Idee nimmt Form an Mit dem Teuto Express durch die Region


Bad Laer. Mit dem Teuto-Express zu einer Aufführung der Freilichtbühne Tecklenburg? „Das gab‘s vor einigen Jahrzehnten schon mal“, sagt Josef Högemann. Er ist Mitglied des Aktionsbündnis Pro TWE. und hält die Vorstellung für durchaus realistisch. Hartmut Hellkötter aus dem Bürgerbündnis Tecklenburg ergänzt, dass dieses nur eine von ganz vielen Ideen ist. „An deren Anfang steht aber eine wichtige Botschaft: Der Teuto-Express wird wieder fahren“ – voraussichtlich ab 2018.

Diese an sich nicht neue Nachricht bekommt immer mehr Qualität: „Die Tourismusverbände von Bad Laer bis hin in das Tecklenburger Land wollen enger zusammenarbeiten“, stellt Hellkötter ein Ergebnis eines Treffens im Hotel Bismarckhöhe. vor. Denkbar sei etwa, die Fahrpläne an „wichtigen Veranstaltungen in den an der Strecke gelegenen Orten auszurichten“. Zudem sei dort das weitere Vorgehen besprochen worden, damit die Züge wieder rollen können.

Högemann erinnert daran, dass bis zum Start noch viele Arbeiten zu erledigen sind. Teilweise müssen Schienen oder Holzschwellen ausgetauscht werden.; zum Teil muss der Gleiskörper erneuert werden. „Dafür gibt es jetzt konkrete Planungen; Anträge auf Fördermittel sind gestellt“, betont Högemann und verweist darauf, dass die Strecke schon mal stillgelegt werden sollte. „Mit der Lappwaldbahn als Betreiber haben wir ein Unternehmen gefunden, das eine Zukunft in der Strecke sieht.“ Diese liege „natürlich“ im Güterverkehr, mit dem das Geld verdient werde müsse. Es gebe bereits einige Nachfragen nach Transporten, die das Unternehmen als vielsprechend eingestuft habe. Ab 2022 sollen die Güterzüge fahren.

Erfolgsgeschichte

„Der Teuto-Express als touristisches Angebot ist ein Zubrot. Die Züge können schon eher fahren, weil sie leichter sind“, erläutert Högemann.

„Wir wissen, dass dieses Angebot schon mal funktioniert hat“, sagt Hellkötter. In der Zeit nach 1968, als der Personennahverkehr eingestellt worden sei, habe es viele Fahrten gegeben; unter anderem, weil Vereine wie Eisenbahn-Tradition Gelegenheit hatten, ihre Dampflokomotiven vorzuführen. „An vielen Bahnübergängen drängten sich Scharen von Fotografen“, weiß Högemann aus eigener Erfahrung. Er habe selbst mehrere tausend Bilder von „Dampfrössern“ geschossen. Zu der Erfolgsgeschichte von damals gehöre auch, dass rund 400 bis 500 Menschen in einem Zug unterwegs waren – „und viel Spaß hatten“.

Machbar?

„Wir haben ein Konzept entwickelt, das jetzt rund 30 Monate in der Schublade gereift ist“, hebt Hellkötter hervor. Der Entwurf müsse jetzt in Zusammenarbeit mit den Tourismusverbänden und anderen Beteiligten, etwa der Politik, auf Machbarkeit überprüft werden. „Damit wir tatsächlich im Laufe des Jahres 2018 starten können.“ Man könne zwei oder drei Szenarien mal vorstellen und zur Diskussion stellen. Högemann sieht das Aktionsbündnis Pro TWE insgesamt in der Rolle des Koordinators.

Landesgartenschau Bad Iburg

Konkret rechnet die Lappwaldbahn Ende Mai/Anfang Juni 2016 mit den ersten Förderbescheiden. „Wenn kein unvorhersehbares Ereignis eintritt, werden die Baumaßnahmen Anfang Juli 2016 vom Bahnhof Brochterbeck ausgehend zunächst in Richtung Hafen Ibbenbüren-Dörenthe anlaufen. Diesen Abschnitt möchten wir (Stand heute) bis Ende 2016 fertigstellen. 2017 wollen wir von Ibbenbüren ausgehend in Richtung Tecklenburg bauen, um 2018 Lengerich zu erreichen. Parallel dazu planen wir im Herbst 2016 den Beginn der Sanierung der Brücken und Bahndämme bei Tecklenburg und Bad Iburg, um sobald wie möglich die Strecke wieder durchgehend in Betrieb nehmen zu können, wenn auch zunächst nur für geringere Lasten.“ Ein wichtiges Datum in dem Gesamtzusammenhang: Ausflüge zur Landesgartenschau 2018 in Bad Iburg möglich zu machen. Josef Högemann: „Wir haben noch einiges vor.“


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