Gesangsquintett mit Zither „Sa-e-itensprünge“ macht in Bad Laer Lust auf mehr

Von Frank Muscheid

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Laer Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Sie begeisterten das Publikum restlos (von links): Mezzosopran Angela Vehling, Alt Silvia Boekholt, Bassbariton Klaus-Wilhelm Görtz, Mezzosopran Charlotte Görtz und Sopran Jasmin Görtz. Foto: Frank MuscheidSie begeisterten das Publikum restlos (von links): Mezzosopran Angela Vehling, Alt Silvia Boekholt, Bassbariton Klaus-Wilhelm Görtz, Mezzosopran Charlotte Görtz und Sopran Jasmin Görtz. Foto: Frank Muscheid

Bad Laer. Mit einem fabelhaften „Familientreffen“ hat der Fünfer „Sa-e-itensprünge“ jetzt im Haus des Gastes rund 60 Zuhörern vorab Appetit auf sein Herbstprogramm am 14. Oktober gemacht.

„Eine Familie singt“, so der Titel des Abends, war ein „Wunschkonzert“, wie der Zauberer an der Zither und Vater vierer ausgesprochen musikalischer Töchter, Klaus-Wilhelm Görtz, deutlich macht: „Wir singen heute, was wir gern singen würden“, begründet er die Sprünge zwischen Chorarrangements aus Wirtschaftswunder oder Renaissance, von Wilhelm Busch bis „Der Dritte Mann“-Thema. Auch der Chor-Name ist geklärt – neben den flinken „Saitenfingern“ verweist „Seitensprünge“ auf die wechselnde Aufstellungs-Reihenfolge von Mezzosopranistin Angela Vehling, Alt Silvia Boekholt, Bassbariton Klaus-Wilhelm Görtz, Mezzosopranistin Charlotte Görtz und Sopranistin Jasmin Görtz.

Ein Schelm, wer noch anderes aus frechen Berliner Schlagern rund um Liebesfreud und -leid hineininterpretiert. Stücke, in denen die vier Damen zur Zither auch immer wieder Solostärke beweisen. Silvia Boekholt etwa gibt herrlich verschmitzt und mit Gefühl für die Zwischentöne den „Überzieher“ von Otto Reutter, wo Angst vorm Diebstahl des Herrenmantels in die Katastrophe führt. Angela Vehling schwelgt mit Sinn für Ausdruck und leise Momente in der „Kleinen Konditorei“, eine der Melodien, bei der der Saal automatisch ins Mitsingen gerät. Charlotte Görtz wiederum gesteht überzeugend dem imaginären Tango-Partner: „Max, du hast das Schieben raus“. Und ja, „Die Männer sind alle Verbrecher“, das wissen wir nicht erst seit den „Ärzten“, sondern längst seit Walter Kollos Schlager, der selten so lieblich wie von Jasmin Görtz zu hören ist.

„Wir leben räumlich weit auseinander. Wir haben gesagt, da wir wirklich auch mal alle beisammen sind, machen wir ein Wunschkonzert – unser Wunschkonzert. Mal fünfstimmig, mal vierstimmig mit Zitherbegleitung. Capricciata zum Beispiel, das Renaissance-Lied, ist im zweiten Teil fünfstimmig, sodass wir je unseren eigenen Part haben.“ Es klingt großartig, ist rhythmisch komplex und raffiniert. „Wenn wir alle auf der Bühne stehen, alle zusammen agieren – dann haben wir am meisten Spaß“, sagt Silvia Boekholt. Vor zwölf Wochen hat sie ihr Töchterchen Elisabeth bekommen, sechs Wochen später probte sie wieder mit.

„Pack die Badehose ein“ ist – nach der musikalischen Familienvorstellung – schmissiger Starter, den Staub von „Ein Männlein steht im Walde“ schütteln die fünf mit einer A-cappella-Variante locker ab. Wilhelm Buschs „Fuchs und Igel“, vertont von Hans Friedrich Micheelsen, kommt so emotional wie pointiert daher. Auch sonst greifen die fünf tief und hochspannend ins musikalische Kollektiv-Gedächtnis, etwa mit „Der Mond ist aufgegangen“ oder dem Beatles-Hit „Let it be“. „Schuld war nur der Bosa Nova“? Nein, wohl eher „Sa-e-itensprünge“, wenn die alten Melodien wieder im Ohr klingeln. Wer Max Raabe mag, muss in Bad Laer vorbeischauen. Sich bei Klaus-Wilhelm Görtz die CD besorgen, aber vor allem live am 14. Oktober um 19.30 Uhr im Haus des Gastes hinhören. Görtz: „Unter dem Titel ,Die Farben der Musik‘ werden sich die Lieder und Instrumentalstücke auf den Herbst, die Malerei meiner Frau Martina und die unterschiedlichen Klangfarben in der Musik beziehen.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN