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Bürgerschützenverein Remsede Bad Laer: Franz Plogmann ist seit 75 Jahren Schütze

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<em>Gratulation:</em> Schriftführer Wilhelm Koch (links) hat die Urkunde und den Präsentkorb bereits übergeben. Die öffentliche Ehrung Franz Plogmanns folgt am 5. Januar. Foto: Anke SchneiderGratulation: Schriftführer Wilhelm Koch (links) hat die Urkunde und den Präsentkorb bereits übergeben. Die öffentliche Ehrung Franz Plogmanns folgt am 5. Januar. Foto: Anke Schneider

Bad Laer. Beeindruckend: Seit 75 Jahren ist Franz Plogmann Mitglied im Remseder Bürgerschützenverein. „Er ist das einzige noch lebende Mitglied, das vor dem Krieg eingetreten ist“, sagte Schriftführer Wilhelm Koch. Am 5. Januar wird Plogmann während des Winterballs im Brockmann’schen Saal für dieses außergewöhnliche Jubiläum geehrt.

In den 1930er-Jahren waren in Remsede die meisten Männer im heimischen Schützenverein organisiert. Am 8. Oktober 1938 trat auch Franz Plogmann in den Bürgerschützenverein ein. Er war damals 18 Jahre alt. „Mein Vater war drin, meine Brüder waren drin – da war es selbstverständlich, das auch in eintrete“, berichtete der heute 92-Jährige. „Noch heute finden Sie kaum ein Haus in Remsede, in dem nicht jemand wohnt, der irgendwie mit dem Schützenverein zu tun hat“, erläuterte Wilhelm Koch, dass das Vereinsleben im Schützenverein noch immer einen hohen Stellenwert hat.

Das letzte Schützenfest vor dem Krieg wurde 1939 gefeiert. Franz Plogmann erinnert sich daran, dass Wilhelm Sautmann seinerzeit Schützenkönig wurde. Zur Königin nahm er Elisabeth Schönebeck. Frauen war zu dieser Zeit der Beitritt zum Schützenverein verboten. „Das änderte sich erst 1983“, sagte Plogmann. Erst seit rund zehn Jahren dürfen Frauen auch auf den Vogel schießen. Im vergangenen Jahr wurde mit Carina Lustina die erste Schützenkönigin in der 136-jährigen Geschichte des Vereins proklamiert.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs erstarrte auch in Remsede das Vereinsleben. „Die Männer wurden alle eingezogen, auch ich“, berichtete Franz Plogmann weiter. Erst 1950 wurde in Remsede wieder Schützenfest gefeiert. Damals gab es noch keine Uniformen. Die Schützen feierten in herkömmlicher Festkleidung.

Anfang der Sechzigerjahre änderte sich das. Franz Plogmann stattete als gelernter Schneidermeister die Remseder Schützen mit grünen Röcken aus. 30 Jahre lang war der Schneider für die Schützenjacken zuständig. Die letzte nähte er Anfang der Neunziger für Schützenbruder Stefan Dreier. „Wie viele es insgesamt gewesen sind, weiß ich nicht“, sagte Plogmann. „Ich habe sie nicht gezählt. Von 1950 bis 1974 war Plogmann zusätzlich Wachsoldat im Schützenverein und hatte während des dreitägigen Schützenfestes die Majestäten zu bewachen. „Mit Holzgewehren haben wir exerziert“, erzählte der Remseder und lacht. „Das hat immer viel Spaß gemacht.“

1983 wurden Zeitungen und Fernsehsender auf Heinrich Plogmann aufmerksam. Der Vater von Franz Plogmann war damals 101 Jahre alt und seit 83 Jahren aktives Mitglied im Schützenverein. Drei Jahre später, nach 86-jähriger Vereinszugehörigkeit, starb Heinrich Plogmann. Seine lange Zugehörigkeit zum Bürgerschützenverein war und ist bis heute einzigartig im Osnabrücker Land.

Franz Plogmann ist auch heute noch bei jeder Festivität der Remseder Schützen dabei. Aktiv ist er allerdings nicht mehr. „Hei schlürt so met“, sagt der 92-Jährige. Wenn er zurückblickt, stellt Plogmann fest, dass sich seit 1938 enorm vieles geändert hat. „Die Feste sind kostspieliger geworden“, sagt er. Auch legten die jungen Leute nicht mehr ganz so viel Wert auf gesellige Feierlichkeiten. Solche Entwicklungen machten eben auch vor Remsede nicht halt. Und dennoch sei der Remseder Schützenverein einer der wenigen, in denen Geselligkeit und Gemeinschaft das oberste Ziel ist. Auch dank langjähriger Mitglieder wie Franz Plogmann, die aus kargen Nachkriegszeiten noch wissen, wie wichtig diese Werte sind.


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