Aktionsbündnis stellt Studie vor TWE-Strecke hat touristisches Potenzial

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Der beliebte Teuto-Express war regelmäßig mit der Dampflok 78468 auf der TWE-Strecke unterwegs. Foto: Aktionsbündnis pro TWEDer beliebte Teuto-Express war regelmäßig mit der Dampflok 78468 auf der TWE-Strecke unterwegs. Foto: Aktionsbündnis pro TWE

Bad Laer. Der Abschnitt der Teutoburger Wald-Eisenbahn (TWE) zwischen Bad Laer und Gütersloh birgt große Potenziale für einen erfolgreichen touristischen Zugverkehr. Das geht aus der Studie „Ausflugsbahn Teuto-Express zwischen Gütersloh und Bad Laer“ hervor, die das Aktionsbündnis pro TWE vorstellt.

Der nördliche TWE-Abschnitt zwischen Ibbenbüren, Lengerich und Bad Laer kann wegen Streckenschäden nur noch in Teilabschnitten befahren werden. Dies bremst den seit Jahrzehnten erfolgreichen Museumszug „Teuto-Express“ aus. Der Region gehen viele Ausflügler verloren, die ihr Geld nun anderswo ausgeben.

Das darf, findet der Glandorfer Landtagsabgeordnete Martin Bäumer, nicht so einfach hingenommen werden. In Zusammenarbeit mit dem Aktionsbündnis pro TWE aus Bad Laer wurde deshalb die Idee entwickelt, den befahrbaren TWE-Südabschnitt zwischen Bad Laer und Gütersloh auf sein touristisches Potenzial hin zu untersuchen. Und dieses Potenzial ist sehr groß, das hat das Aktionsbündnis aufgezeigt. Die entsprechende Studie „Ausflugsbahn Teuto-Express“ kann unter www.ab-pro-twe.de (Konzepte) heruntergeladen werden.

Für die TWE-Strecke habe sich ein Fahrplan mit vier Zugpaaren im Dreistundentakt als attraktiv, fahrbar und wirtschaftlich herausgestellt – bei marktüblichen Trassenpreisen. Durch die zurzeit gesperrten Streckenabschnitte ist jedoch nur ein modifizierter Vierstundentakt mit drei Zugpaaren möglich. Hierbei müssen die Streckensperrungen mit Schienenersatzverkehr umfahren werden.

Anziehungspunkte an der Strecke könnten der Erlebnis-Kurpark in Bad Laer, der Versmolder Bruch, Klosterhof und Abteikirche Marienfeld und das Stadtmuseum in Gütersloh sein.

Die Studie zum Ausflugsverkehr wurde in Harsewinkel-Marienfeld bereits Vertretern der TWE-Anliegerkommunen zwischen Bad Laer und Gütersloh vorgestellt. Dabei zeigte sich, dass diese Kommunen sehr an einem regelmäßigen Zugverkehr an ausgewählten Wochenenden interessiert sind. Zudem wurde die Studie auf einem Treffen des Bürgerbündnisses Tecklenburg bekannt gemacht, zu dem Vertreter des Aktionsbündnisses pro TWE eingeladen worden waren. Dabei wurde der Wunsch geäußert, das Aktionsbündnis pro TWE möge ein solches Konzept auch für den derzeit gesperrten TWE-Abschnitt zwischen Ibbenbüren und Bad Laer entwickeln. Diese Studie befindet sich zurzeit in der Endabstimmung und wird demnächst ebenfalls unter www.ab-pro-twe.de verfügbar sein.

Eines ist aber gewiss: Wenn es zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 keine ermäßigte Schienenmaut für Personenzüge auf der TWE gibt, wird auch auf dem TWE-Südabschnitt kaum ein Ausflugszug rollen. Die seit Dezember 2011 von der TWE AG verlangten 19,79 Euro pro Kilometer machen den Einsatz von Ausflugszügen auf der Teutoburger Wald-Eisenbahn fast unmöglich, da sie zu Fahrpreisen führen, die keinem Fahrgast vermittelbar sind.

Martin Bäumer appelliert deshalb an die TWE AG und Captrain Deutschland als alleinigem Gesellschafter, die Schienenmaut für touristische Züge zu reduzieren. Dies sei bei vielen anderen Eisenbahnen in Deutschland seit langem üblich.

Die TWE AG versucht derzeit, die Strecke zu verkaufen. Interesse hat die Rhein-Sieg-Eisenbahn, die allerdings aufgrund des hohen Investitionsstaus auf der Trasse einen negativen Kaufpreis erwartet.


Das „Aktionsbündnis pro TWE“ wurde im Januar 2012 in Bad Laer gegründet. Es hat sich den langfristigen Erhalt und die regelmäßige Nutzung der Strecke der Teutoburger Wald-Eisenbahn (TWE) in den Bereichen Freizeit- und Tourismusverkehr sowie Güterverkehr zum Ziel gesetzt. Die Interessengruppe ist ein überparteilicher Zusammenschluss von fachkundigen Privatpersonen sowie Mitgliedern des „Teuto-Express“-Betreibers, der seit über 30 Jahren Dampfzugfahrten auf der Teutoburger Wald-Eisenbahn durchführt. Das Aktionsbündnis pro TWE steht in Kontakt sowohl mit Entscheidungsträgern in Politik, öffentlichen Verwaltungen und Wirtschaft als auch mit Betreibern von Museums- und Touristikbahnen sowie privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen. Das Aktionsbündnis kann über die E-Mail-Adresse ABproTWE@gmx.de kontaktiert werden.

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