglich, wenn es dann weitere Fördermittel gebe, erklärte der Geschäftsführer im Ausschuss. Fließen die nicht, dauere es länger.

Weiterlesen: Idee nimmt Formen an – Mit dem Teuto Express durch die Region