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Trauer um Johannes Mönter Bad Laerer Sanicare-Chef verstirbt nach schwerer Krankheit im Alter von 65 Jahren

Von Stefanie Adomeit

Über den Gewinet-Preis für innovative Unternehmen freute sich Johannes Mönter (Mitte) im Jahr 2008. Zur Verleihung kamen (von links) Holger Richard, Reinhold Kassing, Peter Clausing und Maren Grautmann. Foto: Archiv/KöppÜber den Gewinet-Preis für innovative Unternehmen freute sich Johannes Mönter (Mitte) im Jahr 2008. Zur Verleihung kamen (von links) Holger Richard, Reinhold Kassing, Peter Clausing und Maren Grautmann. Foto: Archiv/Köpp

Bad Laer. Er war ein Mensch, der lieber zuhörte, als große Reden zu schwingen. Einer, der nur etwas sagte, wenn er etwas zu sagen hatte, das dann von Sachkenntnis und analytischer Klarheit geprägt war. Dabei hatte Johannes Mönter das Ohr immer am Puls des Gesundheitswesens und war jeder unternehmerischen Herausforderung gegenüber aufgeschlossen. Die Nachricht seines Todes hat in Bad Laer und im Osnabrücker Land Trauer und Bestürzung ausgelöst.

Johannes Mönter war Dienstagnachmittag nach schwerer Krankheit verstorben. Bald darauf wurden die 800 Mitarbeiter der Sanicare-Gruppe über den Tod des Firmenchefs informiert. „Die Mitarbeiter sind bestürzt. Viele haben mehr als 20 Jahre lang mit Johannes Mönter zusammengearbeitet“, sagt Pressesprecherin Christina Conradi. Dennoch sei auch deutlich geworden, dass die Kollegen das unternehmerische Vermächtnis von Johannes Mönter weiterentwickeln möchten.

Erschüttert reagierte auch Landrat Michael Lübbersmann: „Wir verlieren mit Johannes Mönter eine ebenso eindrucksvolle wie erfolgreiche Unternehmerpersönlichkeit. Bei allem Erfolg hatte Johannes Mönter als Arbeitgeber aber stets auch die soziale Verantwortung sowohl für seine Mitarbeiter als auch für die gesamte Gesellschaft im Auge. Diese Verantwortung hat sich besonders beim vorbildlichen Einsatz von Sanicare bei der Einstellung von Langzeitarbeitslosen und einem enorm breiten sozialen Engagement gezeigt. Mit Johannes Mönter verlieren wir einen kreativen Kopf. Das Osnabrücker Land verneigt sich vor Johannes Mönter und seiner beeindruckenden Lebensleistung, unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie.“

Bad Laers Bürgermeister Holger Richard hat Johannes Mönters „unendliche Geduld und Beharrlichkeit beim Verfolgen seiner Ziele“ beeindruckt. „Herr Mönter hat unseren Ort in vielerlei Hinsicht geprägt, vor allem als Unternehmer und als Kommunalpolitiker. Er war ein Mann der leisen Töne; diese wurden dennoch gehört und waren stets präzise in Analyse und Argumentation. Sein persönliches Einstehen für Bedürftige ist vorbildlich. Beispielhaft sind die bescheidene Art und seine Bodenständigkeit und der unternehmerische Mut des Pioniers im Arzneimittelhandel.“

Der Ratsvorsitzende Alois Diekamp, der von 2006 bis 2011 mit Johannes Mönter im Rat saß, schätzte seine „sachliche und direkte Analyse von Sachverhalten“.

„Mit Johannes Mönter verliert Bad Laer einen positiven Vordenker. Wir werden weiter, auch im Sinne Johannes Mönters, Verantwortung übernehmen und ihm ein würdiges Andenken bewahren“, so Diekamp. Mönter gestaltete die Kommunalpolitik des Kurortes 35 Jahre lang in der SPD-Fraktion mit, deren Vorsitz er 18 Jahre lang innehatte.

Johannes Mönter hatte 1975 seine erste Apotheke in Bad Laer übernommen und Ende der 1990er-Jahre das Gesundheitszentrum und die Sanicare-Gruppe gegründet. Er war aber nicht nur Unternehmer. Über seine Stiftung für Gesundheitswesen unterstützte er zahlreiche Gesundheitsprojekte, darunter das Spes-Viva-Trauerland, in dem Kinder Hilfe bei der Verarbeitung des Verlustes von Angehörigen erhalten.

Noch im Sommer hatte Johannes Mönter gemeinsam mit seiner fünf Jahre jüngeren Frau den 65. Geburtstag mit Mitarbeitern und Freunden feiern können.


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