Investoren haben große Pläne Aus Gesundheitszentrum wird Bad Laer Center


Bad Laer. Holger Rausch und Rainer Bahr sind die neuen Inhaber des Bad Laerer Gesundheitszentrums. Die Berliner Investoren wollen aus dem Gemischtwarenladen am Grünen Weg ein modernes Einkaufszentrum mit Apotheke, Café, Bekleidungsläden und überdachter Mall machen. Verantwortlich dafür ist Projektmanager Peter Brockhaus, der den Investoren das Objekt ans Herz gelegt hat.

Rausch ist geschäftsführender Gesellschafter von Minerva-Immobilien, Bahr in gleicher Funktion bei Econcept Immobilien. Das Duo hat das Gesundheitszentrum aus der Insolvenzmasse der Bauherrengemeinschaft Grüner Weg gekauft. Der Kaufpreis liegt nach Brockhaus’ Angaben nahe der vor zwei Jahren aufgerufenen Summe von 10 Millionen Euro.

Rausch und Bahr machen derzeit mit einem Wohnhaus-Projekt an der Berliner Chausseestraße Furore, das sie gemeinsam mit dem Architekten des Osnabrücker Nussbaum-Hauses, Daniel Libeskind, planen. Für ihr Designerhaus mit 72 Luxus-Wohnungen feierten sie im September Richtfest. Das Objekt wird international unter dem Namen Sapphire vermarktet.

Nun also nicht Berlin, sondern Bad Laer. „Die Verträge haben wir im Dezember abgeschlossen, die Eintragung ins Grundbuch folgt aus Termingründen erst im Mai“, erklärt Peter Brockhaus – und legt los.

Sanicare bleibt

Denn die Berliner haben große Pläne fürs Gesundheitszentrum, das schon bald Bad Laer Center heißen soll. „Der Name ändert sich, der medizinische Versorgungsstandort bleibt“, betont Peter Brockhaus, also auch das Ärztehaus, dessen Niveau gehalten und ausgebaut werden soll . Natürlich bleibt auch Sanicare am Grünen Weg.

Ändern wird sich die Struktur der Einzelhändler. Angefangen bei Combi: Der Markt wolle seinen Standort halten, aber auch andere Lebensmittelhändler drängten ins Objekt, berichtet der Projektentwickler: „An der Nachfrage expandierender Filialisten, ob im Food- oder im Nonfood-Bereich, zeigt sich die Bedeutung von Bad Laer“, folgert Brockhaus.

Er will die Passage überdachen und zur Mall machen und das Café Strathmann im Combi-Markt in Richtung der Passage verlegen. „Dafür ist eine Neustrukturierung von Combi nötig.“

„Ihr Platz“ soll einer größeren Drogeriekette Platz machen: „Da gibt es gerade eine große Konkurrenz.“ Geschlossen werde das Sanitätshaus, die Präsenzapotheke bleibe– ebenso wie das Flugzeug, lacht Brockhaus: „Das ist doch der ideale Wegweiser für uns.“

Aldi will erweitern

Dass sich der Aldi-Markt vergrößern will, sei bautechnisch möglich. Die Genehmigung muss der Landkreis erteilen. Das künftige Bad Laer Center selbst soll nicht vergrößert werden. Den Investoren geht es darum, interessante Mieter zu finden, Leerstände zu füllen und den „Turnaround“, also die Wende zu schaffen. „Das funktioniert mit einem guten Management“, ist der gebürtige Sauerländer Brockhaus überzeugt.

Ihm schweben Bekleidungs- und Schuh-Filialisten, vielleicht auch ein kleiner Elektronikmarkt als Mieter vor. Mit diesem Konzept will er Kunden aus der gesamten Region anziehen. „Denn die Lage ist top.“ Parkplätze sind reichlich vorhanden, nicht nur im oberen Bereich vor Aldi und Combi, sondern auch auf dem südlichen Teil des Grundstücks. Mehr aus Bad Laer

Doch was passiert mit den aktuellen Mietern? Brockhaus: „Wer bleiben möchte, mit dem machen wir einen neuen Mietvertrag. Dass das durchgängig möglich ist, liegt am Kauf der Immobilie aus der Insolvenzmasse der Bauherrengemeinschaft Grüner Weg: „Gewerbeverträge, die vor der Insolvenz abgeschlossen wurden, können nach der gesetzlichen Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Quartal gekündigt werden.“ Einzige Ausnahme ist Sanicare , denn deren Mietvertrag ist älter als die Insolvenz.

Bewegung nach langem Stillstand

Ziel der Berliner ist, es, die Verträge Mitte des Jahres zu kündigen. Statt Pi-mal-Daumen-Abrechnungen für Nebenkosten soll es dann Zähler geben. Um die Verwaltung kümmert sich die Firma KFH mit Sitzen in Bielefeld und Osnabrück. Brockhaus selbst ist für die Bad Laer Grundstücksgesellschaft an vier Tagen der Woche vor Ort.

Sanicare-Chef Christoph Bertram ist „sehr froh über den Zuschlag für die Berliner“. Der lange Stillstand habe den Standort blockiert. Nun sei jemand mit klaren Vorstellungen und langfristigem Investitionswillen vor Ort.


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