Klanggewalt und zarte Töne Berliner Domorganist fesselte an Bad Laerer Orgel

Der Berliner Domorganist Thomas Sauer entlockte der Orgel der Kirche Mariae Geburt ein überaus weites Klangspektrum. Foto: Petra RopersDer Berliner Domorganist Thomas Sauer entlockte der Orgel der Kirche Mariae Geburt ein überaus weites Klangspektrum. Foto: Petra Ropers

Bad Laer. „Dieses Fundament, diese Bässe – unglaublich!“ Anerkennend strich Thomas Sauer über die Registerzüge der Bad Laerer Seifert-Orgel. Wenige Minuten zuvor hatte der Berliner Domorganist im Rahmen der Sommerlichen Orgelkonzerte eben diese Bässe in einer virtuosen Toccata durch den Kirchenraum geschickt.

Das vierte Orgelkonzert in diesem Jahr lockte am Sonntag erneut zahlreiche Musikfreunde in die Kirche Mariae Geburt. Zugunsten der Restaurierung der Orgel präsentierte ihnen Thomas Sauer ein Programm, das mit deutlich französischem Einschlag die ganze Klangvielfalt des Instrumentes zu Gehör brachte. Schon das erste Werk ließ dabei aufmerken. Denn Alexandre Guilmants orchestral wirkende Sonate Nr. 1 in d-Moll bot einen wuchtigen und beinahe düsteren Einstieg in den Abend.

Klanggewaltige Läufe, die im Pedal in sonore Tiefen absanken, markierten die Ecksätze, zwischen denen das Pastoral so weich daherkam wie eine Klang gewordene Versöhnung. Lebhafte Leichtigkeit, gekleidet in eine zurückhaltende Registrierung prägte danach Johann Sebastian Bachs Triosonate Nr. 6 G-Dur. Zu einem kontrastreichen Spiel mit den Registern, einem Ausloten des weiten Klangspektrums der Orgel, avancierte auch César Francks Choral Nr. 2 h-Moll. Zwischen zartem Piano, verhalten agierenden Zungenstimmen und monumentaler Fülle entfaltete sich das Werk, das den abschließenden Choral in überraschender Empfindsamkeit verklingen ließ.

Den kurzen, verspielt registrierten Sätzen von Jean-Francois Dandrieus Offertoire a-Moll ließ der Domorganist zum Abschluss ein beeindruckendes Zeugnis seiner Virtuosität folgen: Die Toccata des – hierzulande kaum gespielten - ungarischen Organisten Frigyes Hidas entpuppte sich mit kraftvoller Bewegung, mit atemberaubenden Läufen - mal kaskadenartig herabstürzend, mal eilend wie ein flinker Bach – und mit nicht minder virtuos agierendem Pedal als echte Entdeckung.

Der lang anhaltende Beifall der Musikfreunde war Thomas Sauer nach dem letzten, aufwühlenden Crescendo sicher. Mit Gereon Krahforst, Abteiorganist in Maria Laach und künstlerischer Leiter der Internationalen Laacher Orgelkonzerte, endet am Sonntag, 29. September, die diesjährige Reihe der Sommerlichen Orgelkonzerte. Beginn ist wie gewohnt um 18 Uhr.


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