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Aktionsbündnis pro TWE Mit dem Zug zur Landesgartenschau in Bad Iburg?

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<em>Die historische Diesellok</em> V36 412 ratterte regelmäßig über die Schienen der TWE. Foto: ArchivDie historische Diesellok V36 412 ratterte regelmäßig über die Schienen der TWE. Foto: Archiv

Bad Laer. Seit dem 15. Januar 2013 scheint das Ende des Teuto Express besiegelt. Wegen einer weiteren Sperrung auf der Strecke der Teutoburger-Wald-Eisenbahn kann der beliebte Dampfzug nun auch Bad Iburg nicht mehr anfahren. Damit will sich das vor einem Jahr gegründete „Aktionsbündnis pro TWE“ nicht abfinden. Es hat sich den Erhalt und die Wiederbelebung der akut von einer Stilllegung bedrohten Teutoburger-Wald-Eisenbahn zum Ziel gesetzt.

Noch sind die bekannten Schäden an den Bahndämmen in Bad Iburg-Glane und Tecklenburg-Brochterbeck nicht beseitigt, schon wurde eine weitere Hiobsbotschaft bekannt: Eine Brücke in Bad Iburg-Ostenfelde wurde gesperrt. Auch die abschreckend hohen Streckennutzungsgebühren durch den Betreiber Captrain bleiben.

Als Erfolg wertet das Aktionsbündnis jedoch, dass bei den politischen Entscheidungsträgern ein Umdenken erreicht werden konnte. In zahlreichen Gesprächen sei bei den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung die Einsicht gewachsen, dass es einen Rechtsanspruch auf eine intakte öffentliche Eisenbahninfrastruktur gibt, solange die Strecke nicht offiziell stillgelegt ist. Das berichtet Aktionsbündnis-Sprecher Rolf Westheider aus Bad Laer. Nun bestehe parteiübergreifend die Bereitschaft, darüber zu sprechen, wie die Wiederbelebung der Strecke am besten gelingen kann.

Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf Bad Iburg und Bad Laer gerichtet. Falls Bad Iburg die Landesgartenschau 2018 ausrichten wird, könnte das Aktionsbündnis ein passendes Personenverkehrskonzept entwickeln.

Derzeit weisen die Güterverkehrsanlagen in beiden Orten erhebliche Verfallserscheinungen auf. Hinzu kommt, dass die Bahnhöfe den aktuellen Ansprüchen an den Güterverkehr nicht mehr gerecht werden und aufgrund ihrer Lage auch nicht mehr für diese umgestaltet werden können.

Das Bündnis hat zwei Konzepte für neue Nutzungen entwickelt, die eine wichtige Voraussetzung für eine Wiederbelebung der Strecke sind. Der „schienengebundene Personenverkehr für Freizeit und Tourismus“ stößt auf großes Interesse beim Verein Eisenbahn-Tradition in Lengerich, bei der Osningbahn und den Osnabrücker Dampflokfreunden, die durch Pflege und Bewegung der historischen Transporttechnik wichtige touristische Angebote zur Freude der zahlreichen Nutzer liefern.

„Es ist ein in sich schlüssiges Konzept, bei dem man für sein Geld ein sehr attraktives Angebot bekommt“, laute auch das Urteil eines Vertreters des Tourismusverbandes Osnabrücker Land, berichtet das Bündnis.

In Gesprächen mit Vertretern der beteiligten Landkreise sei die bisherige Arbeit der Aktiven positiv gewürdigt worden, dabei vor allem die umfangreiche Untersuchung des Streckenzustandes und die Vorschläge, wie man sie kostengünstiger, als durch einen Gutachter eingeschätzt, instand setzen könnte. Unterstützt wurden die Aktiven dabei von Fachleuten der Rhein-Sieg-Eisenbahn, die auf den Betrieb von Nebenstrecken spezialisiert ist und sich auch im Fall der Teutoburger-Wald-Eisenbahn ein Engagement vorstellen kann.

Zunächst jedoch müsse die Kostenfrage der völlig heruntergekommenen Strecke geklärt werden. Hier geht es um mehr als drei Millionen Euro für die Instandsetzung und den Bahnunterhalt bis 2023.

Darüber hinaus konnten erste Gespräche mit Unternehmern geführt werden, die die Strecke als Alternative zur Straße erhalten sehen möchten. Neben ständig steigenden Kosten wird auch eine wachsende Unzuverlässigkeit des Gütertransports auf der Straße befürchtet, da der Verkehrsweg Straße mit dem Verkehrsaufkommen vielfach nicht mehr Schritt halten kann.

Für das Jahr 2013 plant das Aktionsbündnis weitere Gespräche mit Politik, Verwaltung und Unternehmern. Weiterhin soll untersucht werden, auf welchen Streckenabschnitten außer dem Teilstück Harsewinkel–Gütersloh–Verl möglicherweise ein Schülerverkehr oder in Zukunft auch ein öffentlicher Personennahverkehr eingerichtet werden könnte.


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