Fernsehgottestdienst Zweite Fernsehübertragung des Pfarrgottesdienstes im ZDF

Noch bewahrt Pfarrer Maik Stenzel die Ruhe. Die Aufregung vor der Fernsehübertragung des Erntedank-Gottesdienstes sei aber schon spürbar. Foto: Leonie PlaarNoch bewahrt Pfarrer Maik Stenzel die Ruhe. Die Aufregung vor der Fernsehübertragung des Erntedank-Gottesdienstes sei aber schon spürbar. Foto: Leonie Plaar

Bad Laer. Am Sonntag wird der katholische Gottesdienst aus Bad Laer im ZDF übertragen. Pfarrer Stenzel fürchtet dennoch leere Kirchenbänke.

Es wird bereits das zweite Mal sein, dass der Gottesdienst aus der Pfarrkirche Mariae Geburt in den gesamten deutschsprachigen Raum übertragen wird. Die Nervosität sei aber trotzdem bei allen beteiligten zu spüren, so Pfarrer Maik Stenzel. Denn am Sonntag ab 9.30 Uhr wird der Gottestdienst aus Bad Laer im ZDF zu sehen sein. 

Die Vorbereitungen dafür laufen bereits jetzt auf Hochtouren. Am Freitag morgen rückten die ersten LKWs an, Equipment wurde ausgeladen und aufgebaut. Samstag gehe es dann mit den ersten Probedurchläufen los, so Stenzel. Zudem werde im Vorhinein ein Einspieler von der Begrüßung vor der Kirche aufgezeichnet. 

Der Pfarrer und seine Mitarbeiter freuen sich trotz der Aufregung auf den Gottesdienst: "Als die Bischofskonferenz gefragt hat, ob wir nochmal einen Gottesdienst fürs Fernsehen machen würden, haben alle begeistert zugestimmt." 

Letztjähriger Fernsehgottesdienst einen Tag nach Amokfahrt in Münster

Im vergangenen Jahr war die Übertragung von der Amokfahrt in Münster überschattet worden. Am Tag vor dem geplanten Gottesdienst war ein Mann mit dem Auto in eine Menschenmenge vor einem Café gerast und hatte zwei der Besucher getötet. Stenzel entschied sich damals in Absprache mit der Bischofskonferenz, seine Predigt an das Geschehene anzupassen, schrieb sofort eine neue Predigt.

In diesem Jahr, so der Pfarrer, gingen nun alle mit etwas mehr Leichtigkeit an das Projekt heran. Er sorge sich nun nur noch darum, ob die Kirche auch voll werde: "Viele Gemeindemitglieder bleiben eher zu Hause, weil sie es spannend finden, die eigene Kirche im Fernsehen zu sehen. Das wäre für uns natürlich nicht so toll." Er wünsche sich daher von seinen Gemeindemitgliedern zahlreiches Erscheinen. Man könne sich doch später noch eine Aufzeichnung ansehen. 

Textsicher sei er für Sonntag, so Stenzel. Da die Predigt für den Fernsehgottesdienst von mehreren Stellen abgenommen werden müsse, habe er diese bereits vor Wochen geschrieben und freue sich nun darauf, sie frei vorzutragen. Etwas Lampenfieber bleibe aber dennoch. Auch alle anderen beteiligten, übten schon fleißig, denn am Sonntag müsse jedes Wort sitzen. Schließlich sei die Fernsehübertragung auf die Minute genau durchgeplant.

Bereit für den großen Tag: Lektorin Anne Vedder übt für die Fernsehübertragung. Dafür muss jedes Wort sitzen. Foto: Leonie Plaar

Nun, passend zum Erntedankfest, wolle er sich im Gottesdienst am Sonntag auf das Thema Dankbarkeit konzentrieren. "Nicht nur auf den Dank für die Ernte, wie es traditionell üblich ist, sondern auf alles Gute, was wir im Leben haben und die Menschen, die uns umgeben", erzählt Stenzel.

Zudem helfe passend zum Feiertag die örtliche Landjugend bei der Ausrichtung der Messe mit. Und auch das St. Maria Elisabeth Haus der Caritas sei involviert. Die Einrichtung für Menschen mit Behinderun entsende regelmäßig Messdiener. Das wolle man auch fortführen, wenn das ZDF da ist, um ein deutliches Zeichen im Sinne der Inklusion zu setzen, sagte Maik Stenzel.

Telefonisches Feedback

"Besondere Nähe und eine Möglichkeit zum Austausch" werde den Fernsehzuschauern auch nach der Übertragung der Messe geboten. Denn noch bis 19.00 Uhr werden am Sonntag etwa 30 Helfer, aufgeteilt auf Pfarr- und Rathaus, telefonisches Feedback der Zuschauer entgegen nehmen. Das sei bereits im vergangenen Jahr gut angenommen worden, so Stenzel: "Von den 800 Anrufen letztes Jahr konnten wir überhaupt nur 500 entgegennehmen." 

Der Pfarrer, seine Mitarbeiter und die freiwilligen Helfer seien immer wieder gerührt und begeistert davon, den Menschen zu Hause ein authentisches Erleben des Gottesdienstes in der Pfarrkirche Mariae Geburt bieten zu können. Stenzel ist sich sicher: "Das ist den Aufwand allemal Wert."


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