Romantische Filmmusiken Jugendsymphonieorchester spielt in Bad Laer

Von Ullrich Schellhaas


Bad Laer. Einen weiten musikalischen Bogen spannte das Jugendsymphonieorchester der Kreismusikschule Osnabrück bei seinem Auftritt in der Blombergklinik in Bad Laer. Er reichte von bekannten Stücken der Romantik bis hin zu Filmmusiken der Neuzeit.

Denn was sich vielleicht ungewöhnlich anhört, passt praktisch sehr schön zusammen. Ein „Danse Macabre“ von Camille Saint-Saëns weckt nämlich ebenso unwillkürlich Bilder im Zuhörer, wie es die ruppigen Akkorde von Klaus Badelt für den Film „Pirates of the Carribean“ tun. Der Totentanz des romantischen Komponisten tat dies umso mehr, da Dirigent Walter Kruse das Werk kurz vorstellte.

„Dann ersteht ein alter Spielmann auf, und die Bewohner des Friedhofs beginnen ihren Tanz“, überbrückte er die Pause, die durch das Verstimmen der zweiten Violinen zwangsläufig entstand. „Auch das gehört zu den Mitteln, mit denen Saint-Saëns hier Atmosphäre schafft.“

Die schaffte aber auch das rund 50 Musiker starke Jugendsymphonieorchester, das seinen beiden Leitern präzise folgte und so bildgewaltige Klangwelten auferstehen ließ. Denn Dirigent Kruse teilt sich die Stelle quasi mit seinem Kollegen Thorsten Scholz. „So können wir auch mal getrennt mit Streichern und Bläsern proben“, erläuterte Scholz auf Nachfrage den praktischen Nutzen des arbeitsteiligen Dirigierens.

Mehr als eine Stunde lang vermittelte das Orchester mit Musikern ab 14 Jahren im Saal der Blombergklinik die schönsten Musikstücke der Romantik. Neben dem ersten Satz aus Antonin Dvoraks neunter Symphonie „Aus der Neuen Welt“ interpretierten sie auch Werke und Ausschnitte von Jean Sibelius, Nikolai Rimsky-Korsakov, Georges Bizet und Gabriel Fauré. Die knapp 100 Besucher folgten dem Orchester gebannt und applaudierten heftig.

Auch das James-Bond-Thema überzeugte die Gäste vom hohen Standard des Jugendsymphonieorchesters. Wie im gesamten Programm über- zeugten die Musiker hier nur mit wenigen Patzern, spielten jedoch sehr akzentuiert und präzise. Einziges kleines Problem stellte vielleicht der Saal dar. Die vielen Musiker wirkten auf der Bühne doch sehr gedrängt. Mangels Platz kletterten die Dirigenten frontal und ohne Treppe direkt auf die Bühne ans Pult. Doch die Beteiligten schien das nicht sonderlich zu stören. Am Ende versprach Thorsten Scholz den Gästen: „Wir kommen gerne wieder.“