200. Todestag Erinnerung an Matthias Claudius in Bad Laer

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Reinhard Keding rezitierte, besang und interpretierte in der evangelischen Kirche Bad Laer den Dichter Matthias Claudius. Foto: Stefan BuchholzReinhard Keding rezitierte, besang und interpretierte in der evangelischen Kirche Bad Laer den Dichter Matthias Claudius. Foto: Stefan Buchholz

Bad Laer. Zum 200. Todestag von Matthias Claudius erinnerte Pastor a. D. Reinhard Keding an den Dichter. Dabei wollte er zeigen, dass Claudius mehr zu bieten hat als „Der Mond ist aufgegangen“.

Diesen „Hit“ sang Keding zunächst in einer anderen Melodie mit den 20 Zuhörern der Veranstaltung in der evangelischen Kirche. Keding bezeichnete Claudius als einen „einfältigen Frommen“, dessen Credo gewesen sei: „Gelehrte Sachen sagen, ohne kompliziert zu sein“.

Kleinstkinder in der Pflicht

Keding nahm dann einzelne Passagen des Liedtextes und interpretierte sie – oftmals mit mahnend daherkommendem Predigtton.

Aus dem Claudius-Vers „So sind wohl manche Sachen / Die wir getrost verlachen / Weil unsere Augen sie nicht seh‘n“ formte Keding etwa eine Anklage gegen die Überflussgesellschaft. „Supermärkte zeigen uns genau das, was wir nicht brauchen“, meinte Keding. Er extrahierte aus diesen Zeilen auch eine Kritik an den Leistungsnormen des Wirtschaftssystems. Schon früh würden selbst Kleinstkinder in die Pflicht genommen („Wir erziehen Leistungsmenschen“). Doch seiner Anklage beschied Keding selbst eine Absage, als er zum Schluss meinte, dass es ohne Leistung auch irgendwie nicht funktioniere.

„Freund Hain“

Zum Glück hielt Keding aber noch von Wikipedia unterfütterte Informationen zu Matthias Claudius bereit. 1740 als Pastorensohn geboren, habe Claudius schon früh mit dem Tod Bekanntschaft gemacht, repetierte Keding. Geschwister starben und auch zwei der eigenen zwölf Kinder nahm „Freund Hain“ mit, wie Claudius den Tod nannte.

Kindliche Frömmigkeit

Keding interpretierte am Klavier auch Vertonungen der Claudius-Gedichte seines Bruders Gottfried Keding. Der hatte eigene Melodien zu Versen von Claudius geschrieben.

Reinhard Kedings Passion für Matthias Claudius geht nach eigenen Worten auf eine intensive Beschäftigung mit dem zwischen den Epochen des Sturm und Drangs und der Romantik stehenden Dichters und Journalisten zurück. An Claudius schätze er die einfache Sprache, die Natursehnsucht und „seine naive, kindliche Frömmigkeit“.


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