Retourkutsche gegen Rothenfelde Bad Laer will Soletherapiebad nun doch behalten

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Laer Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Fortführen oder abreißen? Das Soletherapiebad ist wieder in der Diskussion. Foto: Archiv/KöppFortführen oder abreißen? Das Soletherapiebad ist wieder in der Diskussion. Foto: Archiv/Köpp

Bad Laer. Eine Stilllegung des Soletherapiebades ist Bedingung dafür, dass Bad Laer zwei Millionen Euro Landesförderung für den Solevitalneubau behalten darf. Nun soll die Verwaltung im Auftrag von Touristik und Rat prüfen, ob das Wasser doch nicht aus dem beliebten Planschbad abgelassen werden muss. Dafür müsste das Land den Förderbescheid erneut ändern.

135000 Besucher genossen die warme Sole des Therapiebades 2012. Ohne das Gebäude einer genauen Prüfung zu unterziehen, hatte die Planungsfirma pbr die Kosten für den Erhalt des Therapiebades und den Rückbau der Bewegungsbecken auf 8,5 Millionen Euro beziffert. pbr und Unternehmensberatung Altenburg ließen keinen Zweifel daran, dass nur ein kompletter Neubau des Solevital vernünftig sei. Die BBL sprach sich gegen den Abriss des Therapiebades aus – wie 84 Prozent der Bad Laerer in einer Abstimmung .

Nun wird wieder alles auf links gedreht. „Es wird angestrebt, das Bad als solitäres Schwimmbad weiterzubetreiben“, so die Gesellschafterversammlung der Touristik. Für einen neuen Eingangsbereich veranschlagt sie 300000 Euro, für technische Reparaturen 100000. Standsicher sei das Gebäude, es müsse jedoch beobachtet werden. Jetzt soll die Wettbewerbsabgrenzung zu den anderen Vitalbädern abgestimmt werden, hieß es im Rat. Der Landkreis hatte diese Abgrenzung zur Bedingung einer Eine-Million-Euro-Förderung gemacht. Bad Laer setzt deshalb im neuen Solevital auf ein Kurssystem. Kurse bietet inzwischen aber auch das Carpesol an .

Auf Anfrage sagte der Landkreis dazu am Freitag, dass neues Solevital und altes Kurmittelhaus allein in der Verantwortung der Gemeinde lägen. „Etwaige Überlegungen auf Bad Laerer Seite, aus der gemeinsamen Bäderplanung mit Bad Rothenfelde auszusteigen, sind dem Landkreis nicht bekannt.“

„Es ist gut, den Druck auf dem Kessel derer zu erhöhen, die zufällig auch gerade Bäder gebaut haben“, meinte Johannes Mönter (SPD) im Rat mit Blick nach Rothenfelde: „Was ihr könnt, können wir auch.“ Es bleibe die Frage der Finanzierbarkeit. „Nichts hindert uns an Überlegungen, das Bad weiterzubetreiben“, sagte Siegfried Strautmann (CDU). Geschäftsgrundlagen einseitig einzuhalten könne nicht Sinn Laerscher Politik sein. Stephan Niebrügge erinnerte daran, dass die BBL immer betont habe, „ dass das Bad nicht abgängig ist“ . Wichtig sei die Frage: „Was kostet uns ein drittes Bad?“ Der Rat votierte bei einer Enthaltung einmütig für den Prüfauftrag.

Das Bad hat zwei Eigentümer : die Touristik mit 45 Hundertstel Miteigentumsanteil, die Blomberg-Klinik mit 55. Deren Inhaber Katja und Jens Hasselmann zeigten bisher wenig Interesse, das Bad für 1 Million Euro abzureißen .


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN