Gemeinschaft gefeiert 6. Sonnenuntergangs-Trommeln am Bad Laerer Blomberg

Von Frank Muscheid

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Bad Laer. Es klingt einfach „fellomenal“. So heißt die Trommelgruppe, die seit 2002 besteht und am Freitag zum 6. Mal das Sunset-Drumming, das „Trommeln zum Sonnenuntergang“, am Restaurant Dionysopolis veranstaltet hat, Hörspektakel und meditatives Gemeinschaftserlebnis in einem. Viele der rund 60 Mitmusiker haben ihre eigenen Trommel mitgebracht. Aus Ethnoexotik ist längst eine Bewegung geworden.

„Badadabamm badaabamm“ – die vielen westafrikanischen Trommeln, mächtigen Basstrommeln und die Kleinpercussion pulsieren zuerst tragend und einsteigerfreundlich, steigern die meist afrikanischen Rhythmen dann zu einem immer schnelleren und hypnotischen Puls, manchmal über 15 Minuten. Dazu der Blick vom Blomberg auf den Sonnenuntergang. In der Mitte des im Gleichtakt schwelgenden Kreises prasselt ein Lagerfeuer, es riecht nach Rauch. So pflegen Menschen seit Jahrtausenden ihre Gemeinschaft, und das funktioniert auch hier, 2015 im Kurort Bad Laer.

Jeder ist eingeladen

Es ist kein geschlossener Kreis . Jeder, der Lust hat, darf sich ein Leihinstrument schnappen und einsteigen. Viele fortgeschrittene Trommelgruppen sind dabei, haben sich verabredet, und es gesellen sich immer mehr Zuschauer hinzu. Denen es schnell in den Fingern juckt, selbst am großen Takt teilzuhaben. Ab und zu geht die Bad Laererin Monika Strautmann, die sich auf ihrer Internetseite humorvoll „Trommeltante“ nennt, zu einigen Neueinsteigern und macht Vorschläge, wie sie einstimmen können.

Besonderer Groove

„Die Idee des Sunset-Drumming stammt von La Gomera.“ Wo es eine alternative Szene von Hippies und Lebenskünstlern gibt. „Zum Sonnenuntergang wird dort am Strand gespielt, im Urlaub habe ich da mal mitgemacht“, sagt die mathematisch technische Assistentin, Rhythmikpädagogin und Leiterin der Trommelgruppe „fellomenal“, ein Wortspiel aus „Fell“ und „phänomenal“. „Es geht um das gemeinsame Spielen von Rhythmen. Am Lagerfeuer entsteht dabei ein schöner Groove, eine ganz besondere Atmosphäre. Das steigert das Gruppengefühl.“

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Gut zum Abreagieren

„Ich habe zuerst Bauchtanz gemacht und wollte ein bisschen mehr versuchen. Jetzt trommele ich seit elf Jahren“, sagt Marion Melter aus Bad Laer. Sie könne keine Noten lesen, die Musik zählt. Seit zehn Jahren ist Gudrun Werner aus Bad Rothenfelde dabei. „Das ist gut zum Abreagieren, so kann man gut abschalten“, sagt sie. Trommeln ist auch Sport – manch einer pausiert zwischendurch. Die Frauen gehören wie Mechthild Roelen-Heinemann, Sandra Thies und Eva Steimel zu „fellomenal“.

Exotische Klänge bis in den Abend

Begeistert ist auch Einsteigerin Heidi Große-Börger aus Bad Laer: „Das ist einfach gut, die Atmosphäre, die Rhythmen – das steckt an. Ich habe schon mal in einem Trommelworkshop mitgemacht.“ „Wir haben das immer von unserer Terrasse aus gehört, waren aber nie dabei“, sagt Sonja Rothenburg, mit ihrem Mann Heiner bislang noch Zuhörerin. „Wir wussten nie, dass das öffentlich ist.“ Nun lagen Flyer aus. „Das ist eine tolle Dynamik“, sagt Heiner Rothenburg. „die Rhythmen fangen langsam an und steigern sich so mitreißend.“ Und, sagt Heidi Große-Börger: „Hier wird Inklusion großgeschrieben. Die Bewohner aus dem Elisabeth-Haus machen mit.“ Queens markanter Stampfer „We will rock you“ zieht als Starter hinein in exotischere Klänge wie „Djolé“, „KPanlogo“, „Waraba“ oder „Full Moon Light“. Der Abend wird noch lang.


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