Franz Vollmer vereidigt Bad Laer: Bürgermeister mit richtungsweisender Rede

Von Stefanie Adomeit


Bad Laer. Die Ähnlichkeit war unverkennbar. Die zweite Gratulantin für den frisch vereidigten Bad Laerer Bürgermeister Franz Vollmer, gleich nach dem Ratsvorsitzenden Alois Diekamp, war Vollmers Mutter, die eigens aus Bad Westernkotten angereist war.

So kurz die Vereidigung, so umfassend war die programmatische Antrittsrede des 49-Jährigen, für die er viel Beifall in Publikum und Rat erhielt, wenngleich nicht jeder Lokalpolitiker dem neuen Bürgermeister diesen Respekt erweisen mochte.

Vollmer dankte seinem Vorgänger , auch für den fairen Wahlkampf , seiner Familie und allen, die ihn unterstützt haben. „Ich werde alles dafür tun, den Erwartungen, die Sie in mich setzen, gerecht zu werden.“ Dabei stehe seine Tür jederzeit und für jeden offen. „Jetzt geht’s los“, sagte Vollmer. Das erfülle ihn mit Freude, vor allem aber einem starken Gefühl der Verantwortung.

Er sehe sich als Mitglied in einem Team aus Politik und Verwaltung und wünsche sich, „dass unsere Debatten im Rat von einem Geist geprägt sind, der um das Gemeinsame weiß“. Schließlich liege Bad Laer ihnen allen am Herzen. Kurz skizzierte Vollmer die Herausforderungen in der Schullandschaft, bei den Themen Jugend, Ehrenamt, Wirtschaft, Wohnen und Solevital, die vor der Gemeinde liegen.

Das Hauptaugenmerk richtete er in seiner Antrittsrede auf das liebe Geld. Und da zeigte sich der neue Bürgermeister als Freund klarer Ansagen: Angesichts einer Pro-Kopf-Verschuldung von 2500 Euro, einem Gesamtschuldenstand von gut 23 Millionen und einem Schuldendienst von 2,1 Millionen Euro im Jahr 2015 müsse Bad Laer achtsam und sparsam haushalten, um seine Daseinsvorsorge für die Bürger erfüllen zu können. „Und das in freier kommunaler Selbstverwaltung ohne aufsichtsbehördliche Zügel!“ Vollmers Ziel: eine dauerhaft solide Finanzpolitik. „Wir müssen gemeinsam versuchen, Erreichtes zu erhalten, und neue Investitionen genau auf ihre Notwendigkeit und ihre Folgekosten prüfen.“

Franz Vollmer appellierte an das Pflichtgefühl und die Moral seiner Kollegen in Verwaltung und Politik: „Der Verantwortung für das Wohl der Menschen in unserer Gemeinde gilt es, gerecht zu werden.“ Dieser Satz dürfte nicht nur der Mama gefallen haben.