Rund 250 Gäste genossen die „Krüüzfohrt in Schwienestall“ Wenn mit der Costa da Drama auch die Requisiten purzeln - Theater in Bad Laer

Von Alexander Heim


Bad Laer. Ein leckeres Essen, ein spannender, gewinnträchtiger Schätzwettbewerb und natürlich das plattdeutsche Theaterstück - das ist sind die Zutaten, aus denen alljährlich das Erntedank-Wochenende der Katholischen Landjugend Bad Laer zubereitet wird. Erneut ein großer Erfolg. Und für manch einen zugleich spannendes Neuland.

„Im letzten Jahr haber ich souffliert“, verrät Julian Holkenbrink kurz vor der Premiere im Gasthof Plengemeyer, wie er überhaupt zur plattdeutschen Laienspielschar gestoßen ist. Nach dem erfolgreichen Debut im Untergrund kam für ihn die Anfrage, ob er sich auch vorstellen könnte, auf der Bühne mit dabei zu sein. „Die Rolle habe ich mir selber ausgesucht“, erzählt er. Und sagt selbstbewusst und augenzwinkernd: „Ich konnte mich gut damit identifizieren.“ 

„Wir haben beim Lesen schon vor Augen, wer welche Rolle gut spielen könnte“, erzählt Katharina Glosemeyer hinter der Bühne. Und verrät, dass sich „manche Rolle auch während der Proben entwickelt.“ Julian, bereits in Schützentracht, bringt derweil nichts aus der Ruhe. Wie der Nervositätspegel, so kurz vor dem Öffnen des Vorhangs, denn sei? „Geht eigentlich noch“, ist der 21-Jährige gelassen. „Vielleicht kommt das gleich noch, wenn die Leute da alle sitzen.“

„Die Leute“ - das sind rund 250 Gäste, die am Samstag den Weg in den großen Saal des Gasthofes Plengemeyer gefunden haben. Mit Paul Meyer hat sie der Zweite Vorsitzende der Landjugend begrüßt. Schließlich ist der Chef selbst im Ensemble auf der Bühne vertreten, mimt den Polizisten Ben Becker, der als Hüter des Gesetzes seine Leidenschaft für vermeintliche Einbrecherinnen entdecken wird. „Charly's Tante“ lässt grüßen.

Ein leckeres Buffet erwartete all diejenigen, die im Vorverkauf eine der Karten erstanden hatten. Und natürlich der traditionelle Schätzwettbewerb. Buntes Band war da im Glasbehälter zu sehen. Wie lang es wohl sein mochte, war die Frage. Am Ende hatten Petra Hartmann, Dominik Schade und Maria Eggert den besten Riecher. Sie lagen am dichtesten bei den tatsächlichen fast 214 Metern. Für jeden von ihnen gab es einen schönen Präsentkorb.

30 Minuten später als geplant stachen die jungen Darsteller dann in See. Vom Bauernhof ins Mittelmeer, sozusagen. Schließlich will Lehrling Jan (Marius Maßmann) seinen Bauern Jupp (Sebastian Otte) - den Vater seiner großen Liebe Anna (Vera Kampwerth) - mal für eine Woche los sein. Doch Jupp kennt die Geschichte der Titanic – und lässt sich bereitwillig von Kumpel Walter überreden, das Bord-Ticket für die Costa da Drama doch lieber ihm zu geben. Womit denn auch die Stunde von Julian Holkenbrink auf der Bühne schlägt.

Der Auftakt zu allerlei Verwirrungen in dem Stück aus der Feder von Carsten Lögering. Die Regisseure Richard Vor der Landwehr und Michael Paul haben der Aufführung zusätzlichen Pfiff verliehen. Und für Julian Holkenbrink gab es bei seiner Premiere eine zusätzliche Herausforderung. Denn auch wenn Requisiten unerwartet fallen, gilt es schließlich, ernst zu bleiben. In diesem Sinne hat der Newcomer seine Sache gleich doppelt gut gemacht. Und konnte dabei natürlich auch auf das spielsichere Ensemble bauen.

Zwei Mal wird sich der Vorhang zur „Krüüzfohrt in Schwienestall“ übrigens noch heben. Denn auch am kommenden Freitag, 18. Oktober, und Sonntag, 20. Oktober, tritt das Ensemble nochmals auf. Beginn bei Plengemeyer ist jeweils um 19 Uhr.


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