Für die Wartezeit eine CD Fesselnde Kontraste zum Abschluss der Orgelreihe

Fesselte mit Improvisationskunst und einem überaus kontrastreichen Programm: Abteiorganist Gereon Krahforst. Foto: Petra RopersFesselte mit Improvisationskunst und einem überaus kontrastreichen Programm: Abteiorganist Gereon Krahforst. Foto: Petra Ropers

Bad Laer. Nach dem Orgelsommer ist vor dem Orgelsommer: Für Organist und Organisator Heiner Plogmann beginnen jetzt nach dem letzten Konzert der aktuellen Saison die Arbeiten für das kommende Jahr. Denn für ihn steht fest: „Wir machen weiter.“ Schließlich geht es auch darum, Mittel für die anstehende Orgelsanierung einzuwerben.

Mit einem außergewöhnlicher Musikgenuss war die diesjährige Reihe der sommerlichen Orgelkonzerte in Bad Laer ausgeklungen. In der Kirche Mariae Geburt war Gereon Krahforst, Abteiorganist von Maria Laach, kurzweilig durch Zeiten und Epochen gesprungen.

Von der Romantik in die Moderne, zurück in den Barock und über eine Stippvisite in der Renaissance wieder in die Neuzeit: Ein überaus abwechslungsreiches Programm, gespickt mit Perlen zumeist weniger bekannter Komponisten, hatte Krahforst für die Freunde der Orgelmusik zusammengestellt. Und deren Zahl wachse stetig, freute sich Organist und Organisator Heiner Plogmann. Deshalb sein klares Statement: „Wir machen weiter.“

Schon in den kommenden Wochen beginnt Plogmann mit den Planungen für den Orgelsommer 2020: „Gute Musiker sind sehr gefragt.“ Schon frühzeitig müssen deshalb Einladungen ausgesprochen und Sponsoren gesucht werden. „Eigentlich begleitet mich die Konzertreihe das ganze Jahr über“, berichtete er schmunzelnd. Der Lohn für sein Engagement ist die positive Resonanz der Besucher. Und die äußert sich nicht nur im begeisterten Applaus, mit dem zuletzt Gereon Krahforst bedacht wurde.

Sie zeigt sich auch in der Nachfrage nach einer CD mit Aufnahmen der Orgel von Mariae Geburt. In gut vier Wochen soll die CD fertiggestellt sein, die neben Orgelwerken auch einige Beiträge des ökumenischen „Chörchens“ enthalten wird. Sie verkürzt den Musikfreunden die Zeit bis zum nächsten Orgelsommer. Zum Ausklang des Orgelsommers 2019 aber entlockte Gereon Krahforst dem Bad Laerer Instrument noch einmal sein breites Klangspektrum.

Ein Choralbearbeitung von Johann Sebastian Bach fand dabei ebenso Eingang in das kontrastreiche Programm wie ein Credo des bekannten estnischen Komponisten Arvo Pärt. Für ein offen zu instrumentierendes Quartett schrieb der Renaissance-Komponist Eustache du Caurroy seine Fantasie über „Une jeune filette“. Gereon Krahforst verwandelte das Werk in ein anregendes Spiel mit den Registern der Orgel.

Den musikalischen Höhepunkt aber sparte er sich für den Abschluss des Konzertes auf: Seine freie Improvisation entlockte dem Instrument zwischen ätherisch-perlenden Läufen und machtvoll in Szene gesetzter Virtuosität faszinierende Klangbilder. Mit lang anhaltendem Applaus forderten die Musikfreunde noch eine Zugabe ein, bevor sie bereitwillig ihre Geldbörsen öffneten. Ihre Spenden kommen der anstehenden Sanierung der Orgel zugute.

Der Zeitplan sei allerdings noch völlig offen, erklärte Plogmann. Denn erst wenn die geplante Sanierung des Kirchen-Innenraums abgeschlossen ist, machen Arbeiten an der „Königin der Instrumente“ Sinn.


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