„Es ist einfach zu gefährlich“ Bad Laerer gründet Facebook-Gruppe gegen Recyclinghof

Von Stefanie Adomeit


Bad Laer. Thomas Plengemeyer hat vor knapp drei Wochen die Facebook-Gruppe „Hardensetten sagt Nein zum Recyclinghof“ gegründet. Im Interview erklärt er, warum.

Thomas Plengemeyer ist ein Urhardensettener. Dass die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Landkreises (Awigo) nun mitten in Hardensetten an den Heideseen und im Wasserschutzgebiet einen großen Recyclinghof für alle Südkreis-Gemeinden bauen möchte und die Gemeinde Bad Laer – auf Kosten der Awigo – in die Bauleitplanung einsteigt, findet Plengemeyer grundfalsch – so wie viele Hardensettener. Vor knapp drei Wochen hat er die Facebook-Gruppe „Hardensetten sagt Nein zum Recyclinghof“ gegründet.

Herr Plengemeyer, warum haben Sie die Facebook-Gruppe „Hardensetten sagt Nein zum Recyclinghof“ gegründet?

Ausgangspunkt war die Tatsache, dass einige meiner Bekannten und ich uns dagegen wehren wollten, dass ein Recyclinghof an diesen Standort kommt. Wir möchten aber nicht von einer Partei vereinnahmt werden. Deshalb haben wir die Facebook-Gruppe gegründet. Mit der wollten wir zuerst die Hardensettener erreichen.

Betrifft das Thema denn nur die Hardensettener?

Es betrifft natürlich den gesamten Südkreis, weil der gesamte Südkreis mit Trinkwasser des Wasserbeschaffungsverbandes Süd versorgt wird, aber gerade wir Hardensettener fühlen uns langsam vergackeiert. Alle anderen Ortsteile wurden aufgewertet und haben Gelder erhalten. Wir bekamen erst die Kläranlage, dann das Gewerbegebiet Meggerhoff – und jetzt soll noch der Recyclinghof kommen.

Das heißt, die Stimmung in Hardensettten ist schlecht?

Ja, gerade in der Wohnsiedlung wächst der Unmut. Dort weiß man, dass der Wind meistens aus Westen kommt – und dass wir alles, was vom früheren Kalksandsteinwerk kommt, auf dessen Gelände nun der Recyclinghof mit einer Verrottungsanlage gebaut werden soll, als Erste abbekommen – und riechen.

Was stört Sie am meisten am Recyclinghof?

Die größten Sorgen machen wir uns um das Wasser. Die Gefahr ist einfach zu groß, dass es durch den Recyclinghof, zum Beispiel wenn es dort brennt, verunreinigt werden könnte.

Haben Sie noch andere Bedenken?

Ja, wenn der Recyclinghof geschlossen ist, dürften bald auch Abfälle an den Seen landen. Das ist ja jetzt schon ein großes Problem. Das sehen wir jedes Jahr bei unserer Müllsammelaktion.

Wie viele Mitglieder hat Ihre Facebook-Gruppe jetzt?

Rund 190.

Warum hatten Sie die Gruppe zwischenzeitlich geschlossen?

Wir hatten viele Anfra-
gen von Leuten, die wir nicht zuordnen konnten. Wir möchten nieman-
den beleidigen. Wer belei-
digend wird, fliegt raus. Denn Polemik hilft uns nicht.

Jetzt ist die Gruppe wieder öffentlich sichtbar und zugänglich?

Ja, weil wir auf unsere Aktionen hinweisen möchten. Wir haben an der Glandorfer Straße ein Schild aufgestellt. Und am Samstag werden wir beim „Zug durch die Gemeinde“ Flugblätter verteilen.

Was können Sie damit bewirken? Der Rat hat ja bisher nur die Aufnahme der Bauleitplanung befürwortet.

Wir möchten die Ratsmitglieder für die Problematik an den Heideseen sensibilisieren. Uns hat natürlich auch geärgert, dass bei der Abstimmung im Rat, die ja mitten in den Sommerferien war, drei Hardensettener Ratsmitglieder nicht dabei sein konnten. Wir fühlen uns dort einfach nicht gut vertreten.

Waren Sie selbst als Zuschauer in der Ratssitzung dabei?

Ja. Und dabei hat mich einiges geärgert. Zum Beispiel die Aussage eines CDU-Ratsherrn, dass wir dem Landkreis etwas schuldeten. Wir sind dem Landkreis gar nichts schuldig. Und da stellt sich für mich die Frage, ob wir nicht vielleicht schon längst verkauft sind.

Und jetzt?

Hoffen wir, dass es sich der eine oder andere Ratsherr vielleicht noch einmal überlegt und dass die hydrogeologischen und die anderen Gutachten zu unseren Gunsten ausfallen. Außerdem hatte die Awigo mal gesagt, dass sie nichts gegen den Willen der Bürger macht. Nun wollen wir mal schauen.


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