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Studentinnen entwickeln Führer für Menschen mit Behinderung Smileys für Einkauf ohne Handicap

Von Petra Ropers

Klar, eindeutig und umfassend: Über den neuen Freizeitführer für Menschen mit Behinderungen freuen sich Lisa Fennhoff, Angelika Bracht-Görg, Christina Hüls und Klara Sehrbrock mit Bürgermeister Holger Richard und der Leiterin des Maria-Elisabeth-Hauses, Christine Frye. Foto: Petra RopersKlar, eindeutig und umfassend: Über den neuen Freizeitführer für Menschen mit Behinderungen freuen sich Lisa Fennhoff, Angelika Bracht-Görg, Christina Hüls und Klara Sehrbrock mit Bürgermeister Holger Richard und der Leiterin des Maria-Elisabeth-Hauses, Christine Frye. Foto: Petra Ropers

Bad Laer. Welche Freizeitangebote gibt es für Menschen mit Behinderung in Bad Laer? Sind die Geschäfte für Rollstuhlfahrer zugänglich? Wie sieht es mit der behindertengerechten Einrichtung von Cafés und Restaurants aus? Sieben Wochen lang gingen Studentinnen der Katholischen Hochschule Münster solchen Fragen nach.

Das Ergebnis ihrer Arbeit im Auftrag des Maria-Elisabeth-Hauses ist ein Freizeitführer, der klar, übersichtlich und einfach strukturiert Informationen bündelt. Als Studieneingangsprojekt erarbeiteten drei Studentinnen des Fachbereichs Heilpädagogik den Freizeitführer, der Bewohnern und Mitarbeitern des Elisabeth-Hauses wertvolle Anregungen bietet. „Unsere Bewohner sind Bad Laerer Bürger. Wir möchten sie darin unterstützen, das auch zu leben und Angebote wahrzunehmen“, begründete Leiterin Christine Frye den Projektauftrag.

Umfassende Recherche

Für seine Realisierung informierten sich Klara Sehrbrock, Lisa Fennhoff und Christina Hüls nicht nur bei der Tourist-Information. Sie klopften im Sole-Heilbad persönlich an die Türen. Die Kabinen in den Bekleidungsgeschäften sind auch für einen Rollstuhl noch groß genug? Dann lädt ein lachender Smiley im Freizeitführer zum Einkauf ein. Ist der Wanderweg mit Behinderung nur schwer zu bewältigen, ist das an der verkniffenen Miene des gelben Symbolgesichtes deutlich abzulesen.

Eindeutige Signets und farbliche Kennzeichnung nach Themen erleichtern den Bewohnern des Elisabeth-Hauses den selbstständigen Umgang mit dem Freizeitführer. In ihren Recherchen, bei denen sie Angelika Bracht-Görg vom Fachdienst Wohnen im Rathaus unterstützte, orientierten sich die Studentinnen an Wünschen und Bedürfnissen der Bewohner.

Doch nicht alle Wünsche lassen sich in Bad Laer erfüllen: „Es fehlt an integrativen Sportangeboten und Tanzmöglichkeiten.“ Bürgern und Mitarbeitern in Geschäften, Institutionen und Einrichtungen stellten sie dennoch ein gutes Zeugnis aus: „Nicht immer lässt sich ein behindertengerechter Zugang verwirklichen. Doch die Mitarbeiter sind freundlich und helfen gerne weiter!“ Bürgermeister Holger Richard zeigte sich von dem seitenstarken Werk beeindruckt: „Dieser Freizeitführer könnte auch unseren Kurgästen gute Dienste leisten.“ Bislang allerdings existieren nur zwei Exemplare – zu wenig, um alle Wohngruppen des Elisabeth-Hauses damit auszustatten. Über eine Spende, um die Druckkosten finanzieren und den Freizeitführer ins Leben integrieren zu können, würde sich deshalb nicht nur Christine Frye, sondern auch alle Bewohner und Mitarbeiter sehr freuen.