Projektwoche an Oberschule Bad Laer: HipHop und Scones mit „Muttersprachlern“

Von Frank Muscheid

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Bad Laer. „How are you?“ „Fine!“ Eine Woche lang haben 89 Achtklässler der Geschwister-Scholl-Oberschule nur Englisch gesprochen. Für ihre Präsentation am Freitag bereiteten sie mit sechs Muttersprachlern kleine Sketche und Showeinlagen vor.

Noten und Vokabeltest spielten keine Rolle: Mit den „Native Speakers“ aus den USA, Großbritannien und Australien backten sie Scones, hatten Sportstunden auf Englisch, unternahmen englischsprachige Touren durch Bad Laer. Oder quatschten beim echt amerikanischen Frühstück mit den Muttersprachlern. Alles, um locker zu werden in der Fremdsprache, die Schlüssel zur Welt ist. All das machte den Schülerinnen und Schülern einen Riesenspaß, wie sie mehrfach versicherten. „Das war die beste Englischwoche, die wir bislang hatten“, bedankte sich eine Schülerin. „Würdet ihr so eine Woche wieder empfehlen?“, fragte Jutta van der Ahe, die Fachbereichsleiterin Sprachen an der Oberschule, die die Woche organisiert hatte, nach der Abschlusspräsentation. „Ja!“, schallte es laut aus den Schülerreihen, besonders der Sechstklässler, die offenbar auf den Appetit gekommen waren, wie Ahe zufrieden feststellte. „Die Woche war toll“, sagte Achtklässler Justin Steinmetz aus Bad Laer. „Mir hat gut gefallen, was wir alles in der Klasse gemacht haben – vor allem die sportlichen Aktivitäten und dass wir durchs Dorf gelaufen sind.“

Sympathische „Native Speakers“

Das die Woche so gut ankam, lag wohl auch daran, dass Englisch mit Aya Sakamoto aus New York City, Phil Gamble aus Atlanta und Bert Smith jr aus Minnesota, mit Eddie Argos von der Insel Portland in der englischen Grafschaft Dorset, mit Carys Lewis aus Melbourne und Thomas Pagliaro aus Adelaide in Australien sechs sehr sympathische Gesichter hatte. Über die meinSchulprojekt GmbH in Marienfeld bei Gütersloh hatte Jutta van der Ahe die Muttersprachler geholt. Eine Projektwoche, die die Bad Laerer Firmen Strautmann und Presto, die Allianz Stiftung und der Förderverein der Oberschule sponserten. Die Firmen hätten, so Ahe, Interesse an guten Englisch-Kenntnissen.

Bad-Laer-Talk mit Football-Spielern

„Am Anfang seid ihr noch scheu gewesen, aber ihr habt das wirklich Klasse gemacht, Leute“, erklärte die New Yorkerin Aya Sakamoto – natürlich auf Englisch. Bevor sich die sechs Gruppen dann gegenseitig Scatche und Theaterstücke vorführten. Nicht alle Projektwoche-Dozenten sind Lehrer: Phil Gamble etwa ist Football-Spieler in Hildesheim, Bert Smith jr spielt für Bielefeld Football und Eddie Argos ist eigentlich Indie-Musiker – weswegen er aus seiner Gruppe kurzerhand drei Bands schmiedete: Die „Little Brothers“, die punkig die Videospielerei des kleinen Bruders besangen, die „No Names“ , die mit Justin Bieber-Hit die Bühne enterten, und die „Jim Beams“, die a capella überzeugten. Gamble diskutierte mit seinen Leuten beispielsweise humorvoll, welcher Superheld und welche Supermacht nun am größten sei. Und Aya hatte mit ihren „guys“ und „girls“ über die Herkunft von Hip Hop geplaudert und energiegeladene „Jumps“ eingeübt. Das „Fliegende Klassenzimmer“ interpretierte Carys‘ Gruppe ganz neu – als Flieger-Besatzung, die in Ibiza notlandet und daraus eine Party macht. Pizza- und Fast-Food-Ketten-Szenen, Becher-Songs, die verpatzte Entenjagd eines Löwen – es machte Spaß, zuzusehen.

Zum Dank gab es „Pipestone“, „Piepstein“ für die englischsprachigen Gäste. „Es ist ein bodenständiges, beschauliches Leben hier – besonders nach dem verrückten Berlin, aus dem ich gerade komme“, schilderte etwa Lehrer Thomas Pagliaro seinen Eindruck von Bad Laer. Er hat in Berlin studiert. „Es war eine fantastische Woche – die Schüler waren enthusiastisch bei der Sache, voller Energie.“


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