Viel Arbeit mit Fundsachen Ehrlichkeit in Bad Laer weiter gebührenfrei

Von Stefanie Adomeit

Was alles so verloren geht. Foto: Archiv/KratoWas alles so verloren geht. Foto: Archiv/Krato

Bad Laer. Das Fahrrad lag im Gebüsch. Tagelang. Keiner kümmerte sich um den betagten Drahtesel. Bis Angelika Stegmann ihn aus dem Unterholz zog und quer durch den Ort zum Bad Laerer Rathaus schob und im Fundbüro abgab. „Haben Sie Interesse an dem Rad, falls sich der Besitzer nicht meldet?“, wurde sie gefragt.

Ja, hatte sie, ihre Tochter, Studentin in Oldenburg, würde das alte Rad vielleicht gebrauchen können. Als Angelika Stegmann aber nach einem halben Jahr Bescheid bekam, dass sich der Besitzer nicht gemeldet hatte und sie das Rad abholen dürfte, wurde sie im Rathaus der Gemeinde unangenehm überrascht. Eine Aufbewahrungsgebühr von zehn Euro sollte sie bezahlen.

Weil das Rad aber in einem miesen Zustand war, hätte ihr die Mitarbeiterin des Bürgerbüros den Obolus erlassen – Stegmann verzichtete trotzdem. Das Rad war maroder, als sie es in Erinnerung hatte. Dennoch fragt sie sich: „Ist es richtig, einem ehrlichen Finder eine Aufbewahrungsgebühr aufzubrummen, wenn er solch ein altes Schätzchen auf zwei Rädern erst brav ins Fundbüro bringt und später vielleicht gerne mit nach Hause nehmen würde?

Nach einer Anfrage unserer Redaktion bei der Gemeinde findet diese nun auch: „Nein, ist es nicht.“ In Zukunft wolle man auf die Gebühr von 10 Euro verzichten. Fachbereichsleiter Jens Giesker erklärte dazu: „Der Gemeinde Bad Laer ist es auch weiterhin wichtig, dass Fundgegenstände abgegeben werden.“ Grundsätzlich seien die 10 Euro Verwaltungsgebühr aber nur bei Fundfahrrädern kassiert worden, die in einem guten Zustand sind. Bei diesen könne man davon ausgehen, dass sie später teurer verkauft werden können.

Zudem habe die Gemeinde mit den Fundstücken einiges zu tun. So würden gefundene Sachen oft von den Mitarbeitern des Bauhofs bei den Findern abgeholt. Dann müssten die Fundstücke mit Nummern versehen, ins Fundbuch eingetragen und gelagert werden. Nach dem Ablauf der Frist für die Abholung durch die Besitzer würden die Finder angeschrieben, bei Interesse die Fundsachen übergeben –und aus dem Fundbuch ausgetragen. Passiere das nicht, würden die Fundstücke versteigert.