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Mit 10. Oldtimer-Tour Remsede: Bunter Herbstmarkt im Zeichen der Birne

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BAd Laer. Bevor die Kirmes-Schausteller am Samstagvormittag die Musik ihrer Karussells andrehten, war ein ohrenbetäubendes Knattern in Remsede zu vernehmen, das manchem wie Musik in den Ohren klang. Beim zehnten Oldtimertreffen wurden die Motoren der historischen Autos, Motorräder und Traktoren angeworfen.

Auf ging es vom Hof Abkemeyer in Richtung Hilter, Kloster Oesede und Oesede, weiter nach Hagen und durch Bad Iburg. In Glane legten die stolzen Oldtimerfahrer eine Pause auf dem Hof Große Albers ein, um eine Biogasanlage zu besichtigen. „Oldtimerfreunde sind meistens echte Schrauber. Die schauen sich gern etwas Technisches an“, begründet Heinz-Hermann Wechelmann vom Ortsrat Remsede die Wahl. Zurück in Remsede wartete auf die Fahrer die berühmte Erbsensuppe im Festzelt.

Hubert Hermann und Helmut Keil aus Münster begutachteten eine blitzblank polierte Java, Baujahr 1939. Besitzer Christian Schaiper kann gerade keine Auskunft über sein „Schätzchen“ geben, er steckte mit einem anderen Gefährt mitten in der Ausflugs-Kolonne.

Im letzten Jahr hatten Hermann und Keil, Besitzer von fünf und zwölf Oldtimern, selbst an der Ausfahrt teilgenommen, dieses Jahr sind sie einfach zum Gucken vorbei- gekommen. „Wir mögen die ländliche Atmosphäre hier. Es gibt viel Platz, und toll ist auch, dass man als Fahrer kein Startgeld zahlen muss.“

Einige hartgesottene Fans sind schon am Freitag angereist und haben in Wohnwagen und Anhängern übernachtet. Unter ihnen auch Reinhard Rethemeier, der mit seinem Ein-Achs-Schlepper, der 17 Stundenkilometer fährt, in vier Stunden von Paderborn aus angetuckert ist. „Ich war diesen Sommer mit dem Schlepper sogar in Frankreich“, erzählt er.

Neben ihm steigt Nebel aus einer 86 Jahre alten Dampfwalze auf. Hobbyeisenbahner Gerhard Reinking aus Bad Rothenfelde hat das gute Stück in viereinhalb Jahren für Besitzer Horst Dallmann restauriert.

Am Wochenende beantwortete er Fragen der vielen neugierigen Volksfestbesucher, die nach dem Stöbern auf dem Flohmarkt, ein paar Runden Karussellfahren und einem knackigen Bratwürstchen über die Oldtimerausstellung schlenderten.

Am Samstagnachmittag startete der große Kirmesumzug durch den Ort. Eine tolle Kulisse lieferte die lange Parade, die auf den offenen Feldern von weither mitzuverfolgen war. Zu den Klängen der Spielmannszüge aus Hilter, Füchtorf und Glane zogen die alte Dampfwalze, Oldtimer und Erntedankwagen, die Tanzgruppe Remsede, der Kindergarten St. Antonius und die Grundschule Remsede mit Birnenkunstwerken, Sportverein und Jugendarbeitsgemeinschaft aus Remsede, der CDU-kritische Motivwagen zum Thema Rathaus und Ortsbürgermeister Hubert Kammann auf seinem Unimog aus dem Jahr 1953 durch die Straßen.

Wahrzeichen der Remseder Kirmes ist die Birne. Am frisch gebackenen Birnenkuchen und dem Remseder Birnenlikör kam kein Festbesucher vorbei. Nach dem plattdeutschen Gottesdienst am Sonntagmorgen, gehalten vom ehemaligen Pfarrer Benno Hermes, überreichte Bad Laers Bürgermeister Holger Richard dem Ortsrat die Urkunde, die Remsede als Birnendorf auszeichnet.

Das Frühstück im Festzelt ließen sich auch Bad Rothenfeldes Bürgermeister Klaus Rehkämper, der Landtagsabgeordnete Martin Bäumer und der stellvertretende Landrat Hartmut Nümann schmecken.


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