Franz Vollmer tritt für BBL an Hausbesuch bei Bad Laerer Bürgermeisterkandidat

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Zu Besuch in Gütersloh: Franz Vollmer stammt aus einem Soleheilbad und findet: Das passt zu Bad Laer.Foto: Stefanie AdomeitZu Besuch in Gütersloh: Franz Vollmer stammt aus einem Soleheilbad und findet: Das passt zu Bad Laer.Foto: Stefanie Adomeit

sta Gütersloh/Bad Laer. Einer will es werden, einer bleiben. Franz Vollmer möchte für die BBL Bad Laerer Bürgermeister werden, CDU-Mann Holger Richard will seinen Posten behalten. Aber wie sind die beiden, wenn sie nicht hinter dem Schreibtisch sitzen? Ein Hausbesuch bei Franz Vollmer.

Gütersloh-Friedrichsdorf, ein Siedlungshäuschen an einem kalten Frühlingsmorgen. Zum Glück ist der Kaffee heiß, sind die Brötchen frisch, zu denen Vollmer einlädt. Den Esstisch dominiert ein bunter Blumenstrauß: „Dafür hat meine Lebensgefährtin ein Händchen.“ Souvenirs am Schrank, Postkarten mit Sinnsprüchen an der Pinnwand: Hier wird gelebt.

Aufgewachsen ist Franz Vollmer „gut katholisch“, wie er erzählt, in Bad Westernkotten bei Soest. Und ja, Bad steht für ein Heilbad, mit Gradierwerken und Therme, den Heilmitteln Sole und Moor und 200000 Übernachtungen im Jahr. Seine Mutter lebt noch heute dort.

Und auch der heute 48-Jährige war tief in der Soester Börde verwurzelt – als Pfadfinder, im Schützenverein, in der Feuerwehr, der kleine Vollmer war übeall dabei. Der Feuerwehr ist er inzwischen seit über 25 Jahren treu: „Die Aufgaben und die Kameradschaft machen mir einfach Spaß.“

Seine ersten Stationen: Grundschule, Realschule, Gymnasium, Abitur, Bundeswehr in Holzminden. Als Jugendlicher eröffnete ihm das Interrail-Ticket die große Welt – bis zur europäischen Außengrenze.

Auf der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Soest wurde Vollmer zum Diplom-Verwaltungswirt ausgebildet. Bei der Stadt Erwitte arbeitete der junge Verwaltungsexperte zunächst im Hauptamt – und erwarb ganz nebenbei eine Zusatzqualifikation als Archivar. „Ich hatte von meinen Großeltern Sütterlin gelernt, das fand ich ganz toll.“ Ergebnis: Franz Vollmer durfte für Erwitte ein Stadtarchiv aufbauen.

1990 wechselte er ins Hauptamt der Stadtverwaltung Rheda-Wiedenbrück, einer 50000-Einwohner-Kommune im Kreis Gütersloh, deren Bauverwaltung er inzwischen seit sieben Jahren leitet.

Vollmer gründete eine Familie, bekam mit seiner Frau Sohn und Tochter, auf die er „unheimlich stolz“ ist. Durchaus jugendgerecht ist Vollmers Sammlung von „Asterix“- und „Micky Maus“-Heften, die er in seiner eigenen Jugend zusammengetragen hat. „Das fing in der Oberstufe an“, erinnert sich Vollmer. Was er sonst noch gerne liest? „Krimis“, am liebsten die klassischen „Sherlock Holmes“ von Sir Arthur Conan Doyle über den größten Detektiv aller Zeiten: „Die sind der perfekte Kontrast zu den Gesetzestexten, die ich sonst lese.“ Vollmer liebt die sportliche Herausforderung. Er läuft gerne, nicht nur die übliche halbe Stunde vor der heimischen Haustür, auch die gefürchtete 42-Kilometer-Marathonstrecke, ob in Berlin oder Hamburg, schreckt ihn nicht. Dabei schätzt er vor allem die „tolle Gemeinschaft der Läufer: Alle sind nett.“ Außerdem fährt er gerne Rad, verwirklicht gerade seinen Traum der großen Rund-um-Deutschland-Fahrt über 3500 Kilometer. Die erste Etappe von Flensburg bis Usedom entlang der Ostsee hat er schon abgeradelt. Seit acht Jahren spielt er Posaune, seit drei Jahren hat er den Busführerschein. „Einfach aus Spaß. Meine Tochter machte den Autoführerschein, also lernte ich das Busfahren.“

Und warum Bad Laer? Eine Anzeige in einer ostwestfälischen Zeitung sei der Anlass gewesen, über eine Kandidatur als Bürgermeister nachzudenken. „Das war kurz vor Weihnachten“, erinnert sich Franz Vollmer. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin habe er über die neue Perspektive nachgedacht, sich informiert – und schließlich beworben. „Die BBL und ich haben uns lange beschnuppert und festgestellt: Es passt einfach.“

„Gemeinsam mit den Bürgern und der Verwaltung möchte ich noch mehr gestalten“, erklärt Vollmer seine Beweggründe. Bad Laer gefällt ihm, die besonderen Herausforderungen eines Kurortes liegen ihm dank seines Heimatorts gedanklich nahe.

Dabei setzt Vollmer auf Bürgernähe. Ein schönes Schlagwort, das er mit Leben füllen möchte. „Ich will nicht warten, bis ich angesprochen werde, sondern auf die Menschen zugehen und genau zuhören.“ Schließlich seien die Bad Laerer in vielen Dingen für ihren Ort die besten Experten. „Politik im Verborgenen“, im Hinterzimmer, hält er für grundfalsch.

Sein Credo: „Die Bürger mitnehmen“ – es muss ja nicht gleich die 42-Kilometer-Strecke sein.


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