Weg zur Inklusion Oberschule und Maria-Elisabeth-Haus in Bad Laer kooperieren

Kein gewöhnliches Vertragswerk: Auf die Kooperation freuen sich als Unterzeichner (von vorne links) Kerstin Hüls von der Servicestelle, Schulleiter Wolfgang Saltenbrock und Christine Frye, Leiterin des St. Maria-Elisabeth-Hauses mit (von hinten links) Initiatorin Mareike Himmelreich und Muriel Franek. Foto: Petra RopersKein gewöhnliches Vertragswerk: Auf die Kooperation freuen sich als Unterzeichner (von vorne links) Kerstin Hüls von der Servicestelle, Schulleiter Wolfgang Saltenbrock und Christine Frye, Leiterin des St. Maria-Elisabeth-Hauses mit (von hinten links) Initiatorin Mareike Himmelreich und Muriel Franek. Foto: Petra Ropers

Bad Laer. „Das ist ein Mosaikstein auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft.“ Zufrieden setzte Wolfgang Saltenbrock, Leiter der Geschwister-Scholl-Oberschule in Bad Laer, seine Unterschrift unter ein besonderes Schriftstück: Ein Kooperationsvertrag verbindet künftig die Schule und das St. Maria-Elisabeth-Haus.

Bereits seit drei Jahren arbeiten Schule und Einrichtung in verschiedenen Projekten zusammen. Mit dem Kooperationsvertrag soll diese Zusammenarbeit nun auf eine breite und offizielle Basis gestellt werden. Ein Projektplan, ausgearbeitet mit Unterstützung der Servicestelle Schule-Wirtschaft der Maßarbeit, hält die Details der Kooperation fest. Den Schülern ermöglicht sie künftig Praktika und Hospitationen im St. Maria-Elisabeth-Haus, bei denen sie unterschiedliche Berufsfelder kennenlernen können. Von der Pflege über therapeutische Berufe bis zur Hauswirtschaft spannt sich dabei der Bogen.

Das St. Maria-Elisabeth-Haus selbst präsentiert sich, seine Arbeit und das Leben im Haus künftig auch bei der Berufsweltorientierung in der Geschwister-Scholl-Oberschule. Verschiedene Unternehmen und Einrichtungen geben dabei mit simulierten Arbeitsplätzen Einblick in die Vielfalt der Berufswelt. Gemeinsame Projekte mit der Tagesförderstätte im St. Maria-Elisabeth-Haus erarbeitet der Profilkurs „Gesundheit und Soziales“. Und auch die Projektwoche zum Thema „Schule mit Courage“ profitiert von der Zusammenarbeit. (Weiterlesen: Geschwister-Scholl-Oberschule erhält gute Noten von der Schulinspektion.)

Mehr als Berufsorientierung

Für zunächst ein Jahr gilt der Kooperationsvertrag. Anschließend werden die Aktivitäten und Projekte evaluiert und der Projektplan weiterentwickelt. Bei allem ist die berufliche Orientierung ein wesentlicher Aspekt – allerdings nicht der einzige. Denn mindestens ebenso wichtig ist der Schule wie auch der Einrichtung der persönliche Kontakt der Schüler mit den Bewohnern des Hauses: „Diese Kooperationsvereinbarung trägt dazu bei, Vorurteile und Hemmnisse gegenüber Menschen mit Behinderungen abzubauen“, betont Kerstin Hüls von der Servicestelle. Mehr aus Bad Laer

Für Einrichtungsleiterin Christine Frye steht fest, dass beide Seiten von der Kooperation profitieren. Sie richtet dabei auch den Blick in die Zukunft: „Das ist die Generation, die unsere Gesellschaft künftig prägt.“ Der Kooperationsvertrag soll deshalb dazu beitragen, dass Inklusion und Teilhabe nicht nur Schlagwörter bleiben. Schule und Einrichtung gehen damit einen Weg, der (noch) nicht selbstverständlich ist: Kooperationen im pflegerischen Bereich sind nach Aussage von Kerstin Hüls derzeit die Ausnahme.

(Weiterlesen: Maria-Elisabeth-Haus feiert Dankeschön-Fest.)

Weitere Kooperationen geplant

Für die Schule soll die Unterschrift unter den Vertrag unterdessen nicht die einzige bleiben: Wie Initiatorin Mareike Himmelreich erklärt, sind weitere Kooperationen bereits geplant. Die Servicestelle Schule-Wirtschaft leistet dabei wertvolle Hilfe. Schulen und Betriebe, die sich für Kooperationsmöglichkeiten interessieren, können sich an Kerstin Hüls unter Telefon 0541/692 9660

oder per Mail an

huelsk@massarbeit.de wenden.


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