Versöhnliche Töne und neue Wege Bad Laer schüttelt sich Hand in Hand ins neue Jahr

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Bad Laer. Auch wenn die Bilder es nicht vermuten lassen. Beim Bad Laerer Handgiftentag gab es viel Hautkontakt. So wie es gute Sitte ist, begann um 19 Uhr das große Schütteln. Jeder reichte jedem die Hand. Jeder wünschte jedem ein frohes neues Jahr. Gewiefte Handgiftenbesucher kamen lieber früher und konnten die Schar der Neuankömmlinge gemütlich an sich vorbeipassieren lassen. Wer neu hinzukam, musste die ganz große Runde machen.

Und sonst? Gab es vor allem versöhnliche Töne vor den geladenen Ehrenamtlichen der Vereine, Kirchen, Räte und Ortsräte – und eine Premiere. Zum ersten Mal durfte nicht nur der Bürgermeister auf das alte Jahr zurück- und ins neue vorausschauen . Auch die Fraktionsvorsitzenden waren im Hotel Storck um ihr Wort gebeten. Die ersten Worte, und das waren einige, gehörten aber Franz Vollmer, der allen nur Gutes für 2015 wünschte und, von bunten Beamer-Bildern flankiert, Erreichtes und Geplantes präsentierte. Ganz vorne dabei das Solevital, dessen Neubau Silvester fertig wurde. Mit neuer Homepage, neuem Slogan und verbessertem Service wolle man die Kur- und Kurstherme im Februar eröffnen. „Viele haben dafür Hand in Hand gearbeitet“, lobte Vollmer, nicht zuletzt der frühere Bürgermeister Holger Richard.

Was sonst noch wichtig war: die Nachnutzung der Grundschule Remsede , der begonnene Umbau des Feuerwehrhauses, die Bestellung der Raumcontainer für die Schulmensa , in der die Kinder ab Mai verköstigt werden. Bedeutsam auch die Stadtsanierung und die Ausweisung neuer Wohnbauflächen. Gespräche für die Erschließung weiterer Gewerbeflächen liefen, auch mit Nachbargemeinden.

„Ach ja, auch das war ein Ereignis des Jahres 2014. Da können wir auch drüber weggehen.“ Was Vollmer so zurückhaltend kommentierte, war das Schaubild zum Ergebnis der Bürgermeisterwahl im Mai .

Der Vorteil des Neuen: ein frischer Blick auf Bad Laer. „Ich habe noch in keiner anderen Kommune eine so hohe Vereinsdichte und Bereitschaft gesehen, mit anzupacken. Darauf kann Bad Laer stolz sein.“ Beste Beispiele: Heike Pille, Florian Dimek und die nicht anwesende Vanessa Landwehr, die sich seit Jahren um die Kinderschola St. Marien , einen Chor von heute 34 kleinen Sängern, kümmern. „Ich würde mich freuen, wenn sie auch weiterhin so engagiert ...“. Weiter kam Vollmer nicht: „Das haben wir vor“, versprach Heike Pille. In Abwesenheit wurden Carola Schlüter, Marianne Marx und Johanna Schulte geehrt, langjährige Helferinnen des Blutspendedienstes. Von der Gemeinde gab es für sie und alle, die sich um das Gemeinwohl verdient machen, ein dickes Dankeschön.

Der Blick auf 2015 materialisierte sich auf der Leinwand als knackig grüner Baum in schönster Landschaft. Die Projekte: Öffentlichkeit und Transparenz der Arbeit von Rat und Verwaltung, ein digitales Straßenkataster, ein digitales Ratsinformationssystem und die Überarbeitung der Internetpräsenz.

Die Wünsche von Jugendlichen und damit auch den Ortsjugendring möchte Vollmer in den Blick nehmen. Für Familien ist eine Kinoreihe geplant. Er hoffe, dass die Busse bald wieder auf ihren Normallinien fahren können und das ÖPNV-Angebot um Bürger- und Nachtbus ausgeweitet werden kann. Die Stadtsanierung geht auf Glandorfer und Warendorfer Straße weiter. Bei allem müsse man aber die Finanzen im Blick haben . Rat und Verwaltung würden ihr Bestes tun, kündigte Vollmer an: „Sie dürfen mit uns rechnen.“

Für die BBL mahnte Stephan Niebrügge, den Schuldenberg von 13 Millionen in der Gemeinde plus 9,5 Millionen für die Touristik nicht weiter zu erhöhen. „Aber wir haben damit auch viele gute Sachen gemacht.“ Dass das Solevital im Zeit- und Kostenrahmen bleibt, sei aller Ehren wert, ebenso, wie sich der frühere Bürgermeister Holger Richard dafür eingesetzt habe. An den Rat appellierte Niebrügge, sich ein Beispiel am Zusammenwirken von Katholiken und Protestanten im Ort zu nehmen. „Sachliche Differenzen ja, aber keine persönlichen.“ Jeder sei gefordert, hier einen neuen Weg einzuschlagen.

„Danke, dass Sie es mit uns aufnehmen“, wandte sich Johannes Eichholz (CDU) an den Bürgermeister. So schlimm sei es ja bisher nicht gewesen. „Bleiben Sie bei der Stange“, forderte er Vollmer auf. Pensionen für zwei Bürgermeister könne sich der Ort nicht leisten. Danken wollte er Vollmers Vorgänger Richard „für fast zwei Jahrzehnte Einsatz“.

Für die Ampel erklärte Johannes Mönter die Tradition des Handgiftentages und lobte die Ehrenamtlichen. Auch an den Bürgermeister richtete er das Wort: „Als Neu-Bad Laerer sehen Sie manches deutlicher als wir.“


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